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Kyritz „Atelier für jedermann“ in Kyritz eröffnet
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz „Atelier für jedermann“ in Kyritz eröffnet
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00:24 30.03.2019
Als Profi hatte Bernd Demmig für die Teilnehmer des ersten „Ateliers für jedermann“ jede Menge Tipps parat. Quelle: Alexander Beckmann
Kyritz

Wenn jetzt einer der Bleistifte zu Boden fiele, wäre das in der Stille wie ein Schuss. Minutenlang hört man im Ausstellungsraum nichts außer dem Kratzen der Minen auf dem Papier.

Gleich beim ersten Treffen des „Ateliers für jedermann“ in der Kyritzer Stadtbibliothek haben die sieben Teilnehmer eine anspruchsvolle Aufgabe vor sich: ein Stillleben mit exotischer Muschel, brauner Glasflasche und weißem Krug samt Blütenzweig.

Ein Experte ist mit von der Partie

Das Stillleben mit Flasche, Vase und Muschel ist das erste Motiv. Quelle: Alexander Beckmann

Ausgedacht hat sich das Bernd Demmig aus Roddahn. Er leitet an diesem Nachmittag die Runde für alle, die sich einfach aus Spaß mal wieder mit dem Malen und Zeichnen befassen wollen. Immer am ersten und dritten Donnerstag des Monats soll der öffentliche Treff von nun an stattfinden.

„Wir machen das schon eine ganze Weile privat im Freundeskreis“, erzählt Bernd Demmig. Man setze sich zusammen und bringe irgendein Motiv aufs Papier. „Man muss sich einfach ein bisschen was einfallen lassen: eine Figur oder ein Porträt. Eine Drucktechnik wie der Linolschnitt wäre auch noch eine Möglichkeit.“ An Abwechslung werde es dem „Atelier für jedermann“ bestimmt nicht mangeln.

Demmig ist vom Fach. „Ich hab das mal studiert“, erzählt der 58-Jährige, der bis heute freischaffend als Grafiker und Designer aktiv ist.

Niemand erwartet Perfektion

Seinen Mitstreitern in der Stadtbibliothek versucht er ein wenig den Respekt vor dem Motiv und dem großen weißen Blatt Papier zu nehmen: „Man muss ja keine fotografische Abbildung machen.“

Wichtiger sei das Nachdenken über das Bild. „Das muss man sich vorher erst mal überlegen: Zeichne ich das so, wie es da ist, oder mache ich was ganz anderes draus?“

Aber irgendwie wiederzuerkennen sollten die Gegenstände da auf dem Tisch inmitten des Stuhlkreises doch sein.

Gute Tipps fürs Handwerk

Demmig gibt Tipps, wie sich die komplizierte Struktur der Muschel abbilden lässt und hat auch einen ganz allgemeinen Rat parat: „Man sollte sich einen Spiegel mitbringen und sich das Bild da drin angucken. Da siehst du Sachen, die fallen dir sonst nie auf.“ Oder: „Mach mal an der Kanne noch was, damit da ein bisschen Dunkelheit reinkommt! Dann rückt die ein Stück nach hinten.“

Frauen sind an diesem Nachmittag klar in der Überzahl. Aus Kyritz, Neustadt, Wulkow, Hohenofen und sogar Vehlgast sind sie hergekommen. Vielen, aber beileibe nicht allen, merkt man an, dass das Zeichnen für sie keine absolut neue Erfahrung ist.

Demmigs Hinweise gehen dann auch schon mal ins gestalterische Detail, beispielsweise in Sachen Schraffur: „Wenn du so gerade Striche machst, dann wirkt das so routiniert. Ich finde es immer interessanter, wenn da Kringel sind.“

Bald lässt sich auf den Blättern das Motiv zumindest erahnen. Die Zeichenstile sind ganz unterschiedlich: von fast technisch bis beinahe impressionistisch.

Kunst schafft Entspannung

„Ich weiß gar nicht, wie lange ich keinen Zeichenstift mehr in der Hand hatte“, bekennt eine der Teilnehmerinnen. Doch eben daran haben viele ganz offensichtlich ihren Spaß. Die Ergebnisse ihrer zweistündigen Bemühungen sollen ja nicht gleich ausgestellt werden. Zumindest noch nicht.

Auch Susanne Geitz aus Wulkow genießt diesen Nachmittag: „Ich hab eigentlich viel zu tun“, sagt die Landschaftsplanerin, „aber ich finde das hier sehr entspannend – vor allem so in Gesellschaft.“

Fortsetzung folgt am 4. April

Viele der Premierenbesucher des „Ateliers für jedermann“ werden wohl auch beim nächsten Mal wieder mit dabei sein. Und für ein paar mehr Teilnehmer wäre noch Platz.

Zeichenmaterial steht den Teilnehmern bei Bedarf zur Verfügung. Quelle: Alexander Beckmann

Nächster Termin ist der 4. April ab 15 Uhr wieder in der Stadtbibliothek am Kyritzer Marktplatz. ­Zeichenmaterial steht bei Bedarf gegen eine kleine Spende zur Verfügung.

Von Alexander Beckmann

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