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Fehrbellin Seefestival bekommt kein Geld
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Seefestival bekommt kein Geld
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15:02 19.12.2018
Mehrfach haben die Wustrauer die historische Seeschlacht in der Vergangenheit zwischen den von dem Knesebeck und von Zieten nachgestellt. Doch der Aufwand ist groß.
Mehrfach haben die Wustrauer die historische Seeschlacht in der Vergangenheit zwischen den von dem Knesebeck und von Zieten nachgestellt. Doch der Aufwand ist groß. Quelle: Peter Geisler/Archiv
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Wustrau

Das Seefestival Wustrau bekommt im nächsten Jahr wohl keinen Zuschuss aus der Gemeindekasse von Fehrbellin. Das Geld, dass die Fehrbelliner dafür eingeplant haben, können sie behalten.

400 Euro sollte der Förderverein von der Gemeinde erhalten. So haben es die Gemeindevertreter jetzt beschlossen. Das Zugeständnis ist ein Kompromiss und war durchaus umstritten. Denn offenbar hatte der Verein seinen Antrag auf Unterstützung zu spät eingereicht; die Frist dafür war bereits abgelaufen.

Ganz absagen wollten die Gemeindevertreter eine der wichtigsten Kultureinrichtungen im Ort auch nicht. Sie sagten 400 Euro zu. Die dürfen aber ausschließlich für die Organisation der Seeschlacht ausgegeben werden, hieß es.

Eine Schlacht auf dem See zum Vergnügen

Die Seeschlacht geht auf eine Überlieferung Theodor Fontanes in den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ zurück. Er beschreibt ein Ereignis im 18. Jahrhundert. 1785 kamen die Söhne der Familien von dem Knesebeck aus Karwe und von Zieten aus Wustrau vom Militär zurück. Und weil sie sich langweilten, entschlossen sie sich, ihre eigene Schlacht zu inszenieren – auf dem Ruppiner See zwischen Karwe und Wustrau.

Mehrfach hatten die Wustrauer das Ereignis in den vergangenen Jahren nachgestellt und sorgen damit stets für große Aufregung.

Die Fehrbelliner Gemeindevertreter waren nun davon ausgegangen, dass es 2019 eine neue Seeschlacht geben soll.

Neue Inszenierung ist nicht vorgesehen

„Aber das ist nicht geplant“, stellt Christian Klein vom Förderverein des Seefestivals verwundert klar. Selbst wenn eine stattfinden würde, wären die 400 Euro von der Gemeinde nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Schon 2005 waren die Kosten und die Auflagen von Behörden so groß, dass klar war: Eine weitere Seeschlacht ist kaum zu machen. 10.000 Euro wären dafür wohl mindestens nötig, schätzt Christian Klein. Hinzu kommen Forderungen er Schifffahrtsbehörde, etwa nach moderner Beleuchtung für alle Schiffe, die eigentlich historisch aussehen sollen. Eine neue Seeschlacht ist nicht in Sicht.

Für einen anderen Zweck darf der Förderverein das Geld der Gemeinde aber nicht ausgeben. Also wird er es wohl gar nicht erst in Anspruch nehmen.

Von Reyk Grunow