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Heiligengrabe Dorfkümmerin-Projekt kommt groß heraus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heiligengrabe Dorfkümmerin-Projekt kommt groß heraus
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10:28 25.09.2019
Die Besucher um Kümmerin Deniz Öz (3.v.l.) lernten beim Rundgang durch Blumenthal den Dorfladen von Yvonne Gehrmann (4.v.l.) kennen. Quelle: Christamaria Ruch
Blumenthal

Das Projekt Dorfkümmerin in der Gemeinde Heiligengrabe ist auf einem guten Weg. Im Oktober wird das Vorhaben um Dorfkümmerin Deniz Öz als Demografiebeispiel des Monats von der Staatskanzlei in Potsdam geehrt. Mit dieser Nachricht überraschte Holger Kippenhahn, Bürgermeister der Gemeinde Heiligengrabe, am Dienstag die Besucher einer Exkursion in Blumenthal.

Die Fachstelle Altern und Pflege im Quartier (FAPIQ) im Land Brandenburg bereitete diese Tagesexkursion zum Thema „Gemeinsam kümmern um ein lebenswertes Umfeld“ vor. Dabei stellten Katharina Wiegmann, Projektleiterin FAPIQ in Potsdam, Hendrik Nolde, Referent für altersgerechte Quartiersentwicklung, und Klaus J. Otto, Regionalreferent Nordwest in Neuruppin, den gut 20 Besuchern neben dem Projekt Dorfkümmerin auch das Quartiersmanagement in der Röbeler Vorstadt in Wittstock vor. „Die Exkursion dient dem Austausch der Akteure und wie man vor Ort aktiv werden kann“, sagte Katharina Wiegmann.

Dorfkümmerin seit 2017

Holger Kippenhahn stellte im Zeitraffer das Projekt Dorfkümmerin vor. Im Herbst 2017 begann die einjährige Pilotphase mit Fördermitteln. Nahtlos stellte die Gemeinde Heiligengrabe im Herbst 2018 Mittel bereit, um die Arbeit der Dorfkümmerin Deniz Öz in Blumenthal fortzuführen.

Bis Ende dieses Jahres ist die 30-Stunde-Stelle finanziert. „Auch 2020 geht das Projekt Dorfkümmerin weiter, die Gemeinde finanziert die Stelle weiter“, verkündete Kippenhahn. „Das ist sehr selten, dass Gemeinden diese Dorfkümmererstellen finanzieren“, sagte Katharina Wiegmann.

Zweite Stelle in der Gemeinde geplant

Neben Blumenthal engagiert sich Deniz Öz auch in sechs weiteren Dörfern im südlichen Gemeindebereich. Damit nicht genug: Der Plan sieht vor, das Projekt auch auf den Norden der Gemeinde auszudehnen und eine zweite Stelle einzurichten, so Holger Kippenhahn.

Die Exkursionsbesucher diskutierten über ein lebenswertes Umfeld. Quelle: Christamaria Ruch

„Von Anfang an stand für uns fest, dass mit der Arbeit der Dorfkümmerin kein Ehrenamt ersetzt wird. Diese Gefahr darf nicht eintreten, denn haupt- und ehrenamtliche Kräfte sollen nebeneinander agieren“, sagte Kippenhahn.

Das Ziel: Vor Ort sollen die Menschen mit all ihren Qualitäten gestärkt werden. Das Angebot an Veranstaltungen richtet sich am Bedarf vor Ort aus.

Bürgerfrühstück und Gesprächskreise

Für alle Dorfgemeinschaftshäuser der Gemeinde stellt die Verwaltung jährlich 150 000 Euro den Vereinen vor Ort bereit, um diesen Betrieb zu ermöglichen. „Dank der Bürger, der Gemeinschaft in den Ortsteilen und dem Ehrenamt entstanden viele gemeinsame Ideen“, sagte Deniz Öz. Gesprächskreise, Bürgerfrühstück und viele andere Formate gehören zum Dorfkümmererprojekt.

„Wenn man etwas anfängt, muss man gucken, wie es ankommt und auch durchhalten, wenn es anfangs nicht so gut läuft“, sagte Öz. Aus vereinzelten Kinoabenden soll nun eine Kinoreihe werden. Rollos zum Verdunkeln des Bürgerhauses in Blumenthal stehen nun sogar nach einer Förderung durch den Landkreis Ostprignitz-Ruppin bereit.

Besinnen, bewahren, bewegen

Bettina Teiche, Ortsvorsteherin in Blumenthal, stellte die Philosophie des Ortes vor: Besinnen, bewahren, bewegen steht nicht nur an einem Haus in der Dorfmitte, sie ist auch die Maxime im Ort. „Wir haben den Anspruch, dass auch in Zukunft Menschen hier leben können“, sagte Teiche.

Klaus J. Otto, Hendrik Nolde und Katharina Wiegmann (v.l.) von der Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg bereiteten die Exkursion vor. Quelle: Christamaria Ruch

Vor allem bei Fragen zur Mobilität, der Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und wie die Einwohner in den Orten auf Zuzug reagieren, entspann sich eine Diskussion mit den Besuchern. „Es ist immer wichtig, die Leute aus ihren Häusern zu holen, damit sie miteinander reden“, sagte Holger Kippenhahn. Und: „Es müssen Angebote gemacht werden, dafür werden die Dorfgemeinschaftshäuser geöffnet.“

Bei einem anschließenden Rundgang durch Blumenthal standen Besuche im Dorfladen, in der Heimatstube und der Tagespflege auf dem Programm. Am Nachmittag stellte Lissy Boost das Quartiersmanagement in der Röbeler Vorstadt in Wittstock vor.

Von Christamaria Ruch

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