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Ostprignitz-Ruppin Gutachten soll Geheimnis um Dorfteich lüften
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gutachten soll Geheimnis um Dorfteich lüften
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00:33 27.04.2018
Ortsvorsteher Wolfram Hlouschek ist ratlos, warum der Teich so wenig Wasser aufnimmt. Quelle: Christian Bark
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Blesendorf

Die Stege ragen hoch aus dem Wasser des Blesendorfer Dorfteiches – vor einigen Jahren waren es nur wenige Zentimeter. „Jetzt fehlt dem Teich bestimmt schon ein Meter“, vermutet Blesendorfs Ortsvorsteher Wolfram Hlouschek. Der permanente Niedrigstand macht ihn ratlos. An Baden ist in dem Gewässer deshalb schon lange nicht mehr zu denken. Auch die traditionellen „Schwimmschuh-Meisterschaften“, die der Ort beim Dorffest immer wieder abgehalten hatte, konnten seit drei Jahren nicht mehr stattfinden.

Der Steg ragt hoch aus dem Wasser. Quelle: Christian Bark

Stattdessen bilden sich Wolfram Hlouschek zufolge immer mehr Schlickpflanzen. „Die haben wir in Gemeinschaftsaktionen schonmal entfernt“, sagt er. Doch der niedrige Wasserpegel begünstige die Bildung von Schlick und solchen Pflanzen eben. Bis vor vier Jahren habe sich der Deutsche Anglerverband (DAV) noch um das Gewässer gekümmert. Nachdem in einem Winter jedoch zahlreiche Fische unter der Eisdecke erstickt seien, habe der DAV das Interesse am Teich verloren und sei als Pächter ausgeschieden.

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Obwohl vor 17 Jahren ein Regenwasserabfluss von der Straße und vor 13 Jahren einer vom Bürgerzentrum zum Teich verlegt worden war, hilft das laut dem Ortsvorsteher auch nicht viel. Selbst der Starkregen Ende Juni und der aktuelle Dauerregen würden nicht viel ausrichten können.

Die Schwimmschuh-Meisterschaft ist schon länger nicht mehr auf dem Teich möglich. Quelle: Madlen Wirtz

„Etwas ist der Pegelstand aber wieder angestiegen“, berichtet Heiligengrabes Bauamtsleiterin Andrea Asse. Aber niemand wisse, ob das so bleiben wird. Auch für die Gemeinde sei das Niedrigwasser im Teich ein Mysterium. Deshalb habe man vor zwei Monaten ein Gutachten beim Ingenieurbüro Ellmann und Schulze, die Experten auf den Gebieten Landschaftsplanung und Wasserwirtschaft seien, in Auftrag gegeben. „Wir rechnen bis Anfang September mit der Fertigstellung des Gutachtens“, so die Amtsleiterin. Für die Analyse wolle man sich bewusst mehr Zeit nehmen, um verschiedene Faktoren für eine plausible Erklärung berücksichtigen zu können.

Baumaßnahmen haben Andrea Asse zufolge nicht in der Nähe des Teiche stattgefunden. Sie vermutet, dass sich eventuell eine Brunnenbohrung auf den Grundwasserspiegel ausgewirkt haben könnte. Eine Ursache könnte auch die sonst übliche Trockenheit in der Region sein, die jetzt die Regenfälle kaum kompensieren würden.

Von Christian Bark