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Ostprignitz-Ruppin Jeder vierte Crash in OPR ist ein Wildunfall
Lokales Ostprignitz-Ruppin Jeder vierte Crash in OPR ist ein Wildunfall
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10:19 21.04.2015
Bei jedem vierten Unfall in Ostprignitz-Ruppin sind Wildtiere im Spiel. Quelle: dpa
Neuruppin

Zusammenstöße mit Rehen, Waschbären, Wildschweinen und anderen Wildtieren bleiben die häufigste Unfallursache im Landkreis. 895 sogenannte Wildunfälle registrierte die Polizei im vergangenen Jahr in Ostprignitz-Ruppin, das war jeder vierte Unfall. Die Polizei ist ratlos. Zwar waren das etwas weniger Wildunfälle als 2013, aber es gibt weder ein Allheilmittel dagegen, noch einen richtigen Unfallschwerpunkt. „Überall, wo wir Wald haben, kracht es“, sagte gestern Toralf Reinhardt, Pressesprecher der Polizeidirektion Nord in Neuruppin. Besonders oft passiert das auf der Landesstraße zwischen Neuruppin und Kunsterspring sowie auf der Autobahn – meist in der Dämmerung am Morgen oder in den Abendstunden, wenn die Tiere einen Schlaf- oder Futterplatz suchen. Zwar dürfte jeder Autofahrer die Gefahr kennen, dennoch kann längst nicht jeder rechtzeitig bremsen, wenn plötzlich ein Rudel Rehe über die Straße rennt.

Vieles wurde bereits ausprobiert, um Wildunfälle zu verhindern: CDs und flatternde, silberne Bändchen wurden an Straßenbäume gehängt, in denen sich das Scheinwerferlicht spiegelt und die Tiere vor dem Passieren der Straße abhalten sollen; Duftmarken wurden an Leitpfosten und Bäume angebracht, die Rehe, Schweine und Waschbären von der Straße fernhalten sollen – geholfen hat das alles aber nichts. „Das einzige, was wirklich wirkt, sind Wildschutzzäune“, ist Lutz Jaenicke, Chef der Polizeiinspektion Neuruppin, überzeugt. In gewissen Abständen müssten zwar Durchlässe für die Tiere bleiben, damit diese auch mal ihr Revier wechseln oder an anderen Stellen Futter suchen können. An diesen Stellen müssten Autofahrer eben durch Schilder „Achtung, Wildwechsel“ gewarnt werden, so Jaenicke. Möglicherweise müsste an diesen Stellen sogar das Höchsttempo auf 30 Stundenkilometer begrenzt werden.

Doch so einfach ist das nicht. Das weiß auch Jaenicke. Denn für das Aufstellen von Warnschildern gibt es ganz genaue Vorschriften. Nur wenn innerhalb eines Jahres in einem Bereich von 300 Metern fünf Unfälle passieren, gilt dieser Bereich als sogenannte Unfallhäufungsstelle – und darf entsprechend ausgeschildert werden. Auch das Aufstellen von Wildschutzzäunen wäre dann berechtigt. Aber die Polizei kann das nicht anweisen. Für den Antrag ist der jeweilige Eigentümer der Straße verantwortlich, die Genehmigung erteilt dann die Straßenbehörde beim Landkreis. Hinzu kommt, dass sich die Wildtiere fast im gesamten Landkreis wohl fühlen. „Selbst auf dem Abschnitt zwischen Neuruppin und Kunsterspring müssten die Warnschilder eigentlich wieder abgebaut werden“, sagt Polizeisprecher Reinhardt. Zwar gibt es dort viele Wildwechsel und auch viele Unfälle, aber nicht unbedingt fünf in einem Bereich von 300 Metern.

Gleichwohl plädiert die Neuruppiner Polizei dafür, dass die Schilder „Achtung, Wildwechsel“ dort an der Landstraße bleiben. Sprecher Reinhardt hat mit dem Auto selbst schon mal ein Reh erwischt. „Das war am Ende eines Wildschutzzaunes.“ Den Schaden von 3500 Euro übernahm zum Glück die Versicherung. Reinhardt plädiert dafür, dass Autofahrer vorsichtiger unterwegs sein sollten, gerade in der Dämmerung.

Das zeigt auch ein Blick in den Polizeibericht. Allein am Wochenende kam es im Landkreis zu vier Wildunfällen: Am Freitag stieß gegen 23.30 Uhr eine 31-Jährige mit ihrem Skoda bei Heiligengrabe mit einem Reh zusammen, am Sonnabendmorgen gegen 10.30 Uhr ein 56-Jähriger mit seinem Citroën bei Roddahn (Amt Neustadt) und am Abend erwischte erst gegen 21.40 Uhr ein BMW-Fahrer bei Freyenstein ein Reh; ein weiterer BMW-Fahrer überfuhr eine halbe Stunde spätet bei Sewekow einen Fuchs. In allen Fällen blieb es bei Sachschäden, die sich auf knapp 4000 Euro summieren.

Auch Polizeisprecher Reinhardt musste am Sonntagabend auf dem Weg nach Hause besonders vorsichtig sein. „Direkt neben der Autobahn ästen Rehe.“ Diese ließen sich durch die Autofahrer glücklicherweise nicht stören und futterten einfach weiter.

Von Andreas Vogel

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