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Heiligengrabe Ausstellung „Heimat“ macht Station im Kloster Stift
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heiligengrabe Ausstellung „Heimat“ macht Station im Kloster Stift
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00:30 11.05.2019
Manuela Koska spürte zwei Jahre lang die Vielfalt und Farbigkeit der menschlichen Landschaften in Mecklenburg auf. Quelle: Christamaria Ruch
Heiligengrabe

Heimat – das ist ein abgenutzter, berührender, aber immer wieder auch missverstandener Begriff mit vielen Seiten. Geborgenheit, Gerüche, Zuneigung, Erinnerungen und immer wieder sind es auch Menschen, die anderen eine Heimat geben.

„Heimat – ich bin ein Mensch“ lautet der Titel einer aktuellen Ausstellung im Kloster Stift zum Heiligengrabe. Manuela Koska aus Pinnow (Mecklenburg-Vorpommern) entwickelte die Idee für diese Schau mit Fotografien und Interviews und arbeitete zwei Jahre an dem Vorhaben.

Die Schau hatte ihre Premiere 2017 in Schwerin

Die freiberufliche Fotografin und Publizistin eröffnete im August 2017 erstmals diese Schau. Dafür wählte sie Schwerin. Seitdem geht die „Heimat“ auf Reisen. Heiligengrabe ist jetzt die erste Station außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern.

Bis zum 28. Juli werden mehr als 30 der insgesamt 76 Porträts im Kreuzgang vom Kloster Stift gezeigt. Anschließend wandert die Schau nach Brüssel.

Der Kreuzgang im Kloster Stift zum Heiligengrabe ist Ausstellungsort für „Heimat – Ich bin ein Mensch.“ Quelle: Christamaria Ruch

„Es gibt viele Bücher über die Landschaft von Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Manuela Koska. Dennoch vermisste sie bislang Bücher über die menschliche Landschaft.

Koska schloss mit ihrer Ausstellung diese Lücke. Neben der Schau ist auch ein Buch gleichen Titels erschienen. „Ich möchte die Vielfalt und Farbigkeit aufzeigen, die dieses Land auszeichnen“, sagt Koska.

Ab wann ist man ein Ureinwohner?

Denn neben den Menschen, die aus Mecklenburg stammen und als Ureinwohner gelten, gesellen sich Unzählige, die zugereist und geblieben sind und im Norden ein neues Zuhause fanden und finden. Ihnen allen gibt sie eine Stimme. „Ab wann ist man ein Ureinwohner und ab wann haben wir das Recht zu sagen, dass wir dort unsere Heimat haben?“, fragt Manuela Koska.

Menschen aus gut 40 bis 50 Nationen leben in Mecklenburg-Vorpommern. „Mich hat interessiert, wer hier alles lebt und wer unser Nachbar ist“, sagt sie. Manuela Koska stellte die These auf, dass die Menschen mehr verbindet als voneinander trennt.

Das Heimatgefühl sitzt bei jedem an der gleichen Stelle

Wer sich die Porträts und Interviews ansieht, sieht diese These bestätigt. „Die Identität der Menschen ist gleich. Heimat und das damit verbundene Gefühl sitzen bei jedem an der gleichen Stelle“, sagt Manuela Koska. Dabei legt sie ihre linke Hand auf die Stelle, wo ihr Herz sitzt. „Mit dem Herzen denken alle gleich, unabhängig von der Herkunft oder der Weltanschauung.“

Anfangs hatte Manuela Koska nur eine Handvoll Namen für ihr Interviewvorhaben. Dann kam der Stein wie bei einem Dominospiel ins Rollen und alle anderen Gesprächspartner ergaben sich schrittweise. „Wer genau hinsieht und hinhört, entdeckt viel mehr und es kommen immer neue Menschen ins Blickfeld“, sagt Koska.

Allen Generationen ein Gesicht geben

Die Ausstellung ist ein Spiegelbild Mecklenburg-Vorpommerns. Manuela Koska achtete darauf, allen Generationen ein Gesicht zu geben. Frauen und Männer, bekannte und unbekannte Gesichter sind vertreten. Ebenso besuchte sie alle Regionen dieses Flächenlandes.

Mit ihrer Einstiegsfrage „Wo sehen Sie Ihre Heimat?“ öffnete sie die Herzen der Menschen. „Wer nicht auf diese Frage vorbereitet ist, gibt immer wieder die gleiche Antwort: Heimat ist dort, wo die erste Prägung erfolgte und wo der Ursprung ist“, erinnert sich Manuela Koska.

Eine wertfreie Bestandsaufnahme

Zwischen den Begriffen Heimat und Zuhause liegt oftmals ein Unterschied: Die Seele ist dort und das Herz ist hier, bringt diese Gefühle am besten auf den Punkt.

„Die Menschen sprechen bei dieser Ausstellung selbst, denn sie bekommen eine Stimme und werden fast eins zu eins wieder gegeben“, sagt Koska. Das Ergebnis ist eine wertfreie Bestandsaufnahme, die gleichermaßen ein Kaleidoskop an Lebensweisen, Kulturen und Weltanschauungen in sich birgt.

Die Ausstrahlung der Menschen berührt. Alle Aufnahmen sind freigestellt und lenken den Blick direkt in ihre Gesichter.

Die älteste Teilnehmerin war 107 Jahre alt

Tischlerin Franzy und Zimmerer Arnold kommen als selbst ernannte „fremde und freireisende“ Wandergesellen auf der Walz zu Wort. „Die Welt ist unser Zuhause“, sagen sie. Es ist ein geniales Leben – das st ein markantes Bekenntnis der beiden Handwerker.

Manuela Koska sprach auch mit Wally Berndt aus Ueckermünde, der damals ältesten Mecklenburgerin.

Mit der 107 Jahre alten Wally Berndt reihte sich die damals älteste Mecklenburgerin in die Porträtreihe ein. Sie ist im August 2016 verstorben. Quelle: Christamaria Ruch

Sie starb im August 2016 im Alter von 107 Jahren. Wer in dieses alte Gesicht sieht, entdeckt Landkarten eines Lebens. „Man mütt dat Leven eben nehm, as dat Leven eben is“, lautete Wally Berndts Lebensbekenntnis. Diese und noch mehr als 30 andere Menschen aus dem Norden öffneten für diese Ausstellung ihr Herz.

Info Die Ausstellung „Heimat – Ich bin ein Mensch“ ist bis 28. Juli im Kreuzgang vom Kloster Stift zum Heiligengrabe für Besucher von dienstags bis sonntags zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet.

Von Christamaria Ruch

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