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Kyritz Kyritzer Betrügerin bot Handys an und muss jetzt hinter Gitter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Kyritzer Betrügerin bot Handys an und muss jetzt hinter Gitter
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01:15 26.05.2019
Das Neuruppiner Amtsgericht verurteilte am Donnerstag eine 29-jährige Betrügerin zu einer Haftstrafe. Quelle: dpa
Neuruppin

58 Taten innerhalb von zwei Jahren und ein Schaden von rund 16 000 Euro: „Da kann keine Strafe mehr zu Bewährung herauskommen“, befand das Neuruppiner Amtsgericht. Es verurteilte eine 29 Jahre alte Frau aus Kyritz zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren.

Angeklagte bat um Bewährungsstrafe

Die Frau hatte vor der Urteilsberatung an das Gericht appelliert, dass ihr alles wirklich leid tue und sie bei ihren Kindern bleiben möchte. Dieser Bitte entsprach das Gericht nicht, obwohl es einsah, wie schwierig es für sie als Mutter minderjähriger Kinder ist, ins Gefängnis zu müssen.

Aber das Gericht sah keine andere Möglichkeit, ihrem kriminellen Handeln ein Ende zu setzen. Zwischen April 2016 und Januar 2018 hatte die junge Frau ihr Einkommen damit aufgebessert, dass sie insbesondere hochwertige Handys übers Internet anbot. Telefone, die sie nicht hatte.

„Es kam wie es kommen musste: Die Käufer bezahlten, erhielten aber ihre Ware nie“, sagte die Staatsanwältin. Insgesamt erlangte die Angeklagte auf diese Weise 12 460 Euro. „ Sie hat Leute im ganzen Bundesgebiet um ihr Geld gebracht“, so die Staatsanwältin.

Sie hat Bruder mit in ihre Straftaten hineingezogen

Im letzten Halbjahr stieg ihr jüngerer Bruder mit in das Geschäft ein. Er kam mit einer Bewährungsstrafe davon und muss innerhalb von sechs Monaten 400 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Außerdem bestellte die junge Frau bei Versandhäusern Waren im Wert von 3 370 Euro. Darunter waren Spielzeug, Kosmetikartikel und anderes. Das alles geschah in dem Wissen, dass sie die Sachen nicht bezahlen konnte. Stand sie bei den Händlern auf der schwarzen Liste, gab sie Konten von Familienangehörigen an oder bestellte auf deren Namen – geliefert wurde an die Angeklagte.

Skrupelloses Vorgehen

Eine „skrupellose Vorgehensweise“ warf ihr die Staatsanwältin vor. Die 29-Jährige hatte ihre Kunden unter Druck gesetzt, von einem Käufer so gar noch einmal einen Zuschlag verlangt mit der Zusicherung, sofort nach Zahlungseingang das gekaufte Handy zu schicken.

In einem anderen Fall hatte sie auf ihre Kinder geschworen, das Bestellte zu senden. „Sie hat sich ganz geschickt verhalten. Dass musste sie auch, um mit der Masche Erfolg zu haben“, sagte Richter Jan Eßer.

Und Erfolg hatte sie offensichtlich, wobei ihr es ihre Opfer auch leicht machten in der Hoffnung, ein Schnäppchen ergattern zu können. „Wenn man ein Iphone für 200 oder 300 Euro billiger kauft, kann man Glück haben – aber auch nicht“, sagte Jan Eßer.

Geständnisse waren strafmildernd

Die Kunden der Angeklagten hatten Pech. Wenigstens ersparte sie durch ihr Geständnis den zahlreichen Geprellten aus dem ganzen Bundesgebiet, nach Neuruppin zum Gericht reisen zu müssen. „Sie hat Verantwortung für das, was sie getan hat, übernommen. Das ist ihr hoch anzurechen“, sagte Jan Eßer.

Die Betrügereien, so Eßer, waren eine ganz bewusste Entscheidung. „Es war einfach, und es hat funktioniert. Dass das strafbar ist, wusste sie.“ Sie habe ihren Kindern ein besseres Leben ermöglichen wollen. „Sie sollten es besser haben als ich“, sagte sie, die von ihrer „Scheißkindheit“ berichtete mit einem gewalttätigen alkoholkranken Vater und Heimaufenthalten.

Bei ihrem jüngeren Bruder wertete das Gericht sein Geständnis ebenfalls als strafmildernd.

Mitangeklagter zeigte sich sehr einsichtig

Es hielt ihm außerdem zugute, dass er, nachdem er bei seiner Schwester eingezogen war, mehr oder weniger da hineingerutscht sei. Die polizeiliche Wohnungsdurchsuchung habe ihm wohl die Augen geöffnet. „Da hat es bei mir Klick gemacht, dass es so nicht weiter gehen kann“, hatte der 22-Jährige vor Gericht gesagt.

Die Staatsanwältin hielt der vorbestraften jungen Mutter vor, unglaublich viel Zeit darauf verwandt zu haben, andere um ihr Geld zu bringen. Zeit, in der sie sich besser um einen Job hätte bemühen und Bewerbungen schreiben sollen.

Das Gericht war davon überzeugt, dass sie es nicht ohne professionelle Hilfe schafft, sich aus diesem Kreislauf zu lösen, sich auf illegale Weise Geld zu beschaffen, wenn es mal wieder knapp wird.

Von Dagmar Simons

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