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Ostprignitz-Ruppin Frisches Brot durch Bienenwachs
Lokales Ostprignitz-Ruppin Frisches Brot durch Bienenwachs
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07:14 28.01.2018
Georg Güthenke wickelt sein Brot im selbst hergestellten Bienenwachstuch ein. So hält es sich lange frisch. Quelle: Cornelia Felsch
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Neuruppin

Man nehme ein Bio-Baumwolltuch, erwärme es und tränke es mit Bienenwachs, das mit einigen Tropfen Jojoba-Öl vermischt wird. Fertig ist ein nachhaltiges Verpackungsmaterial, das Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Käse oder Brot lange frisch hält. „Wir haben uns überlegt, was wir zum Thema Nachhaltigkeit in unserer Welt privat tun können“, sagt der Neuruppiner Georg Güthenke. Recherchen und Experimente brachten den 22-Jährigen und seine Freundin Victoria Mihm auf die Idee, ein ökologisches Verpackungsmaterial herzustellen. Ihr Produkt verschenkten sie erst einmal an Freunde, die begeistert waren. Für ihr Bienenwachstuch erhielten sie nun auf der Grünen Woche den Pro agro-Marketingpreis 2018.

49 Teilnehmer aus den Kategorien Ernährungswirtschaft, Direktvermarktung und Naturtourismus hatten sich beworben. Ihre Ideen wurden von einer Fachjury bewertet. Die beiden Neuruppiner erhielten den ersten Preis in der Kategorie Direktvermarktung.

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Für die Idee gab es den Pro agro-Marketingpreis 2018

Das Thema Ökologie und Nachhaltigkeit bewegt Georg Güthenke schon länger. „Ich habe Betriebswirtschaft studiert, aber die Inhalte des Studiums bezogen sich vorwiegend auf das 20. Jahrhundert“, sagt er. „Sie sind nicht mehr aktuell. Deshalb bleibt einem nichts weiter übrig, als selbst etwas auszuprobieren.“ Mit seiner Freundin, die an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde studiert, hat er die richtige Partnerin für innovative Ideen gefunden. Das Bienenwachs ist in seiner Kulturimkerei, die Georg Güthenke seit fünf Jahren im Nebenerwerb betreibt, ausreichend vorhanden. Das Wachstuch, in das er ein Brot eingewickelt hat, ist flexibel und lässt sich gut verformen. „Das Material hat antibakterielle Eigenschaften und ist über lange Zeit wiederverwendbar“, sagt er. „Durch seine Verformbarkeit bietet es eine vielseitige Nutzung und das in den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens“, heißt es in der Begründung zur Preisverleihung. „Es ist sehr widerstandsfähig und man kann es auch feucht abwaschen“, sagt Georg Güthenke.

Das Wachstuch ist flexibel einsetzbar und waschbar

Die ersten Begegnungen mit den Bienen hatte er bereits als kleiner Junge bei seinem Großvater, später nahm er als Schüler der Evangelischen Schule Neuruppin am Imkerprojekt teil. Mittlerweile hat er elf Bienenvölker, die er nach seiner Philosophie bienengemäß leben lässt. Die Honigmenge steht dabei nicht im Vordergrund, sondern das Wohlbefinden der Bienen. „Honigbienen sind für das Überleben der Menschen unerlässlich. Sie sind ein wichtiges Gut, das wir bewahren müssen“, sagt er.

Die Kulturimkerei befindet sich in der Erich-Mühsam-Straße 14/15 und ist telefonisch unter der Nummer 0152/56 45 99 58 zu erreichen.

Von Cornelia Felsch