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Ostprignitz-Ruppin Gutachten werfe niemandem Fehler vor
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gutachten werfe niemandem Fehler vor
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00:17 26.01.2017
Landrat Ralf Reinhardt im Jahr 2016 bei einer Regionalkonferenz zur Gebietsreform.
Landrat Ralf Reinhardt im Jahr 2016 bei einer Regionalkonferenz zur Gebietsreform.
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Neuruppin

Das Gutachten zur Bevölkerungsentwicklung in der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin führt derzeit zu heftigen Diskussionen: Insbesondere die Perleberger Region fühlt sich angesichts der schlechten Perspektiven, die die Analyse zur Abwanderung junger Leute aus der Region abgibt, vor den Kopf gestoßen: Die Region dürfe nicht aufgegeben werden. Das Gutachten formuliert denkbar schlechte Aussichten dafür, dass die Region künftig wieder eine höhere Attraktivität für junge Leute haben werde. Im Wesentlichen lautet die Aussage: Weil zu wenig junge Leute in den meisten Prignitz-Städten leben, würde es diese tendenziell eher dorthin ziehen, wo es mehr Altersgenossen gebe, also insbesondere in die Städte Berlin und Rostock.

Dieser Trend gelte jedoch nicht nur für die Prignitz, sondern deutschlandweit. Zu den beiden Ausnahmen gehöre in Nordwestbrandenburg lediglich die Stadt Neuruppin, die eine andere Tendenz aufweise, weshalb Empirica die Stadt als „geheime Perle“ bezeichnet hat. Das Gutachten empfiehlt deshalb, die Stadt umfassend zu fördern, um den großen Städten zumindest etwas entgegensetzen zu können.

Keiner habe Fehler gemacht, die pure Zahl junger Leute fehlt

Dieser Auffassung schließt sich auch der Landrat von Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt, an: „Wer das Gutachten genau liest, weiß, dass wir froh sein können, dass wir zumindest eine Stadt haben, in der ausreichend viele junge Leute leben, so dass sie attraktiv für andere sein kann.“ Dass das Gutachten dennoch schmerzhaft für die übrigen Städte sein kann, versteht er. Es stelle aber weder die Lebensleistung der Prignitzer in Frage, noch übe es Kritik an Kommunen. „Die pure Zahl an jungen Leuten fehlt. Fehler hat keiner gemacht.“

Dies gelte überdies nicht nur für Perleberg. Auch die übrigen Nordwest-Städte, allen voran Wittstock, seien von der Abwanderungstendenz betroffen: „Wer aber akzeptieren kann, dass selbst die besten Angebote zu wenig sind, um die Abwanderung zu unterbrechen, dem tut die Aussage des Gutachtens eventuell auch nicht mehr ganz so weh.“ Stattdessen könne die Region froh sein, dass es mit Neuruppin eine Stadt gebe, die den Abwanderungstrend unterbrechen könne. „Diese Stärke sollte deshalb künftig auch gestärkt werden.“

Von Claudia Bihler