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Kyritz In diesem Container verbirgt sich eine Flammenhölle
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz In diesem Container verbirgt sich eine Flammenhölle
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00:24 10.05.2019
Bei der Übung in Kyritz qualmte es wie bei einem echten Brand. Quelle: Julia Redepenning
Kyritz

Es brennt. In wenigen Minuten stehen das Zimmer oder der Keller in Flammen. Materialien wie Holz, Kunststoffe oder Flüssigkeiten entzünden sich. Es entstehen Rauchgase. Die sind nicht nur giftig, sondern für Feuerwehrleute eine enorme Gefahr, denn auch diese können sich entzünden. Eine Flammenhölle entsteht. Flashover, Rollover oder der Backdraft lauten die Fachworte dafür. Sie sind nicht zu unterschätzen.

60 Feuerwehrleute aus dem gesamten Landkreis

Damit die Helfer der Feuerwehr auf solche Situationen bestens vorbereitet sind, wird in der Kreisfeuerwehrschule in Kyritz regelmäßig eine Zusatzausbildung im sogenannten Brandcontainer angeboten. Unter Anleitung von Ausbilder Detlef Krone absolvierten so auch kürzlich erst wieder 60 Männer und Frauen zwei Übungsläufe durch diese Flammenhölle.

In der Kreisfeuerwehrschule Kyritz übten rund 60 Atemschutzgeräteträger aus dem ganzen Landkreis Ostprignitz-Ruppin den Ernstfall in einer Flammenhölle.

Gekommen waren sie aus dem gesamten Kreis Ostprignitz-Ruppin. Feuerwehrleute also aus Kyritz, Wittstock, Neustadt, Wusterhausen, Neuruppin, Rheinsberg, Temnitz und Heiligengrabe reisten an.

Das erste Mal in einer solchen Situation

Bei dieser „Heißausbildung“ im mobilen Übungscontainer der Firma Dräger aus Braunschweig konnte jeder Teilnehmer seine Grenzen genau unter die Lupe nehmen. „Wir üben, als wäre es ein wirklicher Kellerbrand“, erklärte Detlef Krone.

Laut Einsatzbefehl befanden sich die Trupps in einem brennenden Keller. Vorgegangen wurde zu zweit. Gerade für die frisch ausgebildeten Atemschutzgeräteträger ist es oft das erste Mal, dass sie so eine Situation erleben. „Solche Übungen sind wichtig, damit im Ernstfall alles sitzt“, so Krone.

Schutzkleidung wie im echten Einsatz

Im Vorfeld einer jeden Übung mussten sich alle Teilnehmer ordnungsgemäß einkleiden. Wie auch im echten Einsatz sind Schutzkleidung und Atemschutz Pflicht. Maske, Sauerstoffflasche und Feuerschutzhaube wurden angelegt. Dann ging es abwechselnd in den Container.

„Jeder übernimmt einmal jede Position“, erklärte der Ausbilder: Der Angriffstrupp ging zur Brandbekämpfung und Menschenrettung in den Container. Der Sicherungstrupp verharrte derweil auf dem Dach zur Unterstützung der Kollegen.

Feuer, Rauch, Dunkelheit, Enge

Um das Szenario realistisch wirken zu lassen, wurde neben Feuer künstlicher Rauch zugeführt. Dunkelheit, Enge und eine mäßige bis schlechte Sicht stellten die Teilnehmer vor eine große Herausforderung. In kurzer Zeit sollten sie das Feuer löschen und einen anstelle eines Menschen verstecken Dummy finden.

„Ein guter Trupp schafft diese Aufgabe in 10 bis 12 Minuten“, erklärte Detlef Krone. Aber nicht nur Schnelligkeit war gefragt, sondern auch die richtige Technik und der Eigenschutz dürfe nie aus den Augen verloren gehen. „Natürlich können Feuerwehrleute bei solchen Einsätzen sterben“, betonte Krone.

Dieses Mal zwei Übungsläufe pro Trupp

Die aufgelaufenen Fehler wurden bei der anschließenden Auswertung besprochen. Denn aus diesen zu lernen, genau dafür sei die Übung ja da. Fehler aus einem ersten Durchgang sollten dann mehr beachtet und in einem zweiten Durchlauf korrigiert werden.

„Ich fand es gut, dass wir dieses Mal zwei Mal rein durften“, erklärte Andy Maaß aus Glienicke (Gemeinde Heiligengrabe ). Er war das dritte Mal im Container und freut sich schon aufs nächste Jahr. „Ich wünsche mir, besser zu werden, aber ich hoffe auch, es nicht so schnell anwenden zu müssen“, sagte der Feuerwehrmann.

Von Julia Redepenning

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