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Fehrbellin Wie eine Kuh die Welt verändert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Wie eine Kuh die Welt verändert
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00:30 01.07.2019
Ein „tierischer Landschaftsarchitekt“: Nördlich von Fehrbellin zieht diese Kuh seit einer Weile alle Blicke auf sich. Quelle: Matthias Anke
Perleberg/Dammkrug

Vom kleinen Kupferstich aus dem 17. Jahrhundert mit Hilfe hochmoderner Sprühdosen im Jahr 2019 riesengroß auf eine ganze Wand übertragen. Wenn der Künstler von damals doch nur erfahren könnte, was die Fachleute von heute so alles drauf haben und mit seinem Werk anstellen!

Solche historischen Ansichten von Perleberg und auch Postkartenmotive an die Wand zu bringen, ist das aktuellste Projekt des Potsdamer Unternehmens „art.efx“. In Perleberg haben sie jetzt auch am Tierpark und nahe dem Museum ihre Spuren hinterlassen.

Auch in Nordwestbrandenburg gibt es mittlerweile flächendeckend künstlerisch bemalte Objekte, darunter mehrheitlich Trafostationen vom Potsdamer Unternehmen „art.efx“, aber auch von anderen Fassadengestaltern.

Und wie so oft ist an mancher Stelle nun kaum noch zu unterscheiden, wo die echte Backsteinwand aufhört und die gemalte beginnt. So, wie einst schon in Barsikow an einem Objekt oder in Zernitz vor der Kita, wo ein Hund und eine Katze täuschend echt im Gebüsch zu sitzen scheinen.

Firma ist bundesweit und international tätig

„Kunst der Verwandlung“ hat sich die im Jahr 2003 gegründete Auftragsfirma längst als Beinamen gegeben. Sinnbild dafür ist beispielsweise auch die Kuh, die an der Landesstraßenkreuzung bei Dammkrug im Norden Fehrbellins einen Vorhang zu ziehen scheint. Wie ein Laken legt sich eine Sommerlandschaft über die Backsteine.

Ein „tierischer Landschaftsarchitekt“: Nördlich von Fehrbellin zieht diese Kuh seit einer Weile alle Blicke auf sich. Quelle: Matthias Anke
„Tierische Landschaftsarchitektur“: Nördlich von Fehrbellin zieht dieses Bild seit einer Weile alle Blicke auf sich. Quelle: Matthias Anke

Was mit den art.efx-Gründern Christian Hipp, Markus Ronge und Ronny Bellovics einst anfing, mündete in ein heute 15-köpfiges Team, darunter drei Azubis. „Wir können viel parallel abarbeiten. Bundesweit sind wir jetzt bei über 3800 Trafostationen, allein auf Usedom sind es fast 500“, erzählt Christian Hipp. Laut dem 38-Jährigen ist in Mecklenburg und Brandenburg das Kerngebiet zu sehen. Dies sei vor allem der Edis als Hauptauftraggeber geschuldet.

Einkaufszentren, Urlaubsresorts und ganze Schiffe

In Perleberg sind solche Aufträge in diesem Stil und zudem erstmals vom Prignitzer Energie- und Wasserversorgungsunternehmen PVU eine Premiere. „Das sind wirklich schöne Motive geworden, immer auch dem jeweiligen Stadtteil angepasst“, freut sich Geschäftsführer Holger Lossin über die Arbeit der Profis.

Christian Hipp ist Mitbegründer der Firma „art.efx“. Hier zeigt er seine Werkzeuge für die Station in Perleberg – Spraydosen. Quelle: Matthias Anke

Die haben in all Jahren schließlich auch schon etliche internationale Projekte von ganzen Einkaufszentren über Urlaubsresorts in der Karibik bis hin zu Schiffen gemeistert. Aber auch zwischen Lindow und Lenzen, Freyenstein und Fehrbellin wollen die Leute von „art-efx“ weiterhin ihre Handschrift hinterlassen.

In der Region sind hin und wieder zudem noch ganz andere Fassadengestalter unterwegs wie zuletzt etwa Steven Karlstedt rund um Blumenthal, Blandikow und Papenbruch oder Patrick Kieper einst beispielsweise in Gumtow. Sie alle machen das Prignitz-Ruppiner Land immer bunter.

Von Matthias Anke

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