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Heiligengrabe Das gab es lange nicht mehr: Gemeinde hat wieder mehr Einwohner
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00:22 28.02.2019
Heiligengrabes Bürgermeister Holger Kippenhahn möchte mehr junge Familien in die Gemeinde locken. Quelle: Christamaria Ruch
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Heiligengrabe

Über Jahre hinweg hatte die Gemeinde Heiligengrabe an Einwohnern verloren. Im vergangenen Jahr jedoch ist ihre Zahl leicht angewachsen auf nunmehr 4458 im Januar 2019 – 16 mehr als noch im Jahr zuvor. Im Februar 2019 zählt die Gemeinde sogar 4461 Einwohner, wie es aus der Verwaltung heißt. Den größten Bevölkerungszuwachs konnte unter den 14 Orts- und drei Gemeindeteilen der Ortsteil Grabow für sich verzeichnen. Dort lebten zu Beginn des Jahres 2019 mit 252 Einwohnern 15 mehr als noch im Jahr zuvor. Neun Einwohner hat Blesendorf 2018 dazugewonnen und zählt nunmehr 228 Menschen.

Die größten Ortsteile Heiligengrabe, Zaatzke und Blumenthal haben allesamt leicht an Bevölkerung verloren. Für Heiligengrabes Bürgermeister Holger Kippenhahn sind die Zahlen jedoch ein positives Zeichen. „Der Bevölkerungsrückgang der vergangenen Jahre ist zum Erliegen gekommen“, sagt er.

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Der größte Ortsteil Heiligengrabe hat 2018 leicht an Bevölkerung verloren – dort leben nun 844 Einwohner. Quelle: Christian Bark

Ein Grund für eine überschwängliche Zukunftsprognose sei das jedoch nicht. Zumal die Prognosen der Vergangenheit, die von unter 4000 Einwohnern für die Gemeinde ausgingen, sich ebenfalls nicht bewahrheitet hätten.

„Für uns ist es ein großer Gewinn, wenn nun eine Stabilisierung der Bevölkerungszahlen einsetzt“, betont Holger Kippenhahn. Zumal Faktoren wie die Sterbe- aber auch die Geburtenrate nicht oder kaum von der Kommunalpolitik beeinflusst werden könne.

Potenzialanalyse für Bauland geplant

Tatsächlich hatte es 2017 zwei Todesfälle mehr gegeben, als 2018. Dafür wurden 2018 aber auch weniger Kinder geboren, die in Heiligengrabe leben. Die Infrastruktur für junge Familien und ihre Kinder zu schaffen, ist aber das erklärte Ziel der Gemeindeverwaltung, wie der Bürgermeister sagt.

Dazu gehört neben dem Ausbau von Straßen und Gehwegen auch der von Einrichtungen wie den Kitas. Noch in diesem Jahr soll beispielsweise die Kita in Zaatzke durch einen Anbau um 15 Plätze erweitert werden. Investitionen von 260 000 Euro sind dafür vorgesehen.

Wenngleich immer wieder Bestandsgebäude von Auswärtigen gekauft, bezogen und saniert werden, fehlt es in vielen Ortsteilen jedoch an Bauland für neue Häuser. „Deshalb planen wir eine Potenzialanalyse zum Thema“, informiert Holger Kippenhahn. Die habe es bereits in Sachen Windkraft gegeben. Nun soll analysiert werden, wo freie Flächen inner- und außerorts bestehen und ob Eigentümer bereit sind, Flächen zu verkaufen oder zu verpachten.

Wichtig sei auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur für Berufstätige, die von Zuhause aus arbeiten wollen sowie die Erkenntnis, dass auch hiesige Unternehmen eine berufliche Zukunft bieten können.

Von Christian Bark