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Ostprignitz-Ruppin Initiative kämpft weiter gegen Windräder
Lokales Ostprignitz-Ruppin Initiative kämpft weiter gegen Windräder
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14:13 06.04.2017
Engagiert gegen Windräder vor Protzens Haustür: Ortsvorsteher Dieter Sarnow
Engagiert gegen Windräder vor Protzens Haustür: Ortsvorsteher Dieter Sarnow
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Protzen

Die Protzener Bürgerinitiative „Gegen Windräder-Wildwuchs in OPR“ kämpft weiter gegen das geplante Windkrafteignungsgebiet „Stöffin West“. Zwar wird der zweite Entwurf des Regionalplans Wind das Gebiet gegenüber früheren Planungen um 50 Hektar kleiner ausweisen. Dennoch hält Ortsvorsteher Dieter Sarnow, der sich gegen mögliche neue Windräder engagiert, das nördlich von Protzen gelegene Gebiet für denkbar ungeeignet.

Am 26. April wird die Regionalversammlung über den zweiten Entwurf des Regionalplans Wind beraten. Voraussichtlich ab Juni, so der Leiter der Regionalen Planungsstelle Ansgar Kuschel, können Interessierte ihre Einwände gegen den Entwurf erheben. Sarnow hofft, dass sich möglichst viele Menschen mit „Stöffin West“ auseinandersetzen. „Jeder ist gefragt“, sagt er. Bei der Auslegung des ersten Entwurfes hätten etwa 30 bis 40 Protzener ihre Kritik an dem Gebiet geäußert. Gar nicht schlecht für ein 400-Einwohner-Dorf, findet er.

Ornithologe soll Vogelvorkommen untersuchen

Sarnow hofft auf ein zweites faunistisches Gutachten, dass die Gemeinde in Auftrag gegeben hat. Seit Jahresanfang untersucht ein Ornithologe, welche Vögel im Umkreis der möglichen neuen Windräder leben. „Wir haben hier den Rotmilan, Störche und Kraniche“, sagt Sarnow. Ein erstes faunistisches Gutachten hatte zwar durchaus Vogelreichtum um Protzen nachgewiesen – allerdings werden die nachgewiesenen Vogelarten nicht bei den tierökologischen Abstandskriterien erwähnt, die berücksichtigt werden müssen, wenn neue Windkrafteignungsgebiete ausgewiesen werden. Nur Arten, die darin ausgewiesen werden, können auch als Argument gegen Windräder dienen. Sarnow hofft jetzt, dass ein längerfristiges Gutachten neue Erkenntnisse bringt.

Der zweite Entwurf des Regionalplans soll zwei Monate öffentlich ausgelegt werden. Die Ergebnisse des faunistischen Gutachtens könnten auch noch danach vorgebracht werden, sagt Kuschel. „Das wären weitere Sachinformationen für uns.“

Aus 252 Hektar wurden 192 Hektar

Das Windkrafteignungsgebiet „Stöffin West“ war im ersten Entwurf des Regionalplans 252 Hektar groß. Inzwischen sind es voraussichtlich nur noch 192 Hektar – Platz für mehr als zehn Windräder. Dieter Sarnow geht davon aus, dass die Windräder im zweiten Entwurf bis auf 750 Meter an Protzen heranrücken. Dem widerspricht Kuschel jedoch. Der vereinbarte Mindestabstand von 1000 Metern werde bei dem zwischen Protzen, Manker, Küdow und Stöffin gelegenen Windkraftgebiet eingehalten – „bei allen der vier umliegenden Orte.“

Von Frauke Herweg