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Ostprignitz-Ruppin Kakaofabrik meldet Insolvenz an
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kakaofabrik meldet Insolvenz an
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18:35 03.04.2018
Kakaopulver aus Fehrbellin Quelle: Peter Geisler
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Fehrbellin

Obwohl die Kakaofabrik Euromar in Fehrbellin in der vergangenen Woche beim Amtsgericht Neuruppin Insolvenz anmelden musste, soll die Produktion so schnell wie möglich weiter gehen. „Die Fabrik befindet sich in einem guten Zustand“, sagte am Montag der vorläufige Insolvenzverwalter Rolf Rattunde aus Berlin. Grund für den Insolvenzantrag ist demnach, dass die Fabrik kein Geld mehr hat, um ihre Schulden zu bezahlen und neues Kakaopulver zu kaufen.

Zu dünne Liquiditätsdecke

Ausgelöst wurde die Finanzmisere bei Euromar laut Rattunde dadurch, dass die Preise für Kakaopulver stark gestiegen, der Wert des britischen Pfunds, mit dem der Rohstoff üblicherweise gehandelt wird, jedoch erheblich gesunken sei. Diese Entwicklung habe die Kakaofabrik mit ihrer eher „dünnen Liquiditätsdecke“ nicht abfedern können. Deshalb habe die Produktion in den vergangenen Tagen auch geruht, so Rattunde. Allerdings sollte sie möglicherweise am Montagabend schon wieder starten. „Wir sind gerade dabei, Rohstoffe zu kaufen“, sagte der Insolvenzverwalter. Schließlich müssten jetzt eigentlich die Arbeiten für die Süßwaren für das Ostergeschäft beginnen. Rattunde hat die schwierige Situation in der vergangenen Woche bereits den 130 Mitarbeitern von Euromar in Fehrbellin erklärt. Für Dienstag ist zudem eine Betriebsversammlung geplant.

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Fabrik produziert normalerweise 365 Tage im Jahr

Die Kakaofabrik in Fehrbellin bezieht ihre Kakaobohnen nicht allein aus Westafrika wie der Elfenbeinküste und Ghana, sondern ebenfalls aus Ekuador, Jamaika und Indonesien. Die Bohnen werden in Fehrbellin gereinigt, geröstet und über drei Mahlstufen zu Kakaomasse verarbeitet. Diese wird in der Schokoladen-, Süßwaren-, Eiscreme- und Backwarenindustrie eingesetzt. Fehrbellin liefert für viele namhafte Schokoladenhersteller die Kakaobutter. Produziert wird normalerweise an 365 Tagen in Jahr, und zwar im Schichtsystem. Deshalb ist der Insolvenzverwalter auch optimistisch, dass sich für die Kakaofabrik eine Lösung finden wird.







Von Andreas Vogel