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Fehrbellin Sieben Storchenküken in Linum geschlüpft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Sieben Storchenküken in Linum geschlüpft
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00:33 28.05.2018
Der Horst am Kleinen Haus im Storchendorf Linum. Quelle: Peter Geisler
Linum

Sieben junge Adebare sind im Storchendorf Linum bereits geschlüpft. „Drei Küken sind es in unserem Horst“, freut sich Marion Szindlowski, Leiterin der örtlichen Storchenschmiede, die der Nabu unterhält. „Über Pfingsten sind die Kleinen gekommen.“ Weil auf dem Dach der Storchenschmiede eine Kamera installiert ist, kann die Naturschützerin fortlaufend in die Kinderstube der Vögel sehen.

Außer in der Storchenschmiede gibt es weitere Horste, die unter digitaler Beobachtung stehen. Jeden Morgen klickt Marion Szindlowski daher zuerst auf Storchen-TV und sieht nach dem Rechten. Diese Einblicke erhalten auch die Besucher der Ausstellung.

Die Küken sind dauerhungrig Quelle: dpa-Zentralbild

Nach dem Kamerablick in der Storchenschmiede blickt sie auf das Dach der Naturschutzstation Rhinluch.„Der Horst der Naturschutzstation ist auch besetzt. Das Weißstorchpaar dort war mit als erstes in dieser Saison zurück“, erklärt die Leiterin der Storchenschmiede. Da der Nachwuchs zu lütt ist, um über den Horstrand zu sehen, ruft Szindlowski bei den Kollegen drüben an.

Danach berichtet sie hocherfreut: „Zwei Küken bewegen sich im Horst. Am Pfingstmontag sind sie gekommen.“

„Das zappelt eins!“

Und was gibt es Neues auf dem Dach der „Landpension Adebar“? „Da müsste sich mittlerweile auch schon was getan haben. Bisher saß immer der Altvogel mitten im Nest, wenn ich geschaut habe. Daher konnte ich wenig erkennen.“

An diesem Tag hat sie bei ihrer Sichtung mehr Erfolg. Aufmerksam beobachtet sie, was sich vor der Kamera abspielt. Kurz ist es still, dann erzählt sie aufgeregt: „Da zappelt eins. Und ich kann ein weiteres Ei erkennen.“ Wiederholt hält sie inne und registriert: „Nein, ich sehe zwei Köpfe.“ Macht derzeit also sieben Storchenbabys, die in Linum bei Fehrbellin zur Welt gekommen sind.

„Manche Alten hocken aber noch auf Eiern“, sagt Marion Szindlowski. Auch im Horst der Storchenschmiede befinden sich weitere zwei Eier mit Vogelnachwuchs. Von den insgesamt 16 Horsten in Ort seien gut die Hälfte besetzt mit Brutpaaren, meint die Naturschützerin und zählt auf: „Am Ortseingang hat sich im Elektrikerhorst ein Storchenpaar niedergelassen. Allerdings spät.

Die Küken sind so groß wie eine Faust

Erst Anfang Mai wurden dort Eier gesichtet. Der Horst an der Kirche ist besetzt, der auf dem Restaurant ,Kleines Haus’ auch, außerdem der in der Naturschutzstation, an der „Landpension Adebar“, am Torfstecherhorst runter zu den Teichen, am Bäckerhorst, und am Dolzmannhorst, hinten am Friedhof.“

„Noch sind die Küken ganz hell und relativ grau. Sie sind nicht größer als eine Faust“, erklärt Marion Szindlowski.

Bis die Storchenbabys erste Flugversuche wagen können, wird noch etwas Zeit vergehen. 55 bis 60 Tage dauert es, dann ist ein frisch geschlüpfter Storch kräftig und gefiedert genug dafür.

Vogeleltern hätten es nicht einfach, ihren Nachwuchs durchzubringen und seien dabei stark vom Wetter abhängig, meint die Nabu-Stationsleiterin: „Wir hoffen, dass die diesjährige Saison besser wird als die letzte. Wegen des vielen Regens gab es zwar viel Nahrung, aber viele Küken überlebten die Wassermassen nicht und es war zu kalt.“

Storch mit Nachwuchs in Rossow – hier aus dem Glockenturm heraus fotografiert. Quelle: privat

Nur drei Paare bekamen ihre Küken groß. Fünf Jungstörche wurden flügge. Szindlowskis Wunsch: Es darf nicht schütten wie aus Kübeln, solange die Küken klein sind und wenig Widerstandskräfte haben. Dann besteht die Gefahr, sie verklammen und erfrieren.

„Dieses Jahr wiederum ist es bisher zu warm. Das ist auch nicht gut“, erklärt Marion Szindlowski. „Wenn der Boden zu trocken ist, gibt es keine Regenwürmer und kleine Insekten. Damit ernähren die Vogeleltern aber ihre Küken.“

Bei Dürre graben sich diese Tierchen tiefer in die Erde. Die Naturschützerin hofft auf Landregen: „Kurze Schauer. Das schadet den Küken nicht. Dauerregen dagegen schon. Am besten wäre es gewesen, wenn es schon mal geregnet hätte, als die Alten gebrütet haben.“

Der Nachwuchs frisst den Eltern die Haare vom Kopf

Der Nachwuchs frisst den Storcheneltern förmlich die Haare vom Kopf, da er dauerhungrig ist. Frisch geschlüpfte Küken bekommen Regenwürmer und kleine Insekten. Beides gäbe es im Moment noch, weiß Marion Szindlowski aus eigener Erfahrung: „Ich habe im Garten einen Starenkasten. Die Eltern füttern ihre Jungen derzeit mit Regenwürmern und finden auch noch welche.“ An Nahrung mangelt es demnach noch nicht.

Anders kann es werden, wenn der Regen ausbleibt und die Küken zu Jungvögeln heranwachsen. In einer bestimmten Wachstumsphase, ähnlich der Pubertät bei Jugendlichen, müssen Klapperstörche täglich zwischen 1000 und 1500 Gramm Nahrung haben. Der Altvogel selbst braucht pro Tag zwischen 500 und 700 Gramm Futter. Das sind 500 Regenwürmer oder 16 Mäuse.

In der Not werfen die Eltern ihre Küken aus dem Nest

Zimperlich geht Adebar nicht mit seinem Nachwuchs um, wenn das Futter knapp wird. Dann werfen Störche aus Überlebenstrieb ihre hungrigen Küken auch schon mal aus dem Nest. Marion Szindlowski hofft für diese Saison auf das passende Wetter, damit in dieser Saison so viele Jungvögel wie möglich flügge werden und sich keine Dramen wie letztes Jahr abspielen.

Die Storchenschmiede ist an Wochenenden immer von 12 bis 18 Uhr geöffnet sowie mittwochs bis freitags von 10 bis 16 Uhr. Eine Ausnahme gibt es an diesem Sonnabend, 26. Mai. Da ist wegen einer geschlossenen Veranstaltung für Besucher nicht geöffnet.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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