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Ostprignitz-Ruppin Geld für Gemeindehaus ist da
Lokales Ostprignitz-Ruppin Geld für Gemeindehaus ist da
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14:07 11.09.2019
So soll das künftige Dorfgemeinschaftshaus in Gnewikow aussehen. Quelle: Niese Hochbauplanung
Gnewikow

Mit einem Smiley kommentierten die anderen seine Whatsapp-Nachricht in der Ortsbeirat-Gruppe, dass nun wirklich Geld für den Dorftreff in Gnewikow da ist. „Wir haben uns schon gefreut“, sagt Ortsvorsteher Olaf Matschoss. „Richtig gejubelt haben wir aber nicht.“

Zu tief sitze der krampfhafte Kampf um das Dorfgemeinschaftshaus der letzten Jahre. „Das hat uns ein bisschen abstumpfen lassen“, bestätigt Matschoss’ Stellvertreter Steven Kranz. „Wir sind gebrannte Kinder.“ Und sich im Ortsbeirat einig, dass sie erst dann den Erfolg richtig genießen, wenn das Haus tatsächlich steht.

Das Fördergeld ist jetzt da

Ende 2020 soll es soweit sein, hofft Matschoss. Die Neuruppiner Stadtverwaltung geht davon aus, dass das Gebäude ab März kommenden Jahres gebaut wird. Und dass die Baustelle, für die das Land nun 282 000 Euro aus dem Förderprogramm Leader überweisen will. Insgesamt soll der künftige Treffpunkt für Vereine oder den Ortsbeirat mit Blick auf den Ruppiner See 376 000 Euro kosten.

Der Bescheid über die Hilfszahlung vom Ministerium für ländliche Entwicklung kam Ende August im Rathaus an, so Stadtsprecherin Michaela Ott. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten ausgeschrieben und beauftragt werden.

Boom in der Baubranche als Gefahr

Doch genau an diesem Punkt sieht Kranz mögliche Probleme. Er befürchtet, dass die Kommune wegen des anhaltenden Booms in der Baubranche für die Baustelle in ihrem Ortsteil keine Firmen findet.

Oder aber, dass die Unternehmen Preise jenseits von Gut und Böse verlangen könnten – und dass durch die Kostensteigerung bei dem Bau kein Geld mehr für die Ausstattung bleiben würde. Bammel vor einem solchen Szenario hat auch der Ortsvorsteher – aber nur ein bisschen. „Dadurch, dass wir erst 2020 anfangen wollen, haben wir vielleicht doch Chancen, Unternehmen zu finden, die im nächsten Jahr noch nicht verplant sind.“

Altlasten sind da, aber welche?

Damit der Bau starten kann, müssen die Stadtwerke allerdings auch noch etwas tun. Zwar haben sie mittlerweile ein neues Pumpenhäuschen gebaut, das die alte Abwasserpumpstation ersetzt. Denn diese stand just auf dem Gelände, auf dem das neue Dorfgemeinschaftshaus entstehen soll. „Die alte Kläragrube mit dem großen gemauerten Behälter steht dort aber immer noch“, sagt der Vize-Ortschef.

Gerald Brose ist zuversichtlich, dass alles klappt. Der Stadtwerke-Mitarbeiter geht davon aus, dass alle Arbeiten samt Abriss bis Ende Oktober abgeschlossen sind – wenn keine Überraschungen auftauchen. Doch das ist möglich. Schließlich stammen die alten Klärgruben noch aus DDR-Zeiten. Planunterlagen gibt es nicht mehr. „Wir wissen, dass da was existiert, aber nicht in welchem Umfang.“

Stadtwerke geben viel Geld in Gnewikow aus

Zwar gibt es in der Gesamtsumme der Stadtwerke für die Arbeiten in Gnewikow, die sich auf rund 450 000 Euro belaufen, einen Teil für die Beseitigung der alten Anlagen. Brose hofft aber, dass nicht allzu viele Altlasten zum Vorschein kommen, die diesen Rahmen sprengen würden. Den Bau des Gemeindehauses sieht er aber nicht in Gefahr.

Für Matschoss und Kranz ist es wichtig, dass das Projekt Dorftreff durchgezogen wird. Nicht nur, damit die Gnewikower nach Jahren des Harrens endlich einen Dorftreff bekommen.

Alte Wunden heilen schwer

„Wir sind nicht mehr glaubwürdig im Ort“, beschreibt der Ortsvorsteher die Lage des Ortsbeirats. Schließlich dauere der Kampf um das Gemeinschaftshaus mittlerweile exakt zehn Jahre. Jahre, in denen sich die Dorfgemeinschaft extrem dafür eingesetzt und zum Beispiel die alte Kita entrümpelt habe – im Gegenzug aber nur Versprechen bekam, die nicht eingelöst wurden.

Zwar wurde der heftige Streit mit der Stadt beigelegt. So richtig glauben, dass der Ortsbeirat einen Erfolg erzielt, können es die Leute im Dorf aber nicht mehr, erzählt Kranz. „Die sagen: Ihr redet nur.“ Er hofft, dass sich das wieder ändert – wenn das Haus steht.

Von Celina Aniol

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