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Heiligengrabe Kümmerer-Projekt zieht Kreise
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heiligengrabe Kümmerer-Projekt zieht Kreise
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15:23 24.10.2018
Die Krabbelgruppe ist eines der Angebote, die Deniz Öz in Blumenthal etabliert hat.
Die Krabbelgruppe ist eines der Angebote, die Deniz Öz in Blumenthal etabliert hat. Quelle: Björn Wagener
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Blumenthal

Das Profil der Blumenthaler Dorfkümmerin Deniz Öz ändert sich. Ihr Engagement endet künftig nicht mehr am Ortsausgangsschild. Vielmehr wird sich ihr Einsatzgebiet noch erweitern. Anvisiert sind die südlichen Ortsteile der Gemeinde Heiligengrabe, also zum Beispiel Rosenwinkel, Grabow, Königsberg und Herzsprung.

Obwohl die hinzukommenden Ortsteile noch nicht konkret definiert seien, ermutigt Deniz Öz schon jetzt die Leute vor Ort dazu, sich an sie zu wenden, wenn es darum geht, kulturelle Veranstaltungen oder Service-Angebote entwickeln zu wollen. Teilweise sei das auch bisher schon geschehen. Ab 2019 soll diese Richtung aber noch verstärkt werden.

So will es die Gemeinde Heiligengrabe. Die Gemeindevertreter haben per Beschluss bereits entschieden, dass die Stelle der Dorfkümmerin zunächst bis Ende 2019 weitergeführt werden soll. „Wir nehmen dafür 40.000 Euro in die Hand“, sagt Bürgermeister Holger Kippenhahn.

Seit mehr als einem Jahr im Einsatz

Deniz Öz ist seit dem 1. Oktober vergangenen Jahres Dorfkümmerin in Blumenthal. Seitdem hat sie eine Reihe neuer Angebote und Veranstaltungen im Ort etabliert – etwa eine Krabbelgruppe, die sich inzwischen sogar zu einem Eltern-Kind-Treff entwickelt hat; ein Bürgerfrühstück; Kino- und Informationsabende; Kreativangebote und vieles mehr. Das Pilot-Projekt war zunächst nur für ein Jahr angelegt, läuft aber so erfolgreich, dass die Gemeindevertreter den genannten Beschluss fassten. Wie die Arbeit von Deniz Öz ab 2019 praktisch aussehen soll, sei im Detail aber noch offen, weil auch noch nicht endgültig festgelegt worden sei, welche Dörfer ganz konkret mit einbezogen werden sollen, sagt die Kümmerin. Die Erweiterung könne aber so laufen, dass sie sich voraussichtlich ab 2019 zunächst in den „neuen“ Dörfern vorstellt und ergründet, was die Leute vor Ort möchten.

Außerdem komme es auf die jeweiligen Voraussetzungen an: Gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus oder Dorfvereine? Dann müsse man schauen, ob Angebote wie sie bereits in Blumenthal erfolgreich laufen, übertragen werden oder neue Dinge eingeführt werden können. „Es wird auch künftig so laufen, dass ich bürgernah unterwegs bin“, sagt sie. Möglicherweise könne sich daraus ein Netzwerk entwickeln.

Langfristige Pläne

Auch an die Zeit nach 2019 wird bereits gedacht. Vor allem die Frage der Finanzierung der Stelle steht dabei im Mittelpunkt. Auf dem Weg zu einer Lösung gilt offenbar der Grundsatz: „Noch größer denken“. „Wir sind derzeit dabei, mit anderen Kommunen in den Kreisen Ostprignitz-Ruppin und Prignitz, unter anderem Wusterhausen, Kyritz und Pritzwalk, ein neues Projekt über Leader-Fördermittel zu stricken“, sagte Holger Kippenhahn am Montagabend in der Ortsbeiratssitzung in Blumenthal. Das könne so aussehen, dass mehrere Kommunen Kümmerer-Stellen erhalten Die zweite Runde, um das zusammen mit dem zuständigen Regionalmanagement vorzubereiten, sei für Anfang November geplant, so Kippenhahn.

Der Gewinn, den Deniz Öz als Kümmerin in Blumenthal bislang für das Dorfleben mit sich gebracht habe, steht für ihn außer Frage. „Ich bin mir sicher, dass ihre Arbeit schon eine positive Wirkung erzielt hat“, so Kippenhahn. Aus seiner Sicht sei es daher erstrebenswert, das Projekt auf Dauer fortzuführen.

Von Björn Wagener

24.10.2018