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Fehrbellin Marie Goslich – Redakteurin und Fotografin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Marie Goslich – Redakteurin und Fotografin
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13:30 14.07.2019
Kuratorin Anna Ogdowski führt die Gäste des Geschichtskreises Bollensdorf durch die Sonderausstellung im Wustrauer Museum. Quelle: Cornelia Felsch
Wustrau

„Haben Sie schon einmal etwas von Marie Goslich gehört?“ Mit einem Kopfschütteln beantworten die Besucher die Frage der Kuratorin Anna Ogdowski, die am Sonnabend die Besucher des Brandenburg-Preußen-Museums Wustrau durch die Sonderausstellung führt. „Uns ging es ebenso“, gesteht sie.

„Wir kannten die Dame auch nicht, bis wir von einer Ausstellung über sie erfuhren. Wir begannen. uns intensiv mit Marie Goslich zu beschäftigen, haben gelesen, geforscht und gegraben und sind immer wieder auf neue Dinge gestoßen.“

Für die Ausstellungsgestalter taten sich immer mehr Fragen auf. Die Schau nahm immer größere Dimensionen an. Für die beiden Kuratorinnen Claudia Krahnert und Anna Ogdowski wurde es wichtig, die vielfältigen Begabungen zu zeigen – eingebunden in die historische Entwicklung und das Leben der Menschen.

Tochter aus gutem Hause

Marie Goslich wurde 1859 in Frankfurt an der Oder geboren. Sie war das Jüngste von vier Kindern. Die Familie lebte in gut bürgerlichen Verhältnissen. Die Eltern starben allerdings früh. Das väterliche Erbe von 42 000 Goldmark ermöglichte der Tochter Marie sowie ihrer Schwester eine Ausbildung und ein standesgemäßes Leben.

Marie Goslich besuchte ein Lehrerinnenseminar. In einem Schweizer Pensionat erhielt sie anschließend Unterricht in Sprachen, Musik und Schneidern und bereitete sich auf das Lehrerinnenexamen vor. 1882 kehrte sie in ihre brandenburgische Heimat zurück. Zu jener Zeit veröffentlichte Theodor Fontane gerade den vierten Band seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“.

1892 kam sie zum ersten Mal nach Geltow beziehungsweise Baumgartenbrück, wo sie später dauerhaft wohnte. Sie begann als Journalistin, Autorin, Malerin und Fotografin zu arbeiten. In Baumgartenbrück traf sie Menschen, die sie inspirierten, hier tauschte sie sich mit havelländischen Malern aus.

Aufbruch in die Moderne

In der Landschaft am Schwielowsee suchte sie nach Bild-Motiven und nach Themen für ihre journalistischen Texte. Themen wie Landwirtschaft, Fischerei, die Natur und die Frauen lagen ihr am Herzen. 1905 entstand ihre erste Fotoreportage über den Spreewald. Der Aufbruch in die Moderne prägte ihre Arbeit.

Erste Autos bestimmen das Straßenbild, die Menschen flüchten auf das Land – spielen Tennis am Strand und betreiben Gymnastik auf den Waldwegen. Marie Goslich schreibt Artikel über Wintersport, Turnunterricht, Schlittschuhläufer und die Körperkultur der berufstätigen Frau. Ihre Artikel erscheinen unter anderem in der „Körperkultur“, einer illustrierten Monatszeitschrift für körperliche Vervollkommnung. „Beim Lesen der Artikel haben wir uns zeitweise kaputt gelacht“, erzählt Anna Ogdowski.

Fotokunst mit Sprüngen

Von ihren Fotografien sind bis heute 410 Glasnegative im Format 13 mal 18 erhalten geblieben. Sie haben in einem Treppenverschlag des Gasthauses in Baumgartenbrück den Zweiten Weltkrieg überstanden. „Mit den Kratzern und Sprüngen wirken die Aufnahmen sehr authentisch. Wir haben uns deshalb entschlossen, sie nicht retuschieren zu lassen“, sagt die Kuratorin.

Für Besucher wie den Geschichtskreis Bollensdorf eine gelungene Ausstellung, die zum Gedankenaustausch anregt. „Wir sind durch Zufall in diese Ausstellung geraten, aber sind begeistert, vor allem von dem Museum und dem Ort Wustrau“, sagt Annemarie Fahle.

Die Ausstellung „Marie Goslich – Aufbruch aus der Fontane-Zeit“ ist bis zum 8. Dezember im Wustrauer Brandenburg-Preußen-Museum zu sehen.

Von Cornelia Felsch

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