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Fehrbellin Eine Ladesäule für knapp 19 000 Euro
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Eine Ladesäule für knapp 19 000 Euro
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02:21 28.05.2018
Der Landkreis hat seit einem halben Jahr ein Elektroauto. Die Stromtankstelle befindet sich der Virchowstraße in Neuruppin. Quelle: Peter Geisler
Fehrbellin

Das Angebot für Fahrer von E-Bikes und Elektroautos in der Region wächst. Denn in den nächsten Monaten sollen nicht nur Ladesäulen in Neuruppin, Kyritz und Wittstock entstehen, sondern ebenfalls in Lindow, Rheinsberg und Fehrbellin.

Ein Antrag für den Bau von 15 Ladesäulen

Möglich ist das, weil die Neuruppiner Stadtwerke im Oktober beim Bund einen Förderantrag für den Bau von 15 Ladesäulen in der Region gestellt haben. Schließlich gibt es im günstigsten Fall eine Förderung von bis zu 40 Prozent, sagte Guido Gerlach, Vertriebschef der Neuruppiner Stadtwerke, am Donnerstagabend den Gemeindevertretern von Fehrbellin. Diese sollten darüber befinden, ob sie einem Vertrag mit den Stadtwerken für den Bau und den Betrieb einer Ladesäule über sechs Jahre zustimmen.

Doch vor der Abstimmung gab es zunächst eine Diskussion über den genauen Standort. Fehrbellins Ortschef Jürgen Sternbeck gab zu bedenken, dass eine Stelle mitten auf dem Parkplatz an der Gemeindeverwaltung eher ungünstig – auch weil der Platz regelmäßig für den Markt und für Feste genutzt werde. Sternbeck schlägt deshalb vor, dass die Ladesäule samt dem dazugehörigen Parkplatz eher ein paar Meter weiter in der Nähe der Stadtbibliothek errichtet werden soll.

Ortsbeirat berät über den genauen Standort

Über den genauen Standort will jetzt der Fehrbelliner Ortsbeirat am 7. Juni noch befinden, während die Gemeindevertreter von Fehrbellin am Donnerstag schon mal den Grundsatzbeschluss gefällt haben, dass die Stadtwerke im Rhinstädtchen eine Ladesäule errichten sollen. Für Aufbau und Betrieb der Säule muss die Gemeinde knapp 19 000 Euro an die Stadtwerke zahlen – denn Gewinne können mit dem Verkauf von Strom an Ladesäulen derzeit nicht erzielt werden. Vielmehr geht Vertriebschef Gerlach davon aus, dass lediglich der aktuelle Preis, der für den Hausstrom gilt, auch für das Laden von E-Bikes und Elektro-Autos an den Säulen verlangt werden kann. „Sonst werden die Säulen nicht angenommen.“

Die Säulen seien an sich nicht wirtschaftlich, sondern viel mehr eine Prestigefrage, sagte Jens Schröder, der Ortsbürgermeister von Hakenberg. Dem wolle man sich aber nicht verschließen. Schließlich gehe es darum, eine neue Technologie zu unterstützen. Dem stimmte Mathias Perschall (SPD) zu. Kultur sei auch nicht gewinnbringend, sagte der Fehrbelliner. Doch solle die Gemeinde bei neuen Techniken mit gutem Beispiel voran gehen. Dem stimmten die Abgeordneten zu, es gab nur zwei Enthaltungen.

90 Prozent „tanken“ wohl zu Hause

Laut Gerlach sollen die Ladesäulen mit einem „Parkplatzerkennungssystem“ ausgestattet werden. Damit könnten Nutzer schon im Voraus sehen, ob ein Ladeplatz frei ist. Je Ladesäule können zwei Autos oder zwei E-Bikes gleichzeitig ihre Batterien aufladen. Bezahlt wird mit einer speziellen Ladekarte oder mit der EC- oder Kreditkarte. Die Stadtwerke gehen davon aus, dass die Ladesäulen vor allem von Touristen genutzt werden. 90 Prozent der Besitzer von Elektroautos „tanken“ derzeit zu Hause oder an ihrer Arbeitsstelle, so Gerlach.

Von Andreas Vogel

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