Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kyritz Mäßige Resonanz auf Woidkes Bürgerdialog in Kyritz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Mäßige Resonanz auf Woidkes Bürgerdialog in Kyritz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:32 11.05.2019
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke bei seinem 15. Bürgerdialog, diesmal im Hotelrestaurant „Waldschlösschen" in Kyritz. Quelle: Matthias Anke
Kyritz

In der Zeitung stand es vielfach. Mehrere Radiosender brachten es noch am selben Tag. Und doch blieb die Besucherzahl am Dienstagabend überschaubar beim landesweit 15. Bürgerdialog mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke.

Diesmal erfolgte die Runde im HotelrestaurantWaldschlösschen“ in Kyritz. Traditionell tagt der Regierungschef mit seinen Ministern und Staatssekretären zuvor ganz in der Nähe. Dieses „Kabinett vor Ort“ kam an dem Tag nun also statt in Potsdam in Neuruppin zusammen.

Zum 15. Mal lud Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zu einem Bürgerdialog ein. Doch im Kyritzer Hotelrestaurant Waldschlösschen blieb die Besucherzahl recht überschaubar.

Von dort aus folgten Woidke neben Ostprignitz-Ruppins Landrat Ralf Reinhardt und Vize-Landrat Werner Nüse (beide ebenfalls SPD) auch Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD), Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher (parteilos) und Innenstaatssekretärin Katrin Lange (SPD) nach „Kyritz an der Knatter“.

In Perleberg kürzlich mehrere Hundert, in Kyritz nur knapp 60 Gäste

Warum am Ende jeder zweite Platz leer blieb in dem Saal, in den statt der anwesenden 60 Gäste bei mehr Stühlen auch gut 200 Leute gepasst hätten, ließ sich nur spekulieren.

Gibt es für die Menschen im Raum Kyritz keinen großartigen Reibungspunkt? Kein Bedarf für Fragen an Woidke? Alle zufrieden? Das ließ sich nicht ganz klären.

Treffpunkt war eben keine der sogenannten Flughafengemeinden oder ein von diversen Tagebauen umzingelter Ort. Doch das ist auch Perleberg nicht, wo erst im Februar mehrere Hundert Gäste zu einem solchen Bürgerdialog strömten.

Keine Kritik an dem Format im Vorfeld der Wahlen

Trotzdem waren die, die ins Waldschlösschen kamen, überaus interessiert. Und es kamen nicht nur SPD-Anhänger.

Dass derartige Bürgerdialoge gerade zu Zeiten wie der bevorstehenden Kommunalwahl und im Herbst auch noch der Landtagswahl ein Geschmäckle anhaftet, ist in anderen Regionen kritisiert worden. Auch das aber blieb in Kyritz aus.

Moderatorin Sandra Wieschollek begrüßte die Besucher des 15. Bürgerdialogs, diesmal im Hotelrestaurant "Waldschlösschen" in Kyritz. Quelle: Matthias Anke

Harmonisch ging es zu. Woidke, der nahezu jeden per Handschlag persönlich begrüßte, und Moderatorin Sandra Wieschollek versprühten regelrecht gute Laune.

Die hatte auch Bürgermeisterin Nora Görke als Gastgeberin. „Ich habe hier meine Jugendweihe gefeiert“, erzählte sie der Runde im Saal. Damals sei selbst für sie „im Traum nicht daran zu denken gewesen“, dass sie mal solch Amt bekleidet und den Landesvater dort begrüßt.

Feuerwehrleute melden sich zu Wort

Diesen machten Thomas Dalchow als Ortswehrführer von Dreetz und der Kyritzer Feuerwehrmann Björn Trilck auf die Belange ihres Ehrenamts aufmerksam. Wenn Woidke Ehrenamtler entlasten wolle, müsse eine 24-Stunden-Bereitschaft bei den sogenannten Straßenbaulastträgern eingeführt werden. Trilck: „Ölspuren zu beseitigen, gehört nicht zu den Aufgaben der Feuerwehr. Das macht aber doch bis zu 15 Prozent unserer Einsätze aus.“

Woidke und Staatssekretärin Lange verwiesen auf einen schon vorliegenden Gesetzesentwurf, wonach bei solchen Einsätzen wie aber auch bei Türnotöffnungen oder Tragehilfen bald saftige Gebühren anfallen. Das solle dazu führen, dass der Notruf weniger gewählt wird. Wie über die Straßenmeistereien dafür gesorgt werden kann, dass die Feuerwehrleute weniger wegen Ölspuren raus müssen, blieb unbeantwortet.

Neustädter kritisieren Landesplanung

Dass Ämterstrukturen wie Neustadt in der Landesplanung unberücksichtigt seien, kritisierten die Pferdestädter Christoph Benn und André Stimm. Ministerin Kathrin Schneider erklärte alle Optionen vollumfänglich und beruhigte: „Neustadt hat positive Entwicklungschancen. Da brauchen sie sich keine Sorgen zu machen.“

Sigrid Schumacher aus Lohm als Vorsitzende des Seniorenbeirats des Landkreises und des Altkreises Kyritz hinterfragte die Landesförderung für die medizinische Ausbildung in Cottbus. In Neuruppin wäre dies ebenso nötig. Sie forderte „gleiche Rechte“. Gerade die Nähe zu Medizinern im ländlichen Raum sei für die kommende Entwicklung wichtig. Laut Woidke richte sich die Unterstützung auf der einen nicht gegen die Einrichtung auf der anderen Seite des Landes. „Wir müssen insgesamt mehr Ärzte ausbilden.“

Von Kreisgebietsreform bis Impfpflicht

Lothar Schnick aus Wusterhausen, der sich als „ein Prignitzer“ vorstellte, äußerte seine „Hochachtung“ davor, dass Woidke seinerzeit die Pläne zur Kreisgebietsreform stoppte. Woidke: „Hier die Notbremse zu ziehen, war die schwerste Entscheidung meines Lebens.“ Am Ende sei sie richtig gewesen.

Christel Redepenning, einst SPD-Landtagsabgeordnete, wollte Woidkes Meinung in der Impfpflichtdebatte wissen. „Freiheit endet dort, wo ich andere Kinder gefährde“, sagte der Ministerpräsident: „Wenn der Bund es nicht macht, werden wir es in Brandenburg alleine machen.“

Nach dieser großen Runde gönnte sich Dietmar Woidke noch ein paar Minuten mehr, mit dem einen oder anderen Auge in Auge zu sprechen. Und am Ende schien niemand enttäuscht nach Hause gegangen zu sein.

Von Matthias Anke

Am 8. Mai 1945 endete in Europa der Zweite Weltkrieg und zugleich die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten. Daran erinnerten die Kyritzer mit Gedenkveranstaltungen an verschiedenen Stellen.

08.05.2019

Die Arbeitsgemeinschaft Museum in Kyritz plant für dieses Jahr eine neue Ausstellung. Dafür werden noch Mitstreiter gesucht. 2018 hatten sie sich dem Thema Handwerk gewidmet. Die aktuelle Recherche ist derzeit im Gange.

08.05.2019

Rund 60 Feuerwehrleute aus dem Kreis Ostprignitz-Ruppin absolvierten kürzlich eine Zusatzausbildung im sogenannten Brandcontainer auf dem Gelände der Kreisfeuerwehrschule in Kyritz. Atemschutzgeräteträger tauchten zu Übungszwecken in diese Flammenhölle ein.

10.05.2019