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17:19 16.03.2018
Klaus Falk ist oft mit der Kamera in der Region unterwegs. Seine letzten Videos aus Berlinchen liegen allerdings schon einige Jahre zurück. Sie sind jetzt auf Youtube zu sehen.
Klaus Falk ist oft mit der Kamera in der Region unterwegs. Seine letzten Videos aus Berlinchen liegen allerdings schon einige Jahre zurück. Sie sind jetzt auf Youtube zu sehen. Quelle: Christian Bark
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Berlinchen

Sie sind ein Stück Wittstocker Filmgeschichte, die vielen Videos, die Klaus Falk in den vergangenen 25 Jahren in der Region gedreht hat. Der Kameramann und Videoproduzent aus Berlinchen hat denkwürdige Ereignisse wie die 750-Jahr-Feier der Stadt Wittstock aus dem Jahr 1998, aber auch Interviews und Dokumentationen zu allen möglichen Themen in Filmen verewigt. „Die kann ich gar nicht alle aufzählen“, sagt der 53-Jährige.

Neben lokalen Ereignissen wie Ernte-Umzügen, der Karnevalsparty des WCC oder Berichte über die Plattmokers war Klaus Falk aber auch „für jeden Spaß und Unsinn zu haben“, wie er erzählt. Gemeinsam mit dem Radiomoderator Marcus Asmus war er für das Projekt „BHS-TV“ unterwegs, besuchte Leute in Berlinchen spontan beim Mittagessen oder filmte mit versteckter Kamera. „Wir sind mit einem Plastikkothaufen mal in den Kaufland-Markt und haben dann behauptet, da habe jemand hingemacht", erinnert sich Falk schmunzelnd.

In seinem Studio schneidet Klaus Flak die Videos zurecht. Quelle: Christian Bark

BHS, das bedeute übrigens „Berlinchener Heimstudio“. „Mit dem Namen konnte ich Geschäftskunden aber nicht kommen“, sagt der Filmemacher. Denn neben Spaß- und Lokalvideos dreht er professionelle Firmenporträts, Werbespots und Hochzeitsvideos. Also habe er Kunden über die Abkürzung nie aufgeklärt und diese stattdessen in dem Glauben gelassen, die Buchstaben bedeuteten etwas ganz Kompliziertes. Filmemacher war der gebürtige Torgelower schon zu DDR-Zeiten in seiner Freizeit. Eigentlich ist er aber gelernter Dachdecker, wie er sagt. Mitte der 90er habe jedoch ein privater Kabelfernsehenanbieter für das Projekt Ostprignitz-TV (OPK-TV) rekrutiert. „Das ging aber nur ein Jahr“, sagt Falk. Danach habe er sich als Filmemacher selbstständig gemacht und „Blut geleckt“. Fortan war er immer neugierig mit der Kamera unterwegs – auch nur so zum Spaß. „Du musst kreativ sein und vor allem Spaß dabei haben“, erklärt der 53-Jährige. Sonst mache diese Tätigkeit keinen Sinn.

Youtube soll Filmdokumente retten

Vieles, was seit den 90er Jahren an Videos entstanden war, hatte Falk zuletzt auf seiner Webseite „Berlinchen-TV“ präsentiert. Allerdings würden nun nach und nach die Server abgestellt; viele Formate könnten über moderne Webplayer auch gar nicht mehr abgespielt werden. Und so wagte der Filmemacher Anfang des Jahres den Schritt zu den sozialen Netzwerken.

Urheberrechtlich geschützte Musik kann entfernt oder mit Werbung belegt werden. Quelle: Christian Bark

Seit Januar gibt es auf der Internet-Videoplattform Youtube den Kanal Berlinchen-Wittstock. Klaus Falk war fasziniert von der Schnelligkeit und riesigen Datenmenge, die er dort unkompliziert ins Netz laden konnte. „Früher hat allein schon die Filmbearbeitung Tage gedauert“, sagt er. Heute würden moderne Programme dabei helfen, die Videos von einst zu bearbeiten. Denn die bis zu zwei Stunden dauernden Jahresvideos aus Berlinchen wolle er nur in Fragmenten thematisch in Youtube stellen. Für einige Filmformate ist es bereits jetzt zu spät, wie Klaus Falk sagt. Wenn es kein entsprechendes Abspielgerät mehr dazu gibt, sei es sehr schwer, sie zu digitalisieren.

Kapazitätsgrenze irgendwann erreicht?

Doch bislang haben es fast 70 Videos in den Kanal geschafft. Sie werden von Youtube zuvor aber genau gescannt. „Auf urheberrechtlich geschützte Musik“, erklärt der Filmemacher. Das sei aber meist nicht tragisch, dann ploppe eben mal ein Werbefenster auf. „Die wollen ja auch ihr Geld verdienen“, sagt Falk.

Das will er mit seinem Auftritt allerdings nicht, wie er betont. Viel wichtiger sei es ihm, so einen Großteil seiner Filme unverfälscht ins digitale Zeitalter retten und Interessierten aus der Region zugänglich machen zu können. „Wer guckt heute noch Videos oder sogar DVD“, fragt der 53-Jährige. Wichtiger sei heute das Smartphone, von dem Daten schnell abgerufen werden sollen. „Dann haben junge Leute praktisch ein Stück Berlinchen in ihrer Hand“, sagt Falk. Für das Bewerben seines Kanals hatte er sogar seinen alten Facebook-Account reaktiviert. „Wenn erstmal die digitale Vernetzung da ist, wird das zum Selbstläufer“, erklärt er. Doch auch Klaus Falk macht sich Gedanken über die Zukunft. „Ist nicht irgendwann auch mal Youtubes Kapazität erschöpft?“, fragt er.

Die Videos gibt es hier.

Von Christian Bark