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Heiligengrabe Stiftsfrau Christa Schwede bleibt vielen in Erinnerung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heiligengrabe Stiftsfrau Christa Schwede bleibt vielen in Erinnerung
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15:30 04.11.2019
Stiftsfrau Christa Schwede ist gestorben. Quelle: Privat
Heiligengrabe / Bremen

Christa Schwede ist vielen von uns in und um Heiligengrabe in lebhafter Erinnerung, darum sei ihr in großer Dankbarkeit dieser Nachruf gewidmet.

Christa Schwede wurde am 22. Dezember 1933 in Pleß (Oberschlesien) geboren. Sie ist am 23. Oktober 2019 friedlich im Kreise ihrer Angehörigen in Bremen verstorben.

Als Kriegsflüchtling in die Prignitz

Schon als Jugendliche gelangte Christa Schwede mit Ihren Eltern und Schwester als Kriegsflüchtlinge von Oberschlesien in die Prignitz. Sie besuchte das Gymnasium in Wittstock und wurde durch die damalige Äbtissin (zugleich Gemeindepfarrerin) Frau von Werthern konfirmiert. Seither hat sie Frau von Werthern zeitlebens verehrt.

Aktiv in der Jungen Gemeinde in Wittstock

Christa gehörte der Jungen Gemeinde in Wittstock an. Gemeinsam mit ihrer Familie waren sie überzeugte Christen. Auch darum hätte sie in der DDR kein Abitur machen können. Die Familie Schwede zog weiter Richtung Westen. Dort absolvierte Christa Schwede das erstrebte Abitur und erwarb sich danach mit großem Fleiß die Berufstätigkeit für alle drei Schultypen: Grund- und Hauptschule, Realschule und Gymnasium.

Lehrerberuf als Berufung

Sie war eine hochengagierte Lehrerin. Nach froher Kindheit, entsetzlicher Flucht und Nachkriegszeit fand sie als Lehrerin ihre Berufung.

Erst als Frühpensionärin, im Alter von 60 Jahren, kam Christa Schwede nach Heiligengrabe zurück. Die Kontakte zur Äbtissin, ebenso wie die Kontakte zu den Diakonissen des Friedenshortes waren geblieben.

Nun begannen intensive Jahrzehnte lebhafter Arbeit. Es waren herausfordernde Zeiten des Übergangs und der Neuorientierung für das Kloster Stift zum Heiligengrabe, an denen Christa Schwede wesentlichen Anteil hat.

Stiftsdame seit 1996

1996 wurde Christa Schwede – gemeinsam mit Rosemaria Geiger – als Stiftsdame (heute: Stiftsfrau) kirchlich eingeführt. So konnten beide Stiftsdamen nach dem Tod von Äbtissin von Werthern (März 1996) die Jahre der Vakanz (bis 2001 Friederike Rupprecht in das Amt der Äbtissin eingeführt wurde) überbrücken.

Es waren schwere Jahre. Die Diakonissen des Friedenshortes zogen aus der Abtei in das angrenzende Stiftsgärtengelände aus, die denkmalwürdigen Bauten der Stiftes mit allen weiteren Anbauten verödeten zunehmend.

Bis zu vier Führungen pro Tag

Es gelang Christa Schwede im Südhaus am Damenplatz (Lindeinerhaus, jetzt Klosterladen) einen Unterrichtsraum für Mitarbeitende in Fördermaßnahmen einzurichten, um sie für Klosterführungen zu schulen. Christa selbst führte von Frühjahr bis Herbst oft bis zu vier Führungen pro Tag durch. Ihre umfangreichen historischen, bauhistorischen und literarischen Kenntnisse machten die Qualität ihrer Führungen aus!

Konzertreihe ins Leben gerufen

Bleibend hat Christa Schwede mit der durch sie initiierten Konzertreihe das Klosterstift geprägt und seinen Ruf landauf landab bis heute berühmt gemacht! Zur Konzertarbeit gehörte die Suche nach Musikern, Terminfindung, Absprachen, Verträge, finanzielle Abwicklung, Empfang und Bewirtung der Künstler, Planung und Erstellung des Jahresprogramms, einschließlich Drucklegung der Flyer und Pla-kate sowie der Suche nach Spendern für die Konzertreihe.

Christa Schwede gab den Konzerten den bis heute gültigen Rahmen (Begrüßung, Moderation, Abschluss mit Segenbitte). Über zwei Jahr-zehnte hat sie diese so fordernde wie beglückende Arbeit erfolgreich in Schwung gehalten, um sie dann rechtzeitig in gute Hände (an Gesangspädagogin Barbara Nürnberg) weiter zu geben.

Fromm aus tiefsten Herzen

Christa Schwede bleibt uns eine sehr geschätzte Stiftsfrau. Ihre Integrität war überzeugend. Sie wirkte mit im Gemeindekirchenrat Heiligengrabe, sang im Wittstocker Kirchenchor, betreute Gottesdienste und geistliches Leben im Kloster Stift. Christa Schwede war aus tiefstem Herzen fromm.

Reiten, Wandern, Ski fahren

Sie war auch eine sportliche Frau: sie ritt und fuhr Ski, liebte es große Wanderungen zu machen. Sie war eine zupackende, temperamtentvolle Persönlichkeit, mit vollem Einsatz, großer Offenheit gegenüber Menschen und zartem Gemüt. Wir danken Gott, sie so lange bei uns gehabt zu haben.

Wir beschließen diesen Nachruf mit einem ihr lieben Vers von Joseph von Eichendorff und einem Verheißungswort aus dem biblischen Buch der Offenbarung: „Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.“ Und: „Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben. Sie ruhen von ihrer Arbeit, denn ihre Werke folgen ihnen nach.“

Von Erika Schweizer

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