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Heiligengrabe Kapelle sucht neue Identität
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14:57 27.12.2018
Klaus Gehrmann (l.) und Holger Kippenhahn suchen mit den weiteren Akteuren ein Nutzungskonzept für die Kapelle. Quelle: Christamaria Ruch
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Horst

Der Innenraum der Kapelle in Horst bei Blumenthal füllt sich wieder mit Leben. Denn ein Teil des alten und seit Anfang der 1990er Jahre ausgelagerten Gestühls ist aufgearbeitet und nun an seinen angestammten Platz zurückgekehrt.

Damit erhalten alle Beteiligten Impulse für die weitere Diskussion. Es geht darum, wie die Kapelle aus dem Baujahr 1688 zukünftig genutzt wird. Dreh- und Angelpunkt der weiteren Gespräche ist das alte Gestühl. Sollte die gesamte Innenausstattung wieder komplett zurück kehren, „würden gut 50 000 Euro benötigt“, so Holger Kippenhahn, Bürgermeister der Gemeinde Heiligengrabe. Und: „Diese Maximalvariante schließe ich eigentlich aus.“

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Neben der Gemeinde Heiligengrabe als Eigentümer der Kapelle werden an der Diskussion auch der Ortsbeirat Blumenthal, Vertreter der Schadow-Gesellschaft aus Berlin um deren Geschäftsführer Klaus Gehrmann sowie Eberhard von Lewinski als Vorsitzender im Förderverein Burgbau im Landschaftspark zu Horst und die Interessengruppe Gutskapelle Horst beteiligt sein.

Patenschaft für die Kapelle

Ingrid und Eberhard von Lewinski aus Horst haben eine Patenschaft für die Kapelle übernommen und füllen sie seit Jahren mit Leben. „Im Januar wird es die nächste Gesprächsrunde geben“, sagte Holger Kippenhahn jüngst bei der traditionellen Veranstaltung „Advent in Horst.“

Zum achten Mal standen in der Kapelle Lesungen, Musik und Gesang im Mittelpunkt. In den vergangenen Jahren mussten die Veranstalter dreimal von der Kapelle auf die benachbarte Schmiede ausweichen. Grund dafür waren die Bauarbeiten. „Der Gemeinde liegt die Kapelle am Herzen“, sagte Holger Kippenhahn.

Die restaurierte Empore in der Kapelle in Horst strahlt in neuem Glanz. Quelle: Christamaria Ruch

Der Innenraum strahlt schon jetzt eine neue Atmosphäre aus. Die Empore an der Westseite sowie jeweils vier Bänke links und rechts davon sind aufgearbeitet. Die 40 Besucher bei „Advent in Horst“ konnten sie erstmals wieder in Augenschein nehmen. Restaurator Jens Zimmermann setzte damit sein Fachwissen erneut für die Kapelle ein.

Geld von der Schadow-Gesellschaft

Auch die Kapellentür ist aufgearbeitet. 9000 Euro stellte die Schadow-Gesellschaft für diese jüngsten Arbeiten bereit; hinzu kamen 2500 Euro von der Gemeinde Heiligengrabe. Die Schadow-Gesellschaft stellt seit Jahren finanzielle Mittel für die Vorhaben in der Kapelle zur Verfügung, investierte vor allem in die Restaurierung eines Epitaphs in der Horster Kapelle. Der bedeutende Bildhauer Johann Gottfried Schadow schuf dieses Epitaph. Es erinnert an den Grafen Hans von Blumenthal, der 1794 verstarb.

„Schritt für Schritt kommen wir voran“, so Holger Kippenhahn. Klaus Gehrmann sicherte nun zu, dass die Schadow-Gesellschaft sich nochmals mit 1500 Euro an der Restaurierung des Gestühls beteiligt. Außerdem wirkte seit 2010 regelmäßig die Jugendbauhütte Brandenburg/Berlin in Horst. Dabei drücken die jungen Leute im Freiwilligendienst dem jeweiligen Objekt einen Stempel auf.

Von Christamaria Ruch

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