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Ostprignitz-Ruppin Helfer in der Not
Lokales Ostprignitz-Ruppin Helfer in der Not
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00:28 16.05.2018
Der Landesbeauftragte für Notfallseelsorge, Stefan Baier (2.v.l.), dankte Joachim Harder  (2.v.r.)  für seine Arbeit als Leiter der Notfallseelsorge des Landkreises Ostprignitz-Ruppin. Anke Schüler (r.) wird seine Nachfolge antreten.
Der Landesbeauftragte für Notfallseelsorge, Stefan Baier (2.v.l.), dankte Joachim Harder (2.v.r.) für seine Arbeit als Leiter der Notfallseelsorge des Landkreises Ostprignitz-Ruppin. Anke Schüler (r.) wird seine Nachfolge antreten. Quelle: Cornelia Felsch
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Neuruppin

Es ist gut, dass man Handys lautlos schalten kann. Doch es gibt auch Situationen, in denen schnelle Informationen dringend notwendig sind.

Das hat der Notfallseelsorger Joachim Harder oft erlebt. Der langjährige Leiter des Notfallseelsorgeteams, Superintendent im Ruhestand Joachim Harder, wurde gestern im Gottesdienst aus dem Dienst verabschiedet. Und auch während dieser festlichen Stunde meldete sich bei seiner Nachfolgerin Anke Schüler die Potsdamer Leitstelle.

„Heute ist es fast 20 Jahre her, dass du die Leitung des Notfallseelsorge-Teams übernommen hast“, sagte Superintendent Matthias Puppe, der in der Klosterkirche die Entpflichtung vornahm. „Deine Kräfte für andere Menschen einzusetzen, war für dich ein fester Bestandteil des Pfarrerseins, und viele Menschen haben dieses Angebot dankbar angenommen.“ Auch der Landesbeauftragte für Notfallseelsorge, Pfarrer Stefan Baier, war nach Neuruppin gekommen, um Joachim Harder für sein Engagement zu danken.

Seelsorger dankt seinen Mitstreitern

Im März 1998 wurde die Notfallseelsorge des Landkreises Ostprignitz-Ruppin von vier Mitgliedern gegründet – auf Initiative des damaligen Landrates Christian Gilde. Die Mitgliedsnummer eins hatte der ehemalige Alt Ruppiner Pfarrer Traugott Kuhnt.Notfallseelsorger helfen in Krisensituationen und wenn Menschen den Tod eines Familienangehörigen verkraften müssen. Sie unterstützen Trauernde und bieten psychosoziale Begleitung an. Auch Zeugen schwerer Unglücke sowie Rettungskräfte, Feuerwehrleute und Polizisten brauchen oft ihre Hilfe, um das Gesehene zu verarbeiten.

Joachim Harder bedankte sich gestern in erster Linie bei seiner Frau. „Sie war für mich da, wenn ich nachts um vier Uhr nach Hause kam, hatte ein offenes Ohr für mich und gab mir wieder Kraft und Zuversicht“, sagte der 69-Jährige im Gottesdienst.

Sein weiterer Dank richtete sich an seine Mitstreiter Ute Eisenack, Andreas Franke und Anke Schüler, die seine Nachfolge antreten wird.

Zu wenig Notfallseelsorger im Landkreis

„Als ich vor 13 Jahren zu euch in die Teamsitzung kam, war ich sehr aufgeregt“, sagte sie gestern in ihrer kurzen Rede. „Dort saßen fast nur Pfarrer. Doch du sagtest ,Hallo ich bin Achim, mein Ausweis hat die Nummer vier, schön dass du da bist. Nebenbei bin ich Superintendent’.“

Schnell lernte sie Joachim Harder als unaufgeregten, wertschätzenden und zuversichtlichen Menschen kennen, der stets ein guter Ratgeber war. „Du hast mir Mut gemacht und mich gelehrt, dass in großer Not ein gemeinsames Gebet helfen kann“, sagte sie.

Dennoch wird es nun schwierig für das Team. „Zu dritt für den ganzen Landkreis zuständig, das können wir nicht packen. Zurzeit arbeiten wir nur auf Zuruf, einen regulären Dienstplan können wir nicht aufstellen“, sagt Anke Schüler. Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer: Zwei Frauen, die im Sommer den Grundkurs absolviert haben, werden das Team dann unterstützen.

Von Cornelia Felsch

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