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Kyritz 15 Jahre in die Zukunft gedacht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz 15 Jahre in die Zukunft gedacht
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13:02 27.09.2019
Gut 30 Einwohner aus Kyritz und seinen Ortsteilen stimmten am Donnerstag über die Schwerpunkte des neuen Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Insek) mit ab. Quelle: Alexander Beckmann
Kyritz

Stadtgestaltung für alle Altersgruppen, Bauland, Nahversorgung, Verkehr, Freizeit, Tourismus – das waren Themenfelder, mit denen sich am Donnerstag die gut 30 Teilnehmer einer öffentlichen Veranstaltung zur Vorbereitung des neuen Kyritzer Stadtentwicklungskonzeptes befassten.

Im März hatten die Planer des Büros ews Stadtsanierungsgesellschaft schon einmal alle Bürger zu solch einer Runde eingeladen. Damals ging es darum, erst einmal die Themengebiete abzustecken, denen die Stadt in den kommenden 15 Jahren besondere Aufmerksamkeit schenken soll. Das Konzept dient zum einen als Planungsgrundlage und stellt zum anderen eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg von Förderanträgen dar.

Bürger, Experten, Behörden beteiligen sich

„Seit der ersten Werkstatt ist eine ganze Menge passiert“, berichtete Bürgermeisterin Nora Görke am Donnerstag zur Begrüßung. Alles in allem beinhaltet der Planungsprozess vier Treffen der Arbeitsgruppe aus Planern und Verwaltungsvertretern, zwei offene Werkstätten mit den Bürgern, zwei „Fachdialoge“ mit Behörden, Verbänden und Wirtschaftsvertretern sowie ein Workshop am Kyritzer Gymnasium, um auch die nächste Generation mit einzubeziehen.

Planer Ralf Schmidt gab einen Überblick über die sich abzeichnenden Schwerpunkte. Ganz oben auf der Liste stehe die „generationengerechte Stadtentwicklung“. Es gehe um Barrierefreiheit, um die Schaffung von Verweilmöglichkeiten im öffentlichen Raum, um geeigneten Wohnraum für Senioren, Alleinerziehende und Familien sowie um sicherere und kurze Fußwege für Senioren und Kinder.

Verdichtung vor Neuerschließung

Eine weitere wichtige Aufgabe der Kommune sei die Bereitstellung von Bauland. Dabei gelte allerdings: „Wir können nicht ewig neue Bauflächen auf der grünen Wiese schaffen.“ Angesichts der aktuellen Altersstruktur in Kyritz schätzen Experten ein, dass die Einwohnerzahlen in absehbarer Zeit doch wieder sinken. Priorität habe daher die Nutzung von Baulücken. Die Planer regen beispielsweise an, die Kyritzer Festwiese zum Wohngebiet zu entwickeln. Auch in den Ortsteilen werde gezielt nach solchen innerörtlichen Lösungen gesucht. Zudem müsse man sich bemühen, Leerstand zu beseitigen.

Zur einer lebenswerten Stadt gehört ein angemessenes Versorgungsangebot. Aufgaben sehen die Planer vor allem in der Sicherung der Altstadt als Einkaufs- und Dienstleistungsstandort sowie in Angeboten für die Ortsteile. Das könnte eine mobile Versorgung ebenso sein wie Gemeinschaftsläden.

Vom Dorf zum Bahnhaltepunkt

Beim Verkehr bildete erneut die Bahn einen Schwerpunkt. Kyritz müsse seine Forderung nach mehr Zügen und besserer Anbindung aufrechterhalten. Das Bahnhofsumfeld sei gezielt weiterzuentwickeln, beispielsweise mit Pendlerparkplätzen. Zudem stellen die Planer zusätzliche Bedarfshaltepunkte in den Raum. Für Heinrichsfelde und das Gewerbegebiet Leddiner Weg ist so etwas schon seit längerem im Gespräch. Eine Haltestelle im Bereich Drewen, Gantikow, Mechow ist eine eher neue Idee, die aber durchaus auf Zweifel stieß. Schließlich müssten die Dorfbewohner da erst einmal hinkommen.

Angeregt wurde die Schaffung von sicheren Abstellmöglichkeiten für Fahrräder besonders in Haltestellenbereichen. Gabriele Schuster von der Wohnungsbaugesellschaft begrüßte das ausdrücklich und ergänzte: So ein Angebot sollte sich nicht nur für Fahrräder, sondern auch für Rollatoren oder E-Scooter eignen.

Sporthallenneubau angeregt

In Sachen Freizeit müsse die Stadt den Naherholungswert der Seenkette stärken, lautet eine Empfehlung. Zugleich seien für alle Ortsteile Spiel- und Sportangebote zu schaffen oder auszubauen. Was den Sport angeht, wurde der Bau einer Sporthalle an der Goetheschule ins Gespräch gebracht – auch zur Stärkung des Vereinssports.

Beim Tourismus solle Kyritz weiter auf Aktivangebote für Radfahrer, Wanderer und Wasserwanderer setzen. Die Planer regen sogar an, eine Zertifizierung als staatlich anerkannter Erholungsort zu prüfen. Der Stadt stünde zudem ein Ausbau der Bettenkapazität ebenso gut zu Gesicht wie zusätzliche Angebote für Camper – vom Wohnmobilstellplatz bis hin zu einem richtigen Campingplatz.

Weitere Diskussion in den Ausschüssen

Die Teilnehmer der Veranstaltung wurden eingeladen, die verschiedenen Vorschläge und Themen per Punktevergabe zu gewichten. Wie schon im März galt dabei unter anderem der Mobilität besonders viel Aufmerksamkeit.

Die Planer wollen diese Wertungen in ihrer Arbeit berücksichtigen. „Wir versuchen, das Entwicklungskonzept zusammen mit der Stadt bis zum Jahresende rund zu haben, damit es dann auch in den Ausschüssen diskutiert werden kann“, kündigte Ralf Schmidt an. Die Ausschusssitzungen zu dem Thema seien in jedem Fall öffentlich, betonte Bürgermeisterin Nora Görke. Für weitere Ideen und Nachfragen stehe die Stadtverwaltung jederzeit zur Verfügung.

Von Alexander Beckmann

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