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Fehrbellin Extrem seltene Perückenricke erlegt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Extrem seltene Perückenricke erlegt
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16:59 17.05.2019
Ist es ein Perückenbock oder eine Perückenricke? Das ist nicht zu hundert Prozent klar. Fest steht aber, dass es ein ganz besonderes Tier ist, das die beiden Jäger bei Linum erlegten. Quelle: E-Mail-MVD
Linum

Wie einen Sechser im Lotto empfindet Georg Kamrath sein Erlebnis im Linumer Jagdrevier. „Plus Zusatzzahl“, ergänzt er schnell. Denn: Wer sieht schon mal einen Perückenbock in freier Natur und nicht nur als Trophäe? Oder eine Perückenricke? Wer hat’s schon mal geschossen?

Der frühere und auch der aktuelle Chef des Kreisjagsverbands jedenfalls nicht. Kamraths Jagdmentor, der seit seit Jahrzehnten Jäger ist, hat ein solches Tier ebenfalls noch nie gesichtet. Geschweige denn erlegt. Und auch der Opa von Nico Filinski, der seit über 50 Jahren jagt, muss passen.

Filinski aber, der aus Neubrandenburg kommt und sich jetzt in Kunsterspring zum Forstarbeiter ausbilden lässt, hat ein derartiges Wild erlegt. Und der junge Neuruppiner Kamrath war dabei, berichtet er.

Krankheit führt zum Tod

Bei einem Perückenbock handelt es sich um ein Tier mit einer krankhaften Wucherung aus ständig weiterwachsendem Knorpelgewebe am Kopf. Zu dieser auch Bischofsmütze genannten Abnormität kommt es durch eine hormonelle Störung, wie der junge Neuruppiner erklärt. Die Krankheit, die zum Tod führt, komme sehr selten vor, zumal bei weiblichen Exemplaren.

Der Rarität auf die Spur gekommen, sind die beiden jungen Jäger, als sie vor einigen Tagen einen schwachen Bock im Linumer Bruch abschießen wollten. Von seiner besonderen Kopfbedeckung wussten sie da noch nichts. Stunden warteten sie, fast wollten sie aufgeben, weil nur Feldhasen und ein Entenpärchen in Sicht waren, da sah Filinski das Tier – und die hochgewachsene Perücke. Er schoss – aus Mitleid.

Das bei Linum erlegte Tier. Quelle: Privat

Als die beiden 33-Jährigen den Rehbock begutachteten, fiel ihnen auf, dass das Tier statt weibliche Geschlechtsteile und Gesäuge hatte. Sprich: dass der vermeintliche Bock vermutlich eine Ricke ist.Und zwar eine Perückenrücke, was den Seltenheitswert noch einmal steigert. Um ganz sicher sagen zu können, dass es sich um ein weibliches Reh handelt, hätten die beiden Jäger sich aber auch die inneren Organe anschauen müssen. „In der Aufregung haben wir das aber nicht gemacht“, gibt Kamrath zu.

Dass sie das weibliche Tier trotz derzeit herrschenden Schonzeit geschossen haben, sei richtig gewesen. „Wir haben die Ricke von Leiden erlöst.“ Zumal das Tier auch noch an einer weiteren schweren Krankheit litt.

Für ihn und seinem Jagdkollegen hat dieses einmalige Erlebnis aber auch eine Kehrseite. Klar, werde das besondere Tier von einem Präparator zu einem ganz besonderen Erinnerungs- und Anschauungsstück bearbeitet. „Eigentlich ist die Perücke aber nur bitter für die Tiere, da sie daran verenden“, sagt Kamrath.

Ähnlich sieht den Fall Tobias Wagner. „So etwas ist ein Erlebnis, das man als Jäger nur einmal hat“, sagt der Chef des Kreisjagdverbands Ostprignitz-Ruppin. „Eine solche Jagdtrophäe ist ein Blickfang, weil das Tier absolut nicht der Norm entspricht.“ Er persönlich allerdings habe ein bisschen Bauchschmerzen damit, da das Besondere eben auf eine Krankheit zurückzuführen ist.

Von Celina Aniol

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