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Ostprignitz-Ruppin Giftspray-Aktion beginnt In Fehrbellin und Neustadt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Giftspray-Aktion beginnt In Fehrbellin und Neustadt
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09:53 07.05.2015
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Neuruppin

Der Kampf gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners im Landkreis soll am Donnerstagmorgen in der Gemeinde Fehrbellin beginnen und dann in Uhrzeigerrichtung über Kyritz, das Amt Temnitz, Wittstock, Rheinsberg und Lindow im Bereich Neuruppin enden. „Hoffentlich ist es trocken und nicht böig“, sagte Mathias Wittmoser, Ordnungsamtsleiter der Kreisverwaltung in Neuruppin. Wittmoser und seine Mitarbeiter koordinieren den Einsatz. Dieser soll möglichst bis Christi Himmelfahrt abgeschlossen sein.

Notwendig ist die Aktion, weil sich auch im vergangenen Jahr wieder mehr als 150 Menschen in Ostprignitz-Ruppin von ihrem Arzt behandeln lassen mussten: Sie hatten Probleme wegen allergischer Reaktionen, die durch die giftigen Nesselhaare der Raupe ausgelöst wurden. Die Haare werden durch die Luft verbreitet. Mit dem Gifteinsatz soll das Ausbreiten der Raupen vor allem in der Nähe von Kitas, Schulen und Pflegeheimen verhindert werden. Zwar gibt es natürliche Feinde, wie den Kuckuck, Raupenfliegen, Schlupfwespen und Wanzen. Aber diese scheinen den Spinnern derzeit nicht gewachsen zu sein. Deshalb wird das Gift Dipel ES versprüht – sowohl aus der Luft per Hubschrauber als auch vom Boden aus. „Wir wollen durchaus parallel arbeiten“, sagte Wittmoser.

Dazu muss das Wetter mitspielen. Denn, um das Fraßgift versprühen zu können, muss es trocken sein und der Wind darf nicht zu kräftig wehen. Sonst bleibt das klebrige Mittel, das von den hungrigen Raupen gefressen werden soll und durch das sie dann verenden, nicht auf den Blättern haften. 582 Hektar Fläche sollen diesmal aus der Luft besprüht werden sowie 1400 Einzelbäume vom Boden aus. Die Gesamtfläche hat sich damit zum Vorjahr, als gut 1200 Hektar aus der Luft und 650 einzeln stehende Bäume besprüht wurden, enorm reduziert.

Für Annett Engelmann, Leiterin der Oberförsterei Neuruppin, ist das folgerichtig. „Der Befall durch die Raupen hat deutlich abgenommen.“ Ob das an den Einsätzen der vergangenen Jahre oder am Wetter liegt, weiß sie nicht genau. Trotz der Kritik von Naturschützern, die durch das Gift auch andere Arten gefährdet sehen, hält Engelmann das Besprühen der befallenen Eichen für richtig. „Wenn die Bäume ohne Blätter dastehen, haben viele Insekten- und Vogelarten auch nichts davon.“ 

Von Andreas Vogel

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