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Heiligengrabe Bienen kämpfen mit der Trockenheit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heiligengrabe Bienen kämpfen mit der Trockenheit
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13:34 26.07.2018
Klaus Brockmann, Marion Noack (v.l.) und Hans-Werner Geselle (4.v.l.) vom Betreiberteam der Bienenbelegstelle diskutieren die Hitze und ihre Folgen. Quelle: Christamaria Ruch
Dahlhausen

Auf dem Kossätenberg bei Dahlhausen herrscht seit Anfang Juli jeden Mittwoch Treiben wie in einem Bienenstock: Imker aus den Regionen Wittstock, Kyritz, Pritzwalk und Meyenburg besuchen die Bienenbelegstelle für die Königinnenzucht. Dort betreibt der Landesimkerverband Brandenburg die gezielte Zucht der Kärtner Biene (Apis mellifera carnica).

Auch wenn die Zucht in gewohnter Weise erfolgt, stehen die Imker derzeit vor einem Dilemma: Die Hitzeperiode setzt ihren Bienen zu. „Bei dieser Trockenheit geben die Pflanzen keinen Nektar mehr ab, und die Insekten verhungern“, sagt der Imker Klaus Brockmann aus Kyritz.

Fehlt der Nektar, wird auch nichts bestäubt

Fehlt der Nektar, werden die Bienen nicht mehr angelockt, und eine Nahrungsquelle für die Insekten ist weg. Der Pollen bleibt in diesem Fall auf den Blüten, und die Tiere bestäuben nicht mehr andere Pflanzen. „Die Bienen suchen Pollen nur noch für die Aufzucht der Jungbienen“, so Brockmann. Und: „Ich habe noch nie so früh im Jahr bei den Bienen zugefüttert.“

Blühfelder rund um Wittstock

Hans-Werner Geselle ist Imker aus Wittstock und Vorsitzender im dortigen Imkerverein. „Die Bienen fliegen nur noch morgens und abends, um Nahrung zu finden“, sagt er. Zwei Blühfelder bieten den Insekten um Wittstock Nahrung.

Sonnenblume und Phacelia gehören bei guter Witterung zur Bienenweide. Quelle: Christamaria Ruch

Aber auch dort können die Bienen nur fündig werden, wenn die Pflanzen feucht sind. „Buchweizen, Sonnenblume oder Phacelia – alles ist vertrocknet“, sagt Marion Noack, Imkerin aus Gerdshagen (Amt Meyenburg). Diese Pflanzen gehören zu den ersten Spättrachten.

„Bei diesem Futtermangel müssen wir aufpassen, dass die Bienen nicht aus der Brut herausgehen, denn der Futterstrom für die Jungtiere darf nicht abreißen“, sagt Klaus Brockmann. Ist die Nahrungskette erst einmal unterbrochen, verkümmern die Jungtiere, und dieses Dilemma wirkt als Echo bis in das kommende Jahr hinein.

Dabei begann dieses Imkerjahr hoffnungsvoll. „Anfangs war das wunderbar, die Bienen entwickelten sich sehr gut wegen der umfangreichen Blüte beim Obst, Raps und Robinie“, sagt Marion Noack. Sie bildete Ableger bei den Bienen.

Die Frühjahrstracht brachte viel Honig

Die Frühtracht fiel sehr gut aus und damit auch der Honigertrag. Marion Noack gehört zu den Wanderimkern und zieht bis in das Alte Land bei Hamburg. „Die Bestäubungsleistung ist dort sehr gut, das mache ich jetzt schon seit drei oder vier Jahren“, sagt die Imkerin.

Mation Noack, Klaus Brockmann und Hans-Werner Geselle gehören zum Betreiberteam der Belegstelle. 111 Schutzhäuschen für Begattungseinheiten stehen in der Bienenbelegstelle bereit. In jedem Häuschen können zwei sogenannte Einwabenkästen eingesetzt werden. Somit verweilen in der Belegstelle maximal 222 Kleinvölker gleichzeitig und bleiben dort 14 Tage.

Bienenbelegstelle Dahlhausen: 111 Schutzhäuschen bieten 222 Kleinvölkern Platz zur Bienenzucht. Quelle: Christamaria Ruch

Die Kleinvölker bestehen aus Arbeiterinnen und der geschlüpften Jungkönigin, das ist die Weisel. Jürgen Stampehl aus Bückwitz besuchte am Mittwoch mit seinem Enkel Joel die Bienenbelegstelle. „Ich habe einen großen Garten mit Streuobstwiese und möchte einen Anfängerkurs für Imker besuchen“, sagte Jürgen Stampehl. In der Belegstelle suchte er ein erstes Gespräch mit den Imkern.

Die Fachleute gehen das Wetterszenario weiter durch. „Sollte es jetzt irgendwann mal regnen, hilft das auch nicht viel“, sagt Klaus Brockmann.

Trügerische Sicherheit

„Ohne Regen kann man jetzt noch gar nicht sagen, wie die Bienenvölker sich weiter entwickeln“, sagt Hans-Werner Geselle. Und: „Wir wiegen uns jetzt womöglich in Sicherheit, was die Entwicklung der Bienen betrifft, aber das ist nur eine scheinbare Sicherheit.“

Die Bienenbelegstelle bei Dahlhausen ist noch bis spätestens 27. August mittwochs ab 17 Uhr geöffnet.

Von Christamaria Ruch

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