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Fehrbellin Daniela Hüttig beerbt Wilma Nickel als Ortschefin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Daniela Hüttig beerbt Wilma Nickel als Ortschefin
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16:47 28.06.2019
Wilma Nickel hat sich mehrere Jahrzehnte lang als Dorfchefin für Linum engagiert, wie hier beim Storchenfest 2008. Jetzt hat sie das Amt aufgegeben. Quelle: Peter Geisler
Linum

Trübsal blasen? Das liege ihr fern, sagt Wilma Nickel bestimmt. „Na, vielleicht bin ich an der einen oder anderen Stelle am Ende doch ein bisschen melancholisch“, gibt sie nach einigen Minuten zu.

26 Jahre an der Dorfspitze seien eben eine ganze Menge. Sie verknüpfe viele schöne Erinnerungen mit dieser Zeit. Ihren Entschluss, den Posten der Ortschefin loszusein, bereue sie dennoch nicht.

Seit 1993 war Nickel zuerst stellvertretende Bürgermeisterin und seit 1998 Ortschefin von Linum. Bei der Wahl im Mai hat sie nicht mehr für den Ortsbeirat kandidiert. Aus persönlichen Gründen, wie sie betont. „Ich werde im nächsten Jahr 70, da hat man ein bisschen Ruhe nötig.“

Außerdem findet sie, dass es an der Zeit ist, Jüngeren Platz zu machen. „Die haben doch auch Ideen, wollen sich verwirklichen.“

Generationswechsel an der Dorfspitze

Tatsächlich wurde jetzt in Linum ein Generationswechsel vollzogen: Der gesamte lang bewährte Ortsbeirat ist nicht mehr angetreten. Die Nachfolger um die neue Dorfvorsteherin Daniela Hüttig sind um die 40 Jahre alt. „Wie ich damals, als ich angefangen habe“, sagt Wilma Nickel. Sie sei dankbar für die vielen Gespräche mit den Linumern in all der Zeit, für die Unterstützung aus den Vereinen – aber auch für Kritik. „Das hat mir geholfen, über die Dinge noch einmal anders nachzudenken, mich zu hinterfragen.“

Chefin der Landfrauen und Gemeindevertreterin

Viel Zeit, wehmütig zurückzublicken, wird Wilma Nickel aber wohl nicht bleiben. Schließlich ist sie immer noch Fraktionschefin von Starke Dörfer in der Fehrbelliner Gemeindevertretung und mischt kräftig bei den Landfrauen mit, deren Orts- und Kreischefin sie weiterhin ist und die sie auch im Landesvorstand vertritt.

„Da habe ich noch genug zu tun.“ Und endlich mehr Zeit, sich die Interessen der Landfrauen stärker zu widmen, über die die Parteilose auch immer im Ort kandidierte. Sie ist auch überzeugt, dass es wichtig ist, dass das Dorf auf Gemeindeebene vertreten ist. Schließlich werde dort über vieles entschieden, was in Linum wichtig ist.

Nickel hofft, dass bei der nächsten Wahl auch diesen Posten einer der jüngeren Linumer übernimmt. „Sie müssen sich aber erst hier einarbeiten – und das in Fehrbellin dann auch wollen.“

Nachfolge sei „große Herausforderung“

Linum links liegen zu lassen, kommt für sie trotz des Verzichts deshalb nicht in Frage. Sie will auch ihre Nachfolger unterstützen, wenn sie sie brauchen. „Ich kann mich doch nicht einfach so ganz aus dem Staub machen.“

Für Daniela Hüttig, die in Linum aufgewachsen ist, war das entscheidend. Ohne dieses Angebot Nickels wäre sie nicht Dorfchefin geworden, stellt sie klar.

Erst vor Kurzem sei ihr aber richtig aufgegangen, in welch große Fußstapfen sie tritt. „Das ist eine Her­ausforderung.“ Nickel habe so viele Kontakte, so viel Fördergeld für das Dorf akquiriert, so viel bewegt.

Daniela Hüttigs persönliche Ziele

Was aktuell wirklich wichtig ist im Dorf, das will die 41-Jährige mit ihren Kollegen in Gesprächen mit den Linumern herausfinden. „Das haben wir uns für den Sommer vorgenommen.“

Ihr persönlich liege vor allem das Angebot für Kinder und Jugendliche am Herzen. „Auch, weil ich selbst eine Tochter habe.“ Daneben hält sie den Tourismus in dem Ort, in das Jahr für Jahr Tausende Gäste wegen des Kranich-Schauspiels und des Storchendorf-Images strömen, für entscheidend.

Besonders betreuen will die Verwaltungsfachwirtin, die – genauso wie Nickel früher – im Neuruppiner Rathaus arbeitet, den Vorstoß für den Radwegbau nach Kremmen. Das hätte in Zeiten des boomenden Radtourismus „einen Riesenmehrwert für uns“.

Von Celina Aniol

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