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Fehrbellin Die Feuerwehr feiert groß Geburtstag
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Die Feuerwehr feiert groß Geburtstag
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14:59 17.06.2018
Der  Umzug durchs Dorf mit alter und neuer Technik., und mit einer beeindruckenden Schar von Feuerwehr-Aktiven. Quelle: Peter Lenz
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Manker

Wer am Samstag den Ort Manker besuchte, glaubte sicher im ersten Augenblick, dass hier das halbe Dorf in Flammen stehen muss. Mehr als 15 Einsatzwagen, Löschzüge und ein Hubrettungsfahrzeug waren im Ort zusammengezogen worden, um einen vermeintlichen Hausbrand mit mehreren Verletzten zu löschen und die Personen aus den Flammen zu retten.

Das ganze Dorf war auf den Beinen, als die Feuerwehr Manker am Samstag ihren 110. Geburtstag feierte. Löschangriffe, Festumzug, Blaskapelle und jede Menge neuer und alter Feuerwehrtechnik – es war alles da, was das Herz der Feuerwehrfans höher schlagen lässt.

Mitten im Geschehen auch Wolfgang Gaetke, ein Feuerwehr-Urgestein. Er ist eigentlich bereits Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Manker, aber bei dieser Großübung anlässlich des 110-jährigen Bestehens der Wehr will er unbedingt dabei sein. „Das lasse ich mir nicht nehmen“, sagt er.

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Gaetke selbst ist die dritte Generation in einer langen Reihe von Feuerwehrleuten in seiner Familie.

Wolfgang Gaetkes Urgroßvater hatte die Truppe im Jahre 1908 mit gegründet, der Vater war jahrelang Wehr- und Wirkungsbereichsleiter und gründete 1964 die erste Jugendfeuerwehr, die er 1968 an den Sohn als neuen Jugendwart übergab. Wolfgang Gaetke übte die Funktion anschließend 42 Jahre aus bevor er wiederum das Amt an seinen Sohn Olaf 2010 übergab, der dieses bis heute ausübt. Und die nächste Generation steht mit Tochter Carolin schon in den Startlöchern.

Die Bürgermeisterin mit dem Feuerwehr-Urgestein Wolfgang Gaetke. Quelle: Peter Lenz

„In dieser Familie ist man Feuerwehrmann oder auch -frau von Geburt an“, meint Wolfgang Gaetke und bringt es auf den Punkt: „Die Feuerwehr liegt unserer Familie im Blut“.

Auch bei der Übung am Samstag sind wie selbstverständlich alle Gaetkes dabei. So moderierte Sohn Olaf das Geschehen für die Zuschauer, und Enkeltochter Carolin als Mitglied der Jugendfeuerwehr war mit den anderen Jugendlichen für die Versorgung der Verletzten zuständig. Enkeltochter Nele spielt eine der Verletzten.

Insgesamt eine eindrucksvolle Vorführung aller Einsatzkräfte der sieben beteiligten Wehren aus Garz, Lüchfeld, Fehrbellin, Protzen/ Walchow, Beetz Sommerfeld, Wall und Neuruppin Süd. Ebenso eindrucksvoll auch der anschließende Festumzug vom Stöffiner Weg bis hin zum Festplatz.

Maria Schlesing freut sich über ihre Ehrung für 30 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr Quelle: Peter Lenz

Angeführt wurde der Festumzug von der Blaskapelle aus Hohenneuendorf, gefolgt von der Jugendfeuerwehr, den Aktiven der einzelnen Wehren und der Alters- und Ehrenabteilung. Mittendrin die Bürgermeisterin der Gemeinde Fehrbellin, Ute Behnicke.

In Ihrer anschließenden Ansprache auf dem Festplatz würdigte Behnicke noch einmal die Arbeit und das Engagement der einzelnen Feuerwehrleute und insbesondere jenes von Wolfgang Geatke, der auch noch an diesem Tag seinen 71. Geburtstag feierte. Behnicke bezeichnete ihren ehemaligen Leiter des Ordnungsamtes einmal als „Mister Feuerwehr“, einen Namen, den er bis heute behalten hat.

Nachwuchs: Der Drittklässler Domenik Jean Schröter gehört auch schon zur Wehr und ist stolz darauf. Quelle: Peter Lenz

Weitere Höhepunkte des Festes waren die Ehrungen einzelner Mitglieder und hier insbesondere von Udo Schulz für 60 Jahre und für Maria Schlesing für 30 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr.

Beim anschließendem „Löschangriff“, einem Wettstreit der einzelnen Wehren, einer Tradition besonders in Ostdeutschland. Dabei geht es um Schnelligkeit bei der Kupplung von Schläuchen ( A- Lingen ) und dem Überwinden einer Strecke sowie dem zielgenauen Einsatz des Wasserstrahls.

Sieger bei diesem Wettstreit wurde die Wehr aus Lüchfeld, gefolgt von Fehrbellin und Neuruppin Süd/West. Neben dem leiblichen Wohl standen für die Besucher verschiedene Spiele und Attraktionen wie Bogenschießen, Axtwerfen oder Kistenstapeln zur Verfügung. Mit einer Tanzveranstaltung ging dieser Tag fröhlich zu Ende.

Von Peter Lenz