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Fehrbellin Cannabisplantage und verbotene Polenböller
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Cannabisplantage und verbotene Polenböller
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14:49 16.05.2019
Das Neuruppiner Amtsgericht verhandelte am Donnerstag gegen einen 33-Jährigen wegen Dorgenhandels. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Fehrbellin

Am 24. Mai 2016 erhielt die Polizei einen anonymen Hinweis auf einen Drogenanbau in einem Fehrbelliner Ortsteil. Als die Beamten am nächsten Tag das Grundstück des 33-Jährigen durchsuchte, war die Cannabisplantage größtenteils abgebaut.

Polizei durchsuchte Grundstück, da war Cannabisplantage abgebaut

Ob er gewarnt worden oder ihm die Sache vielleicht zu heiß geworden war, konnte nicht geklärt werden. Die Beamten fanden noch 37 abgeerntete Cannabispflanzen und in einem Anhänger einige Hundert Meter entfernt Zubehör wie Lüfter, Lampen und Düngemittel.

In einem Anbau stieß die Polizei noch auf eine rote Bayern-München Fantüte mit 139 Feuerwerkskörpern aus Polen, 21 aus Litauen und einer in China hergestellten Kugelbombe – alle ohne die erforderlichen deutschen Prüfzeichen.

Bewährungsstrafe bei Deal ausgehandelt

Wegen Drogenhandels und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz stand der 33-jährige Angeklagte am Donnerstag vor dem Neuruppiner Amtsgericht. Die Richter verurteilten ihn zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr,, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

„Wir haben eine Verständigung geschlossen, die auf seinem Geständnis basiert“, sagte der Staatsanwalt. Das Gericht hatte dem gelernten Ausbaufacharbeiter eine Strafe zwischen neun Monaten und einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung für ein glaubhaftes Geständnis zugesagt.

Das Angebot nahm der Angeklagte an. Ja, er habe damals eine kleine Plantage angelegt. Er habe selbst Cannabis geraucht, gebe aber zu, dass der Großteil für den gewinnbringenden Verkauf bestimmt gewesen sei. Aber jetzt sei er „clean“ – und das seit bald zwei Jahren. „Das habe ich so geschafft, ohne fremde Hilfe.“

Er ist in Lohn und Brot, lebt in einer festen Beziehung. Das Gericht glaubte ihm. „Er hat uns keine Räuberpistole aufgetischt.“ Außerdem ist er nicht vorbestraft, musste lediglich einmal eine Geldstrafe wegen eines Verkehrsdeliktes bezahlen.

Angeklagter schuldlos an langer Verfahrensdauer

Strafmildernd kam ihm die auch lange Verfahrensdauer zugute, für die er nichts kann. Das Landeskriminalamt erhielt 2016 den Auftrag, die Pflanzen auf ihren Wirkstoffgehalt hin zu untersuchen. Das dauerte wegen Überlastung der Behörde zwei Jahre.

Dieser Umstand war dem Angeklagten nicht anzulasten. Zudem handelt es sich nach der Auffassung des Bundesgerichtshofes bei Cannabis um ein angebliches „mildes Mittel“. Alles zusammengenommen sprach mehr für als gegen den Angeklagten.

Das Gericht schloss sich dem Staatsanwalt an und ging von einem minder schweren Fall aus. Es kreidete dem 33-Jährigen aber an, dass er sich mit dem Drogenanbau ganz bewusst entschieden habe, auf „die dunkle Seite zu wechseln und Straftaten zu begehen“.

Aber „Wir haben den Eindruck, dass ihn die heilsame Erfahrung dieses Verfahren zum Umdenken veranlasst hat“, sagte Richter Jan Eßer. Das hat der Angeklagte seit drei Jahren gezeigt.

Von Dagmar Simons

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