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Heiligengrabe Trommelwirbel bei der Zieleinfahrt in Heiligengrabe
Lokales Ostprignitz-Ruppin Heiligengrabe Trommelwirbel bei der Zieleinfahrt in Heiligengrabe
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00:20 21.05.2019
Die Trommelgruppe macht ordentlich Rabatz beim Empfang der Radler in Heiligengrabe.
Die Trommelgruppe macht ordentlich Rabatz beim Empfang der Radler in Heiligengrabe. Quelle: Christamaria Ruch
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Heiligengrabe

Dieser Empfang ist schon legendär. Trommelwirbel und Trillerpfeifen branden kurz vor dem Zielstrich auf dem Gutshof in Heiligengrabe auf. Die Mädchen und Jungen der Trommelgruppe von Musiklehrer Jost Korf aus Wittstock wirbeln ihre Trommelstäbe. Dann rollt das Radlerfeld heran. Geschafft!

Franziska Maushake (r.) begrüßt die Radfahrer auf dem Gutshof in Heiligengrabe mit flotten Sprüchen. Quelle: Christamaria Ruch

Und das nach einer Etappe, die zwar lang war, aber nicht schöner hätte sein können. Zu ersten Mal bei dieser Tour kam die Sonnencreme zum Einsatz. Es war ein sonniger Tag, und der Wind kühlte die aufkommende Hitze herunter – angenehme Bedingungen, zumal vor allem die erste Hälfte durch Schatten spendenden Wald verlief, etwa in der Hohen Heide, wo es für drei Kilometer auch über Stock und Stein ging.

Viel Sonne, viele Kilometer und viele schöne Ortsdurchfahrten: Die dritte Etappe der diesjährigen Tour de Prignitz hatte alles, was so eine Etappe braucht. In den Dörfern wartete manche Überraschung.

Und es war die Etappe der schönen Empfänge in den Orten. Da ist es wieder zu spüren, das ursprüngliche Tour-Feeling. Los ging das schon bei der Ausfahrt aus Heiligengrabe am Friedenshort. In Langnow wartete Rainer Boddin auf „Hanna“ – gemeint war aber nicht MAZ-Reporterin Hannah Rüdiger, die als erste vorbeifuhr, sondern seine Enkelin.

Warten auf Hanna in Langnow. Quelle: Bernd Atzenroth

In Sarnow warteten die Feuerwehr und das halbe Dorf auf die Radler, während es sich in Sadenbeck gleich eine ganze Gruppe auf Stühlen und mit Getränken am Straßenrand bequem gemacht hat.

Auch in Könkendorf und Blesendorf erwarten Bewohner am Gartenzaun die Tour. In Zaatzke gibt es kurz vor dem Kulturstopp eine kleine Dusche durch die Feuerwehr. Nach dem letzten größeren Etappenhügel kommt dann das wohl am besten geschmückte Dorf der Etappe: Maulbeerwalde. Schilder, Luftballons und Fahrräder säumten den Weg. Bei Bauer Stark ist besonders viel los – Kaffeekränzchen auf der einen Straßenseite, viel Lärm auf der anderen. Und auch der örtliche Sportverein bereitet der Tour einen netten Empfang – ein guter Vorgeschmack kurz darauf anstehende auf die Zieleinfahrt.

In Maulbeerwalde hatten sich die Menschen besonders viel für die Tour-Radler ausgedacht. Quelle: Bernd Atzenroth

„Fahrt schön langsam, denn es bildet sich schon ein Stau“, ruft Franziska Maushake, Moderatorin bei Antenne Brandenburg, von der Bühne herüber. Der 81-jährige Harry Kinitz aus Pritzwalk ist ein großer Tourfan. „Ich bin mit meiner Frau schon sehr oft mitgefahren, mehrmals auch alle Etappen.“

Holger Kippenhahn, Bürgermeister der Gemeinde Heiligengrabe, überrascht seinen Amtskollegen Ronald Thiel aus Pritzwalk und überreicht ihm auf der Bühne das Modell einer Holzstele. Dieser 2,5 Meter große Wegweiser wird von Karsten Bork aus Blandikow gefertigt, demnächst zwischen Hohe Heide und Bölzke aufgestellt und führt die Radler nach Pritzwalk und Heiligengrabe. Vier Fahrradständer sind dort integriert.

Auf der Bühne in Heiligengrabe wird Ronald Thiel (3.v.l.) mit einem besonderen Geschenk von Holger Kippenhahn (3.v.r.) überrascht. Quelle: Christamaria Ruch

Sarah Wegwart von der Gemeinde Heiligengrabe steht hinter dieser Idee. „Wir wollten mal kein Buch verschenken, sondern regionales Handwerk zeigen“, so Wegwart. Heiligengrabe wird die Tour-de-Prignitz-Stadtprämie in Höhe von 1000 Euro in den Spielplatzbau in der Gemeinde stecken.

Veranstalter der Tour de Prignitz sind die MAZ und Antenne Brandenburg. Sie haben dabei erneut wie seit vielen Jahren die Unterstützung ihrer Partner von der AOK Nordost und der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz. In diesem Jahr gehört erstmals Lotto Brandenburg zu den Unterstützern der Tour.

Von Christamaria Ruch und Bernd Atzenroth