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Fehrbellin Silberschatz im Brandenburg-Preußen-Museum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Silberschatz im Brandenburg-Preußen-Museum
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00:47 23.04.2018
Der Alte Fritz und andere berühmte Preußen im Museum.
Der Alte Fritz und andere berühmte Preußen im Museum. Quelle: Geisler
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Wustrau

Das Zietendorf Wustrau ist immer einen Besuch wert, insbesondere für Geschichtsinteressierte. Am 29. September 2000 eröffnete der einstige Privatbankier Ehrhardt Bödecker sein privates Brandenburg-Preußen Museum. Es vermittelt Einblicke in die wechselvolle brandenburgisch-preußische Geschichte. Zu sehen sind unter anderen eine Porträtgalerie aller Kurfürsten, Könige und Kaiser der Hohenzollern.

Die Ausstellung, so wollte es der Museumsgründer, stellt insbesondere die zivilen und humanistischen Leistungen des preußischen Staates in den Mittelpunkt wie die Einführung der allgemeinen Schulpflicht oder des Allgemeinen Landrechts für Preußen, dem Vorläufer des Zivilgesetzbuches. Regelmäßig gibt es wechselnde Sonderausstellungen – wie „Preußen und die Bildung”, „Preußens Frauen” oder „Schätze der Reichsdruckerei” in der Vergangenheit.

Derzeit läuft die Ausstellung „Germania Slavica und der Lebuser Silberschatz“. Es geht um die frühe brandenburgische Geschichte, die von Einwanderern geprägt ist. Slawen begannen im siebten Jahrhundert, die Region zu besiedeln. Ihre Nachkommen sind die noch heute in der Lausitz und im Spreewald lebenden Sorben. Von der Geschichte erzählen Ausstellungsstücke wie Gefäße und Gürtelhaken – und der Lebuser Silberschatz.

Im Museum gibt es ständig wechselnde Sonderschauen

Lebus liegt an einer Oderfurt und war damals ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Im elften Jahrhundert vergrub ein reicher slawischer Händler dort seinen Schatz, bestehend aus über 2000 sächsischen und magdeburgischen Silbermünzen. Er wurde 2015 von einem Hobby-Archäologen entdeckt und ist nun ebenfalls im Museum zu sehen.

Außerdem werden die wohl berühmtesten Kunstfälschungen der preußischen Geschichte gezeigt: Die „Prillwitzer Idole“ – slawische Götzenbilder. Diese entpuppten sich erst hundert Jahre nach ihrer Entdeckung im Jahr 1750 als Fälschungen, wird erklärt.

Die Sonderausstellung ist bis zum 16. September zu sehen. Das Museum hat von dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Dagmar Simons