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Kyritz Biber macht Gewässerpflege aufwändiger
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Biber macht Gewässerpflege aufwändiger
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16:51 04.04.2019
Mehr als einen halben Meter dick war diese Pappel – bevor der Biber kam.
Mehr als einen halben Meter dick war diese Pappel – bevor der Biber kam. Quelle: Alexander Beckmann
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Neustadt/Kyritz

Viel geruht haben die Biber der Region offensichtlich nicht. Überall entlang der Gewässer lassen sich frische Spuren ihres unermüdlichen Schaffens entdecken. An der Jäglitz nahe Kyritz bekamen das beispielsweise einige Pappeln zu spüren. Die Biber legten die teils mehr als halbmeterdicken Bäume um und taten sich an der Rinde gütlich.

Viel mehr Kummer machen die Nagetiere aber den Gewässerpflegern vom Wasser- und Bodenverband Dosse-Jäglitz – und das inzwischen durchgehend.

Täglich neue Schadensmeldungen

„Wir haben jeden Tag mit dem Biber zu tun“, sagt der Bereichsmeister Dirk Preuß. „Eigentlich sollte das im Winter ein bisschen nachlassen. Aber der war ja wieder sehr mild.“

Statt sich also ruhig in ihre Bauten zurückzuziehen, bauten die Nager wie die Weltmeister. Zwischen Zaatzke und Wernikow bei Wittstock legten sie einen Damm quer über eine Wiese an. Selbst Verbandsgeschäftsführer Gernot Elftmann staunte: „Den hätte ich mit der Schippe nicht so gut hinbekommen.“ Allerdings stand danach das Gelände weiträumig unter Wasser.

Trockenheit mindert die Folgen

So gesehen ist Dirk Preuß froh, dass die Wasserstände in der Region nach wie vor eher niedrig sind. Denn die Tiere verstopfen regelmäßig Wehre und Durchlässe. „Die nehmen nicht nur Äste und Blätter, sondern auch alles, was sie auf dem Acker finden. Das ist so, wie man sich einen großen Rundballen vorstellt.“ Allein im Januar habe der Verband 127 Arbeitsstunden zusätzlich aufgewendet, um solche Verstopfungen zu beseitigen.

Hinzu kommen Schäden durch Gänge und Höhlen an Böschungen. „Da kamen heute schon wieder drei Meldungen“, berichtete Preuß am Donnerstag. „Wir versuchen schnell zu reagieren, aber das ist eben ein Riesenaufwand.“

Der Verband sei in ständigem Kontakt mit dem Biberberater und der Naturschutzbehörde. „Jeder Vorfall wird gemeldet und dokumentiert. Es ist eine geschützte Art. Wir handeln nach Recht und Gesetz. Aber es hat eben Nebenwirkungen“, sagt Dirk Preuß.

Von Alexander Beckmann