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Fehrbellin Zwei Frauen aus dem Ruppiner Land auf Madeira verunglückt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Zwei Frauen aus dem Ruppiner Land auf Madeira verunglückt
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13:16 24.04.2019
Der Bus mit den deutschen Urlaubern ist am Mittwoch vor Ostern eine Böschung hinabgestürzt.
Der Bus mit den deutschen Urlaubern ist am Mittwoch vor Ostern eine Böschung hinabgestürzt. Quelle: imago
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Linum

Die Bilder des tragischen Unfalls auf der portugiesischen Urlaubsinsel Madeira gingen vor einer Woche um die Welt: Ein Bus mit mehr als 50 Insassen war bei einem Ausflug in die Inselhauptstadt Funchal einen Hang hinabgestürzt und gegen ein Haus geprallt.

Mindestens 29 Deutsche starben bei dem Unglück. Jetzt steht fest, dass es auch Opfer aus Brandenburg gibt.

Eine 55 Jahre alte Frau und ihre Mutter aus Linum (Gemeinde Fehrbellin) sind bei dem Unfall am vergangenen Mittwochabend verunglückt. Inzwischen ist es traurige Gewissheit: Nach MAZ-Informationen sind beide Frauen an ihren Verletzungen gestorben.

Auch der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa hat am Unglücksort getrauert. Mindestens 29 Deutsche sind bei dem Busunfall in der Nähe der Inselhauptstadt Funchal ums Leben gekommen. Quelle: Armando Franca/AP

In dem Heimatdorf von Mutter und Tochter, die zusammen auf einem Grundstück lebten, ist die Bestürzung groß. „Wir sind alle sehr, sehr traurig“, sagt die Linumer Ortsvorsteherin Wilma Nickel auf Anfrage der MAZ.

Unglücke wie der Busunfall auf Madeira oder die Terroranschläge auf Sri Lanka seien so weit weg – und plötzlich doch so nah, wenn die Opfer aus der Nachbarschaft kommen. „Dieses Busunglück geht uns besonders nahe. Ich merke, dass das ganze Dorf betroffen ist“, sagt Wilma Nickel.

Der Osterurlaub wurde zur Tragödie

Mutter und Tochter hatten sich sehr auf den gemeinsamen Urlaub gefreut – und extra dafür gespart. Für sie ist der Osterurlaub zur Tragödie geworden – und auch für ihre Angehörigen. Die emsige Frau, die am Heiligabend 55 Jahre alt geworden ist, hinterlässt zwei erwachsene Kinder.

Sie stammt ursprünglich aus dem Nachbarlandkreis Oberhavel und hatte gleich mehrere Jobs. Auch ihre Mutter galt als fleißig und engagiert: Sie soll sich bei den Landfrauen eingebracht haben.

Kriminalisten nehmen DNA-Proben in den Wohnungen der Opfer

Die Untersuchungen und die Identifizierung der Opfer auf Madeira hatte sich über mehrere Tage hingezogen. Um Gewissheit zu haben, hatten Spezialisten der Kriminalpolizei an den Ostertagen in den Wohnungen der Opfer DNA-Proben und Fingerabdrücke genommen – auch in Linum.

Während die Verletzten bereits nach Deutschland geflogen wurden, sind die Toten noch nicht überführt worden. Sie sollen in den nächsten Tagen nach Frankfurt/Main gebracht werden.

Große Trauer: Viele Menschen nahmen über Ostern an der Unglücksstelle im Süden der Insel Abschied von den Getöteten. Quelle: Amando Franca/AP

An der Unglücksstelle im Süden der Insel hatte auch der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa Anteil genommen. Er hatte eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Auch Außenminister Heiko Maaß war nach Madeira gereist.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik hat noch keine Angaben zur tatsächlichen Zahl der brandenburgischen Todesopfer gemacht.

Von Katharina Kastner