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Fehrbellin Tierquälerei: Kreis wartet auf Filmaufnahmen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Tierquälerei: Kreis wartet auf Filmaufnahmen
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00:28 26.11.2018
Bei der Hakenberger Fleisch GmbH Hakenberg, Hafleg, wird seit Bekanntwerden der Filmaufnahmen Anfang November nicht mehr geschlachtet.
Bei der Hakenberger Fleisch GmbH Hakenberg, Hafleg, wird seit Bekanntwerden der Filmaufnahmen Anfang November nicht mehr geschlachtet. Quelle: Peter Geisler
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Hakenberg/Neuruppin

Mit Verwunderung hat der Landkreis auf Berichte reagiert, wonach eine anwesende Tierärztin bei der Hafleg in Hakenberg nicht ausreichend gegen Tierquälerei eingeschritten sein soll, die dort von Mitarbeitern praktiziert wurde. Dieser Vorwurf könne „derzeit nicht bestätigt werden“, sagte Sprecherin Britta Avantario am Donnerstag.

Allerdings warte der Landkreis noch immer auf das ungekürzte Filmmaterial der Tierschutzorganisation Animal Rights Watch (Ariwa). Diese hatte am 30. Juli und 1. August versteckte Kameras bei der Hafleg in Hakenberg aufgehängt.

Nicht fachgerecht betäubt

Die an den beiden Tagen gemachten Aufnahmen zeigen, wie das Bolzenschussgerät zum Betäuben der Tiere nicht fachgerecht eingesetzt wird. Bei acht von insgesamt 24 Rindern hat es demnach nur mangelhafte Betäubungen gegeben.

Ariwa hatte dem Kreis und der Öffentlichkeit Anfang November ein fünfminütiges Video zur Verfügung gestellt. Dabei ist zu sehen, dass eine Frau, vermutlich die Tierärztin, die Schlachter mehrfach energisch auffordert, die Rinder richtig zu betäuben.

Der Kreis will weitere Filmaufnahmen

Das Veterinäramt habe aber bereits am 9. November die Tierschutzorganisation um das Übermitteln der unbearbeiteten und ungeschnittenen Filmaufnahmen gebeten, so Avantario. Ariwa habe jedoch bisher nur einige weitere Sequenzen zur Verfügung gestellt.

„Wir sind an einer vollständigen Aufklärung des Sachverhalts sehr interessiert“, betonte die Kreissprecherin. Würde es Anhaltspunkte dafür geben, dass Mitarbeiter des Veterinäramtes bei rechtswidrigen Handlungen nicht eingegriffen hätten, „werden auch hier entsprechende Maßnahmen eingeleitet“, so Avantario.

Der Staatsanwalt ermittelt

Nach Bekanntwerden der Aufnahmen hatte das Amt mehreren Mitarbeitern der Hafleg die Genehmigung zum Schlachten entzogen. Zudem ermittelt seitdem die Staatsanwaltschaft Neuruppin gegen mehrere Personen wegen des Verdachtes, dass sie gegen den Tierschutz verstoßen haben. Geschlachtet wird bei der Hafleg in Hakenberg seit Anfang November nicht mehr.

Von Andreas Vogel

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