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Ostprignitz-Ruppin Kita-Kinder kamen ins Kochbuch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kita-Kinder kamen ins Kochbuch
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00:19 23.11.2017
Die große Gruppe des Dorfkindergartens Zernitz hat für das Kochbuch eines Lübecker Verlages Kartoffelpuffer gebacken. Quelle: Sandra Bels
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Zernitz

Welches Kind kann schon von sich behaupten, eine Doppelseite in einem Kochbuch zu haben? Sicher nur ganz wenige kleine Köche. Der Dorfkindergarten Zernitz hat es mit seinen Kartoffelpuffern geschafft. Die große Gruppe von Henriette Silkinat schnippelte, schälte und rieb Kartoffeln für eine Veröffentlichung im „Zauberhaften Koch- und Backbuch mit Eddi Spaghetti“ vom „C. d. C. Verlag“ in Lübeck.

Stolz zeigen die kleinen Köche das bunte Buch mit den vielen Bildern. „Das sind wir beim Puffer backen“, sagt ein Mädchen. Erzieherin Carmen Pauly fotografierte die Kinder dabei. „Wir haben alles selbst gemacht“, erzählt Kitaleiterin Henriette Silkinat. Sogar die Kartoffeln wurden im eigenen Garten geerntet. Die Kita baut dort saisonales Gemüse an, dass in der hauseigenen Küche für das Mittagessen verwertet wird. Dazu gehören Bohnen, Sellerie und Porree, aber auch Kresse, Tomaten, Gurken und Paprika. Köchin Beate Gollmer bringt alles in Töpfe und Pfannen und dann auf den Tisch.

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Mit Hingabe schnibbelten und rieben die Kinder die Kartoffeln für die Puffer. Quelle: Sandra Bels

Und so war es natürlich auch Ehrensache, dass die eigenen Äpfel im Topf zu Apfelmus wurden, das dann auf die Puffer kam. „Wir haben zwar keine Kinderküche, aber schnippeln und reiben kann man auch am Tisch“, so die Kitaleiterin. Die Kinder bereiteten alles im Essenraum der Kita vor. Gebacken wurde im Refugium von Köchin Beate Gollmer. Und selbstverständlich gab es an diesem Tag Kartoffelpuffer für alle 58 Kinder des Zernitzer Dorfkindergartens.

Das Rezept ist in dem Buch nachzulesen. Gebraucht werden 30 mittelgroße Kartoffeln, sieben Eier Größe L, 700 Gramm Mehl, zwei Zwiebeln und eine Prise Salz. Auf Seite 56 im Kochbuch ist alles erklärt und man sieht auf vielen Bildern, wie viel Freude und Spaß die Zernitzer Kinder beim Vorbereiten und Backen hatten.

Die Kinder müssen lecker finden, was sie kochen

„So soll es sein“, sagt Vera Wilhelm. Sie ist Redakteurin beim C. d. C. Verlag. Er lässt den Mitwirkenden freie Hand bei der Auswahl der Rezepte. „Es muss auch keine perfekte Küche da sein“, sagt Vera Wilhelm. Es gebe Einrichtungen, da würden die Erzieherinnen alles zum Kochen oder Backen von Zuhause mitbringen. „Wir erwarten keinen gespickten Rehrücken oder handgeschabte Spätzle“, sagt die Redakteurin. „Die Kinder müssen lecker finden, was sie kochen“, fügt sie an. Sie sollen sich mit Lebensmitteln auseinandersetzen und vor allem Spaß haben.

Der Verlag wählt bundesweit Kindereinrichtungen für seine Bücher aus und arbeitet laut Vera Wilhelm gern mit kleineren Häusern zusammen. Die Kochbücher werden seit fast 20 Jahren in genau der gleichen Art und Weise verlegt: bunt und kindgerecht. „Unsere Bücher sind für Kinderhände gemacht“, sagt Vera Wilhelm. Sechs bis acht Ausgaben erscheinen pro Jahr.

Im Dorfkindergarten Zernitz können die Eltern die Ausgabe bestellen, an der ihre Kinder mitgewirkt haben. Henriette Silkinat hat schon ein paar Anfragen. Sie ist sehr froh darüber, das sich die Gemeinde Zernitz-Lohm die Kitaküche noch leistet.

Viel Lob auch von den Eltern

„Wir bekommen auch sehr viel Lob von den Eltern dafür“, erzählt die Kitaleiterin. Viele seien schon morgens begeistert, wenn es aus der Küche duftet. „Unsere Köchin kocht salzarm und kindgerecht“, sagt die Kitaleiterin. Sie liest viel, informiert sich immer wieder und bringt neue Ideen in die Kitaküche mit. Deshalb hat die Kitaleiterin Köchin und Erzieherin Carmen Pauly auch zu einer Fortbildung bei der Sarah-Wiener-Stiftung geschickt, wo sie am Projekt „Genussbotschafter“ teilnahmen. Die beiden wurden darin geschult, Kindern Spaß am Umgang mit frischen Lebensmitteln zu vermitteln. In der Kita soll sich das Rad im kommenden Jahr noch ein Stück weiter drehen. „Wir wollen die Kinder mehr in die Zubereitung des täglichen Mittagessens mit einbeziehen“, sagt Henriette Silkinat. Sie weiß, dass sich die beiden Projektteilnehmerinnen dafür Anregungen bei der Fortbildung geholt haben. Es gehe darum, den Kindern gesundes Essen und seine Zubereitung näher zu bringen. „Und wir wollen künftig auch mehr einheimische Produkte verarbeiten“, so die Kitaleiterin.

Von Sandra Bels

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