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Ostprignitz-Ruppin Im Kleiderrausch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Im Kleiderrausch
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16:16 22.12.2013
Irina Wilhelm schöpft bei ihren Kostümen mittlerweile aus einem prall gefüllten Fundus. Quelle: Christamaria Ruch
Kehrberg

Sie näht seit sechs Jahren alle Kostüme für diese historisch belegte Geschichte von 1734. "Ich bin dann immer in der Beobachterrolle und schaue, wie sich die Darsteller in den Kostümen bewegen."

Egal, ob Soldaten, Bauern, feine Damen, das Königspaar oder eben der kleine Wunderknabe in Erscheinung treten, für jede Rolle hat Irina Wilhelm das passende Kostüm genäht. "Ich habe mittlerweile den Überblick verloren und weiß gar nicht, wie viele sich im Fundus befinden", sagt sie. Samt, Brokat, Damast oder Leinen verleihen jedem Gewand den nötigen Chic. Unzählige Stunden saß sie bislang an der Nähmaschine; gut drei Tage Arbeit stecken etwa in einem Kleid. Alles entsteht ohne Vorlage. "Ein Kleid entwickelt sich immer beim Nähen." Dabei schneidert die 60-Jährige nur in ihrer Freizeit. "Ich habe in meiner Kindheit meiner Tante viel beim Nähen zugeschaut und dabei ist wohl was hängengeblieben." Diese einfache Erklärung zählt zum Schlüssel des Näherfolges. Gleichzeitig findet sie dabei Zeit, um abzuschalten. Die examinierte Krankenschwester arbeitet in der Notaufnahme des Kyritzer Krankenhauses. Zwölf Jahre war sie auch als OP-Schwester tätig. "Nadel und Faden sind mir also bekannt", sagt sie schmunzelnd. "Auch beim Nähen ist präzises Arbeiten gefragt."

Die barocken Kleider mit den vielen Details sind eine besondere Herausforderung. Aber auch die vier Soldatenuniformen forderten das ganze Geschick. "Das alles identisch nähen, war sehr schwierig, und dabei kann man auch die Lust verlieren." Während sie näht, baut Ehemann Reinhard alle Requisiten für das Theaterstück oder gesellt sich mitunter auch an die zweite Nähmaschine.

Ein Reifrock bereitete Irina Wilhelm vor einigen Jahren besonderes Kopfzerbrechen: Wie soll dieser nur genäht werden? Ein Besuch im Meyenburger Modemuseum und das Gespräch mit Josefine Edle von Krepl brachte dann buchstäblich Bewegung in diese Sache. Nach der Vorlage eines historischen Modells nähte dann Irina Wilhelm das tragbare Stück aus gelbem Seidenstoff.

"Die Geschichte des Wunderknaben von 1734 darf nicht vergessen werden, denn es ist auch die Geschichte von Kehrberg", sagt Irina Wilhelm. Dieser Anspruch treibt sie und das 30-köpfige Ensemble seit 2007 an: Die Tragik des kleinen Johann Ludwig Hohenstein steht im Mittelpunkt der alljährlichen Aufführung. "Das Stück läuft immer nur hier in Kehrberg und soll auch niemals zum billigen Klamauk werden. Das Schicksal dieses kleinen Jungen bleibt für uns immer im Vordergrund."

Weitere Ideen schweben ihr bereits vor: "Das wäre doch etwas, wenn eine historische Lesung über den Wunderknaben stattfindet und dabei einzelne Szenen gespielt werden."

Von Christamaria Ruch

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