Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Fehrbellin Kakaofabrik zahlt mehr Lohn
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Kakaofabrik zahlt mehr Lohn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:15 23.02.2019
Lange hatten die Mitarbeiter einen Tarifvertrag gefordert.
Lange hatten die Mitarbeiter einen Tarifvertrag gefordert. Quelle: Peter Geisler
Anzeige
Fehrbellin

Der Arbeitskampf hat sich gelohnt: Die Mitarbeiter der Kakaofabrik in Fehrbellin bekommen künftig tatsächlich mehr Geld. Es sei nach monatelanger Verhandlung gelungen, für das Unternehmen, das offiziell Tulip Cocoa FB heißt, einen Tarifvertrag abzuschließen, meldet die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG).

Danach können viele der rund 100 Beschäftigten in dem Fehrbelliner Werk mit deutlich mehr Lohn in den kommenden drei Jahren rechnen. Für einzelne Gruppen von Mitarbeitern steigt er zwischen zwölf und 14 Prozent.

Außerdem wurden im Tarifvertrag unter anderem ein gesichertes Weihnachtsgeld vereinbart sowie Zuschläge für Mehrarbeit, Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit. Zudem zahlt das Unternehmen erstmals Urlaubsgeld und gewährt für seine Angestellten in Schichtarbeit ab 2019 einen freien Tag, ab 2020 zwei Tage, so die NGG.

Der Haustarifvertrag gilt rückwirkend ab 1. Januar, bestätigt Anne Berges, die die Kakaofabrik leitet. Seit September liefen die Verhandlungen dazu. Mehrfach hatten die Mitarbeiter mit Warnstreiks für einen Vertrag demonstriert.

Schrittweise näher an den Flächentarif

Erst seit 2017 arbeitet die Kakaofabrik nach einer Insolvenz unter dem Namen Tulip Cocoa. „Wir sind ein junges Unternehmen“, sagt Anne Berges. Entsprechend schwer falle die vereinbarte Lohnerhöhung auch. Aber das Unternehmen habe sich bewusst entschieden in den Standort zu investieren und in seine Mitarbeiter.

Auch mit dem jetzt ausgehandelten Haustarif verdienen die meisten Mitarbeiter weniger als im Flächentarifvertrag der Süßwarenindustrie vorgesehen. Er sei aber eine schrittweise Annäherung, heißt es von Geschäftsführung und NGG.

Von Reyk Grunow

Fehrbellin Erneuerbare Energien - Solarpark auf alter Deponie
20.02.2019