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Ostprignitz-Ruppin Grüne Woche mit Prignitz und Ruppiner Land
Lokales Ostprignitz-Ruppin Grüne Woche mit Prignitz und Ruppiner Land
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17:20 25.01.2017
Der Ökohof Kuhhorst präsentiert seine Erzeugnisse wie in jedem Jahr in der Biohalle. Dort gibt es viele Nudel- und vor allem schmackhafte Wurstsorten. Quelle: Cornelia Felsch
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Berlin

500 Jahre nach Martin Luthers Thesenanschlag feiert ganz Deutschland das Reformationsjubiläum und das geht natürlich auch an der Grünen Woche nicht spurlos vorüber. Das Eis des Jahres trägt den Namen „Luthers Tinte“. Die Eiszauberei Rheinsberg hat es eigens zur Grünen Woche kreiert – Apfeleis mit Minze auf Joghurtbasis gefärbt mit Blaualgen. Doch zum Prignitz-Ruppin-Tag am Dienstag in der Brandenburghalle war es leider schon ausverkauft. „Am Wochenende ging das Eis so gut, dass uns die Blaualgen ausgegangen sind“, sagt Kundenbetreuer Björn Preuß. „Wir haben nun erst mal bei der Algenfarm Blaualgennachschub angefordert.

Die Zuschauer haben geduldig gewartet; nun können sie im Kochstudio auch endlich den Schweinebraten in Biersoße kosten. Quelle: Cornelia Felsch

Nur gut, dass dem Koch vom Wittenberger Hotel und Brauhaus „Alte Ölmühle“ nicht das Luther-Bier ausgegangen ist, das eigens für die grüne Woche gebraut wurde, denn dieses Bier war ein wichtiger Bestandteil des Schweinefilets mit Herz-Bräu-Bier-Marmeladen-Soße und geschmortem Wurzelgemüse. Küchenchef Falko Kotzur kreierte das Mahl im Pro-Agro-Kochstudio und kredenzte es anschließend den hungrigen Zuschauern, die sich begeistert zeigten. Der Chefkoch selbst mag es nicht zu kompliziert: „Ich esse am liebsten das, was Mutti kocht“, sagt er. „Das sind zum Beispiel Königsberger Klopse und Rinderrouladen.“ Die Prignitzer haben aber nicht nur Luther-Bier gebraut, sie haben auch Thesen erdacht, allerdings nicht 95 sondern 59 Touren durch die Prignitz. Da in Wittenberge immer wieder viele Touristen sich nach der Lutherkirche erkundigen, sind die Prignitzer auf den Jubiläumszug mit aufgesprungen.

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Fehrbellins Ortsvorsteher Jürgen Sternbeck präsentiert sich in der Uniform der Schützengilde. Quelle: Cornelia Felsch

Ein Jubeljahr steht auch den Fehrbellinern bevor. Sie begehen in diesem Jahr die 800-Jahr-Feier ihrer Stadt und warben dafür auf der Messe. Vom 16. bis 18. Juni wird es heiß her gehen. „Es wird einen historischen Festumzug geben, ein historisches Feldlager im Kurfürstenpark und Belustigung für alle rund um die Kirche“, sagt Ortsvorsteher Jürgen Sternbeck, der nicht nur mit seiner Frau, sondern auch mit der Schützengilde und der Tanzgruppe des Karneval-Vereins nach Berlin reiste. Mit einem flotten Can-Can machten die Fehrbelliner Mädels auf ihre Stadt aufmerksam. „So wollen wir zu unserem Fest viele Besucher anlocken“, sagt der Ortsvorsteher. Von 10 bis 18 Uhr präsentierten sich auf der Bühne das Neustädter Gestüt, die Sweet-Girls aus Linum, die Band Big Brass der Kreismusikschule Ostprignitz-Ruppin.

Wie bereits berichtet, wurde auch für die Tour de Prignitz, das 25. Plattenburgspektakel, das Neustädter Gestüt und die Kyritz-Ruppiner Heide geworben, die sich immer mehr zu einem Touristenmagnet entwickelt. Für die vielen Vogelarten und Wildtiere, die dort ihr Refugium gefunden haben, wird es dort wohl nicht mehr ganz so ungestört zugehen. Mit Fatbikes, zu Fuß oder per Pferdewagen können Heide-Besucher sich das bereits frei gegeben Areal erschließen. Etwa 700 Hektar können bereits befahren werden. Die Sielmann-Stiftung, die Direktorin des Amtes Temnitz, Susanne Dorn, und die Natur- und Landschaftsführer stellten das Projekt vor und lockten auch Sternengucker. Da es dort keine Industrieansiedlungen gibt und keine Straßenbeleuchtung können Sterne am nächtlichen Himmel frei von Lichtverschmutzung bewundert werden.

Das Luther-Eis der Eiszauberei schmeckt angenehm nach Minze. Quelle: Cornelia Felsch

Regionale Anbieter gab es aber nicht nur in der Brandenburghalle. Seit vielen Jahren präsentieren sich die Kuhhorster in der Bio-Halle. Vor allem die Kosthappen von Leberwurst und Bio-Rindersalami nehmen die Besucher gern im Vorbeigehen mit. Eine ganze Wurst kaufen – das kommt nur selten in Frage. Und so kann man ab und zu den Satz aufschnappen „Das ist mir viel zu teuer.“ Dennoch kommen viele Produzenten immer wieder zur Grünen Woche, nicht um das große Verkaufsgeschäft zu machen, sondern, um für ihren Betrieb zu werben. „Viele kennen Kuhhorst gar nicht“, sagt Franziska Dietrich. Sie denken, Kuhhorst ist ein Pseudonym und nicht wirklich ein Ort.“ Zum Osterfeuer im April, zum Maifest und bei der Brandenburger Landpartie im Juni erwartet der Ökohof in Kuhhorst wieder viele Besucher.

Von Cornelia Felsch

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