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Heiligengrabe Briefe lassen in Fontanes Leben blicken
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heiligengrabe Briefe lassen in Fontanes Leben blicken
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15:50 23.06.2019
Äbtissin Erika Schweizer las Briefe von Theodor Fontane, seiner Frau Emilie und Mathilde von Rohrs. Quelle: Christian Bark
Heiligengrabe

121 Jahre nach dem Tod Theodor Fontanes sind es nicht nur seine Romane, die die Erinnerungen an ihn wach halten. Vor allem seine Briefe malen ein Bild der Persönlichkeit des berühmten märkischen Dichters.

Anlässlich des 200. Geburtstages, den Fontane in diesem Jahr feiern würde, hat sich die Äbtissin des Kloster Stifts Heiligengrabe, Erika Schweizer, mit den Briefen auseinander gesetzt. „Ich bin dafür auch ins Archiv nach Potsdam gefahren“, berichtete sie am Samstagabend.

Äbtissin Erika Schweizer begrüßte das Publikum. Quelle: Christian Bark

Da las sie in der Heiliggrabkapelle Briefe des Dichters an seine Frau Emilie, Briefe Emilies an Fontane und Briefe des Dichters an seine gute Freundin und Geistesverwandte, Mathilde von Rohr.

Historische Personen waren auf Fotos anwesend

Die Sitzkonstellation war an dem Abend nicht in reih und Glied, sondern teilweise in Halbkreisform gehalten. „So sitzen wir etwas intimer beieinander“, sagte Erika Schweizer. Sie las Briefe zunächst der Eheleute Fontane aus der Zeit, als der Dichter noch als Korrespondent in London gearbeitet hatte.

Die Sitzkonstellation war intim gehalten. Quelle: Christian Bark

Um deutlich zu machen, wessen Brief gerade gelesen wurde, wechselte sie die Plätze, auf denen jeweils ein Bild des Dichters beziehungsweise seiner Frau zu sehen war. Auch Mathilde von Rohr, die zuletzt Äbtissin im Kloster Stift Dobberthin gewesen war, fand sich auf einem Foto wieder.

Das Publikum erfuhr viel aus dem leben Fontanes, von seiner Liebenswürdigkeit, wie er beispielsweise Emilie mit Worten liebkoste, aber auch von seiner Eigenwilligkeit. So kündigte er gut bezahlte Stellen bei der Kreuzzeitung und der Akademie der Künste in Berlin, sehr zum Verdruss seiner Frau.

Begleitet wurde die Lesung von Gerburg Nürnberg auf dem Klavier und Anke Solle auf der Viola. Quelle: Christian Bark

Ob humorvolle Situationen, wie etwa das Problem beim Liegen auf einer neugepolsterten Matratze oder ernste Zeilen, wie etwa aus der kurzzeitigen Gefangenschaft im Deutsch-Französischen Krieg 1870, ergab sich ein breit gefächertes Bild aus dem leben des Dichters.

In den Lesepausen konnten die Zuhörer Musik von Komponisten wie Robert Schumann oder Felix Mendelssohn Bartholdy genießen, die Gerburg Nürnberg am Klavier und Anke Solle an der Viola zu Gehör brachten.

Viel Applaus für die Künstler. Quelle: Christian Bark

Bei Mathilde von Rohr in Dobberthin hatte Fontane zudem „Ferien“ gemacht. Das heißt, wohl eher Inspiration gesucht, denn der Dichter hatte sich jede Menge Arbeit mitgebracht.

In Anspielung auf Fontanes Ballade des Herrn von Ribbeck waren auf den Tischen Birnen verteilt worden. „Als Nervennahrung“ für das Publikum, wie Erika Schweizer erklärte.

Am Samstag, 29. Juni, werden ab 19 Uhr musikalische Raritäten mit Flöte, Horn und Orgel in der Stiftskirche zu hören sein.

Von Christian Bark

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