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Kyritz Tierischer Besuch im Seniorenzentrum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Tierischer Besuch im Seniorenzentrum
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00:21 20.12.2018
Ulrich Baum (r.) mit seinen Alpakas bei seinem Besuch im Azurit-Seniorenzentrum in Kyritz. Quelle: André Reichel
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Kyritz

Ulrich Baum und seine beiden Alpakas „Franz“ und „Merlin“ vom Alpakahof Ruppiner Land in Segeletz sind ein gefragtes Team. Jetzt in der Vorweihnachtszeit sind sie beispielsweise als Weihnachtsmann und dessen tierische Begleiter unterwegs und erfreuen mit ihren Auftritten nicht nur die jüngsten Besucher auf den Adventsmärkten in der Region.

Die Bewohner des Azurit-Seniorenzentrums in Kyritz haben zwar ihre tägliche Ablenkung, doch wenn Alpakas zu Besuch kommen, leuchten ihre Augen ganz besonders.

Der Alpaka-Mann und seine beiden getreuen Begleiter sind jedoch bei weitem nicht nur in weihnachtlicher Mission unterwegs. Ulrich Baum besucht auch Seniorenheime. Jüngst erst machte der 57-jährige Segeletzer eine Stippvisite im Azurit-Seniorenzentrum in Kyritz. Natürlich hatte er Merlin und Franz mit dabei. Die Alpakas ließen sich mühelos aus dem Anhänger bugsieren und auch vor der Schiebetür am Haupteingang hatten den Tieren keinerlei Scheu.

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In besonderer Mission unterwegs

Das Trio wurde bereits vom Einrichtungsleiter Mario Bohnsack und einigen seiner Mitarbeiterinnen erwartet. Ulrich Baum und seine Tiere hatten an diesem Vormittag eine ganz besondere Mission. Sie statteten den Bewohnern einen Besuch ab.

Tiergestützte Intervention nennt Ulrich Baum derartige Aktionen, bei denen die Alpakas die unbestrittenen Hauptakteure sind. Die flauschigen Tiere mit den großen braunen Augen kommen bei den allermeisten Menschen gut an.

Zur Begrüßung eine Umarmung

So wundert es auch nicht, dass Merlin und Franz schon im Eingangsbereich gedrückt, umarmt und gestreichelt wurden. Der Besuch dort war nicht der Erste seiner Art. Zwar ist es schon eine Weile her, doch Ulrich Baum und die Alpakas waren schön öfters im Kyritzer Azurit-Seniorenzentrum. Mario Bohnsack, seit vier Jahren Leiter des Kyritzer Seniorenzentrums in der Pritzwalker Straße, ist vom tierischen Besuch begeistert.

Schon als Chef in Perleberg und Wittenberge setzte er auf die positive Wirkung, die Besuche wie diese bei den betagten Bewohnern haben. „Den Alpakabesuch hier bei uns in Kyritz planen wir künftig öfter ein“, sagt Mario Bohnsack voll des Lobes schon zu Anfang.

Alpakas im Fahrstuhl

Der Einrichtungsleiter wurde auch nicht enttäuscht, denn die Alpakas waren die großen Stars bei den Senioren. Problemlos ließen sich die Tiere in den Fahrstuhl bugsieren, denn die obere Etage sollte als erstes Besuch bekommen. Helmut Reiter, einst aus Wittstock und nun Heimbewohner, half Uli Baum, in dem er eines der Alpakas führte. Alle, die sonst noch im Fahrstuhl mitfuhren, staunten. „Das haben wir alles trainiert“ berichtet Ulrich Baum.

In der oberen Etage waren zu diesem Zeitpunkt die meisten Bewohner im Gemeinschaftsraum versammelt, lasen Zeitung, sahen fern oder unterhielten sich. Doch als die Alpakas in Sicht kamen, hatten alle nur noch Augen für die Tiere. Viele Bewohner kommen vom Lande und waren den Umgang mit Tieren gewöhnt. Merlin und Franz wurden mit leuchtenden Augen bestaunt, gestreichelt, geknuddelt und umarmt.

Die Tiere sorgten für viel Freude

Die aus Oranienburg stammende Ursula Wilhelm war gleich die erste, die sich mit den beiden Alpakas beschäftige und hatte sichtlich viel Freude dabei. Auch Heinz Hörster, einst in Brüsenhagen zu Hause, ging mit den Tieren auf Tuchfühlung.

Die geduldigen Tier ließen all dies problemlos mit sich machen. Doch bis es so weit war, mussten der zwölfjährige Merlin und der zwei Jahre jüngere Franz bei Herrchen Ulrich Baum eine fast einjährige Ausbildung machen. Zwar sind Alpakas von Natur aus friedfertig, doch die Scheu vor fremden Menschen muss ihnen dann aber doch erst abtrainiert werden. „Es sind nun mal Fluchttiere“, so Ulrich Baum.

Verabschiedet fast wie Familienmitglieder

Ihre Mission erfüllten Merlin und Franz auch bei der aus Döllen stammenden 90-jährigen Margarete Schimkowiak und auch der im Rollstuhl sitzende Alfred Notacker freute sich über die Begegnung mit den Alpakas.

Als sich Ulrich Baum mit seinen Alpakas wieder auf den Weg mache, wurden sie verabschiedet, wie Familienmitglieder. Natürlich vergas er nicht, auch die Bewohner im Erdgeschoss einen Besuch abzustatten. Bald schon, wird er wieder kommen und seine tierischen Begleiter werden dann natürlich nicht fehlen.

Von André Reichel

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