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Ostprignitz-Ruppin Freie-Heide-Schild überklebt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Freie-Heide-Schild überklebt
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00:17 02.10.2016
Das Plakat gegen Flüchtlinge  ließ sich   entfernen.
Das Plakat gegen Flüchtlinge ließ sich entfernen. Quelle: Privat
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Kyritz

Ende voriger Woche wurden zahlreiche Ortseingangsschilder im Westen und Norden Brandenburgs über Nacht mit 40 mal 60 Zentimeter großen, fremdenfeindlichen Plakaten überklebt. In schwarzer Schrift auf gelbem Grund gedruckt stand darauf zu lesen: „Bitte flüchten Sie weiter. Es gibt hier nichts zu wohnen. Refuguees not welcome“. Zu Deutsch: Flüchtlinge nicht willkommen. Auch Aufkleber komplett in englischer Sprache, auf denen Flüchtlinge aufgefordert werden, ihre Familien nach Hause zu bringen – Richtung Afrika – tauchten auf.

Die Kyritzerin Kornelia Diekers-Conraths entdeckte kürzlich ersteres Modell und erstattete am Mittwoch dieser Woche nun Anzeige bei der Polizei wegen Sachbeschädigung. „Das Plakat klebte auf einem Freie-Heide-Schild am Kyritzer Ortseingang an der Perleberger Straße.“ Zur Polizei ging sie vor allem, weil das Schild ihres ist beziehungsweise auf ihre Initiative hin einst aufgestellt wurde. Weil es von dem Aufkleber jedoch nicht beschädigt wurde, konnte die Polizei lediglich eine Ordnungswidrigkeit aufnehmen.

Eine konzertierte Aktion

Landesweit zählte die Polizei weit über 100 solcher Plakate. Sie machte als Schwerpunkt der offenbar gut vorbereiteten und konzertierten Aktion Potsdam und Potsdam-Mittelmark aus, aber auch im Havelland, der Prignitz und eben in Ostprignitz-Ruppin wurden mehrere Ortstafeln verunstaltet.

Der MAZ hatte Markus Klein vom Mobilen Beratungsteam, das Kommunen im Kampf gegen Rechtsextremismus berät, erklärt, dass es nicht das erste Mal ist, dass in Brandenburg so etwas vorkommt. „Diese Aktionsformen sind nicht unüblich“, sagte er: „Freie Kameradschaften haben schon öfter Ortsschilder überklebt. Es gab auch schon ähnlich gelagerte Anschläge auf Wahlplakate.“ Die gelben Aufkleber mit dem Spruch „Bitte flüchten Sie weiter“ seien zudem beliebte Artikel in rechtsextremen Online-Shops. Dass es in Kyritz ein Heide-Schild traf, ist dabei eher ungewöhnlich. Von anderen oder weiteren überklebten Schildern in der Knatterstadt wurde bislang nichts bekannt.

Von Matthias Anke

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