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Ostprignitz-Ruppin Grandioses Konzert in Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Grandioses Konzert in Neuruppin
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00:28 22.04.2015
Volles Haus beim Benefizkonzert in der Kulturkirche in Neuruppin. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Militärkapelle gleich „ufftata und schnedderedeng“? Eine klare Fehleinschätzung. Was das Stabsmusikkorps der Bundeswehr am Freitagabend in der Pfarrkirche aus den Instrumenten holt, ist ein fulminanter Mix aus Musik- und Zeitgeschichte. Es ist das elfte Benefizkonzert, zu dem Neuruppins Rotarier die Militärkapelle eingeladen hatte, zum zweiten Mal ist das Blasorchester der Kreismusikschule mit von der Partie.

Unter dem Titel „Mit Schwung in den Frühling“ musizierte das Stabsmusikkorps der Bundeswehr am Freitag in der Neuruppiner Kulturkirche. Im zweiten Teil des vom Rotary Club Neuruppin veranstalteten Benefizkonzertes begeisterten Musiker der Kreismusikschule Ostprignitz-Ruppin und die des Stabsmusikkorps die Konzertgäste mit einem gemeinsamen Auftritt.

Fast 500 Gäste sind gekommen. Ziel des Konzertes ist es wie in jedem Jahr, Spenden für das aktuelle Masterprojekt des Rotary-Clubs zu sammeln. „Sie beweisen bürgerliches Engagement – für die eigene Freude und für einen guten Zweck“, wirbt Rotary-Präsident Stefan Bonde. Die Einnahmen des Abends fließen – wie vor einem Monat schon die des alljährlichen Rotarierballs – in Neuruppins Kinder- und Jugendarbeit.

Die Eröffnung ist ein Paukenschlag. Ganz unmilitärisch darf es dann doch nicht sein. Das Orchester – mehrheitlich Bläser – schmettert den Torgauer Parademarsch, unterstützt von vier Fanfarenbläsern auf dem Rang. Danach ein anmutiger Schlenker zur heiteren Muse: Die Fledermaus-Operette trägt dem Motto des Abends „Mit Schwung in den Frühling“ Rechnung, erklärt der Dirigent und Stabmusikkorps-Leiter Reinhard Kiauka. Überhaupt wurde bei der Musikauswahl Wert auf Wiedererkennung gelegt. Tritsch-Tratsch-Polka und Champagner-Galopp sind Ohrwürmer, genauso wie die Gassenhauer des Berlin-Medleys und die internationalen Wegschmelz-Hits à la „Spiel noch einmal für mich, Habanero“ von Caterina Valente oder „Sweet Georgia Brown“. In diesem Medley verströmen die Musiker eine satte Ladung Dixie-Bigband-Flair.

Wenig bekannt indes das Husarenstück des Abends: das symphonische Klanggemälde „Bonaparte“ – als Hommage an den großen Korsen, dessen Glanz und Gloria vor 200 Jahren in der Schlacht bei Waterloo sein Ende fand. Der Komponist Otto M. Schwarz hat das Leben des großen Feldherrn und Kaisers in Bilder gegossen. Ein Trompetenmotiv lässt den Soldaten der französischen Revolution strahlen, immer wieder ist ein Marseillaise-Fragment zu hören. Zartere Klänge zeigen die romantische Seite, die Liebe Napoleons zu Josephine. Dann wandelt sich das Bild von Dur zu Moll, wenn Napoleon sich selbst zum Kaiser krönt. Marseillaise-Fetzen verebben in Trauer, die Musik grollt als Spiegel der beginnenden Kriege: die Schlacht von Austerlitz, der lähmende Russland-Feldzug. „Sie werden die peitschenden Schneestürme hören“, versprach Kiauka vorab. Düstere Klänge untermalen das Grauen, die angedeuteten Hymnen skizzieren die verschiedenen Nationen, die in der Völkerschlacht bei Leipzig aufeinanderprallten. Fulminantes Finale ist die Schlacht bei Waterloo, der Vernichtungsschlag für Bonaparte. Das Publikum hält den Atem an, bevor sich die Spannung in Bravo-Rufen und heftigem Applaus entlädt.

Nach der Pause ist die Jugend gefragt. Das Blasorchester spielt „Aurora borealis“, ein hymnisches Epos aus Norwegen. Mit Wucht und Verve zeigen die Nachwuchsmusiker, was sie drauf haben – der Applaus ist genauso laut wie bei den „Großen“. Beim letzten Stück wird es königlich. Die 55 Musiker des Stabsmusikkorps spielen – vom Rang aus durch die ebenso zahlreichen Musikschulbläser unterstützt – Edward Elgars „Pomp and Circumstance“ – ein Militärmarsch, den die Bundeswehr beim sommerlichen Besuch der Queen spielen wird. Das darin enthaltene Motiv „The Land of Hope and Glory“ wird zum triumphalen Ende eines mitreißenden Abends, das begeisterte Publikum erklatscht sich noch zwei Zugaben.

Die Organisatoren sind zufrieden – allein die Spenden an der Garderobe erbrachten 210 Euro für die Kreismusikschule. Für das Masterprojekt der Rotarier kamen mehr als 5000 Euro zusammen.

Von Regine Buddeke

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