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Heiligengrabe Was gegen Cybermobbing hilft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heiligengrabe Was gegen Cybermobbing hilft
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14:00 24.09.2018
Antje Röper vom Präventionsteam der Polizei am Montag in der Grundschule in Blumenthal. Quelle: Björn Wagener
Blumenthal

Joe ist verzweifelt. Er wird in der Schule beleidigt und gemobbt, und das nicht nur im Unterricht. Auch zu Hause ist er den Sprüchen seiner Mitschüler ausgesetzt. Denn er liest sie auf seinem Smartphone. Schnell machen Verleumdungen und üble Anfeindungen gegen ihn in der ganzen Schule die Runde. Jeder Tag dort wird für ihn zum Spießrutenlauf. Irgendwann steht für ihn fest: „Ich halte das nicht mehr aus.“

„Habt ihr jetzt auch einen Kloß im Hals?“, fragt Polizistin Antje Röper, nachdem Sechstklässler der Grundschule Blumenthal den bewegenden Kurzfilm gesehen haben. Auf die Frage, was nun passieren könnte, kommt von den Kindern auch: „Er bringt sich um?“

Das Richtige tun

Diese Gefahr sei tatsächlich real, sagt Antje Röper, doch Joe tut das Richtige. Er schickt seiner Mutter eine Videobotschaft, in der er sein Problem offenbart, nachdem er sich zuvor nicht getraut hatte, mit ihr persönlich darüber zu reden. Sie suchen sich Hilfe an der Schule. Letztlich durchbricht er den Teufelskreis.

Antje Röper vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Ostprignitz-Ruppin sprach am Montag in der Grundschule Blumenthal vor den Kindern über Cybermobbing. So wird die ständige Belästigung von Menschen mit Hilfe von Internetkommunikationsmitteln genannt. Betroffene kann das psychisch schwer belasten.

Niemals antworten

Wer in einer ähnlichen Situation wie Joe steckt, solle das Ganze keinesfalls einfach hinnehmen, aber auch nicht auf die Anfeindungen antworten, rät die Polizistin. Vielmehr solle man sich eine Vertrauensperson suchen oder an die Eltern wenden und gleichzeitig Beweise sammeln, etwa Links speichern. Gemeinsam könne dann überlegt werden, ob die Polizei eingeschaltet werden soll.

Die Beleidigung sei eine Straftat, die mit bis zu zwei Jahren Gefängnis oder Geldstrafe geahndet werden könne. Strafmündig seien Jugendliche ab 14 Jahren. „Aber auch Kinder können Anzeigen bekommen“, sagt Antje Röper.

Vielseitige Präventionsarbeit

Sie ist kreisweit in vielen Schulen, aber auch anderen Einrichtungen unterwegs, um Präventionsarbeit in unterschiedlichen Bereichen zu leisten. Da geht es unter anderem um Verkehrssicherheit und -erziehung, Gewaltprävention oder den Schutz vor Einbrechern. Ihr Publikum sind daher ebenso auch Erwachsene und Senioren. Dem Präventionsteam gehören außerdem Holger Mende und Bernd Krümmling an.

Das Smartphone ist überall

Alle Kinder aus der Klasse, in der Antje Röper am Montag zu Gast war, besitzen offenbar ein Smartphone. Die Arme gehen fast geschlossen nach oben, als die Polizistin danach fragt. Selbst hätten die Kinder aber noch keine Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht.

„Sie wachsen hier sehr behütet auf“, sagt Antje Röper. In anderen Klassen hätten Schüler durchaus schon von Cybermobbing aus eigener Erfahrung berichtet.

Damit sie vorbereitet sind

„Ich möchte dafür sorgen, dass die Kinder darauf eingestellt sind, dass so etwas passieren kann und wie sie dann reagieren sollten.“ Antje Röper habe einen Fall von Cybermobbing auch schon selbst bearbeitet. „Es endete mit einem Täter-Opfer-Ausgleich“.

Schulleiterin Elke Budnick nimmt Präventionsangebote der Polizei gern an. „Wir sind ja froh, dass es so etwas gibt.“

Von Björn Wagener

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