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Kyritz Das erste Dorf mit Elektroauto für alle
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Das erste Dorf mit Elektroauto für alle
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00:22 03.07.2019
Die neue Tischtennisplatte haben in Barsikow OPR-Landrat Ralf Reinhardt (r.) und Wusterhausens Bürgermeister Schulz (l.) mit einem Spiel in Betrieb genommen. Quelle: Fotos: Wolfgang Hörmann
Barsikow

Jetzt steht es fest: Barsikow wird der erste Ort in Brandenburg mit eigenem Dorfmobil. Landrat Ralf Reinhardt übergab jetzt einen Zuwendungsbescheid über 25 000 Euro an die Vorsitzende des Dorfvereins Anna Funke. Damit ist der Kauf eines Elektroautos zu 80 Prozent gesichert. Den Rest schießt der Verein zu, allerdings nur als Leihgabe.

Die Refinanzierung dieser Summe sichern die künftigen Nutzer des Pkw ab. Hinter der Marke steht noch ein Fragezeichen. Es soll entweder ein „Renault Zoe“ oder ein „Nissan Leaf“ werden.

„Als wir hörten, dass der Landkreis solch eine Anschaffung großzügig fördert, da haben wir uns schnell beworben“, sagt der Ortsvorsteher Willem Schoeber. Barsikow blieb der einzige Interessent.

Pilgerherberge und Dorfgemeinschaftshaus

Unabhängig davon scheint der motorisierte Zuwachs im Ort mit Pilgerherberge, einem Tip-Top-Dorfgemeinschaftshaus und Menschen, die immer wieder neue Pläne für ihr Zuhause haben, gut aufgehoben zu sein. So sieht es auch Wusterhausens Bürgermeister Philipp Schulz.

„Wir sind stolz auf diesen innovativen und aktiven Ort in unserer Großgemeinde“, rief er den Anwesenden zu, die sich bei strahlendem Sonnenschein auf der Festwiese zu einem kleinen Dorffest versammelt hatten. Für Willem Schoeber gehört zur Vorfreude auf das neue Fahrzeug auch die Hoffnung, dass sich die schadstoffarme Mobilität im ländlichen Raum stärker durchsetzt.

Landrat Reinhardt (r.) übergab den Zuwendungsbescheid für das E-Mobil an Anna Funke (l.). Bildmitte: Ortsvorsteher Willem Schoeber. Quelle: E-Mail-MVD

Die Barsikower hatten, bevor sie den Förderantrag stellten, eine Umfrage unter 38 Dörflern gestartet. Würde sich eine solche Anschaffung überhaupt lohnen? Das Ergebnis: Sechs Interessierte, die entweder kein eigenes Auto besitzen oder ein vorhandenes abschaffen würden, wenn es eine Alternative gäbe. Fünf weitere mit einem Zweitwagen in der Familie können sich vorstellen, auf eines der Autos zu verzichten.

Nochmal sechs würden ihr eigens, größeres Modell für Fahrten ins Umland in der Garage lassen um stattdessen e-mobil zu sein. „Was wir jetzt ausprobieren, sollte Schule machen. Der Attraktivität der Dörfer kann das nur guttun“, zeigte sich Willem Schoeber optimistisch. „Teilen ist das neue Haben.“

Wenig später hielt er einen Tischtennisschläger in der Hand. Der zweite Anlass für das Treffen bei Kaffee, Kuchen, Wurst vom Grill und kühlen Getränken hatte nämlich auch mit Mobilität zu tun – allerdings in einer anderen Liga.

Gewinner bei „unser Dorf hat Zukunft“

Barsikow war 2017 beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Kreissieger von Ostprignitz-Ruppin und damit 2018 Teilnehmer am Landeswettstreit geworden. Dafür gab es Prämien. Verwendet wurde der Teil des Geldes für das Anlegen einer befestigten Fläche zum Tischtennisspielen auf der Festwiese, umgeben von einer Hecke. Außerdem erhielt der Pavillon in Sichtweite eine Bank in solider Tischlerarbeit.

Das alles galt es nun in Besitz zu nehmen. Ortsvorsteher und Dorfverein riefen zu einem Turnier auf und bekamen so viele Anmeldungen, dass zusätzlich zum fest verankerten Spieltisch noch drei transportable Platten benötigt wurden. Es spielten neun Männer und acht Frauen um Wanderpokale. Am Ende freuten sich Johnny Zimmermann (Jugend), Verena Neumann und Detlef Störing über Siege bei der „1. Barsikower Meisterschaft“.

Zum Auftakt hatten sich Landrat Ralf Reinhardt und Wusterhausens Bürgermeister Philipp Schulz einen „Showkampf“ am neuen Sportgerät geliefert, der beide gehörig ins Schwitzen brachte. Der Landrat gewann in zwei Sätzen.

Das Dorf-Elektroauto

Das anzuschaffende Dorfmobil wird seinen Platz samt Lademöglichkeit am „Alten Konsum“ bekommen. Es ist primär für die Bewohner des Ortes und deren Gäste gedacht. Alle wichtigen Informationen gibt es bei einer Einwohnerversammlung.

Der Dorfverein als Betreiber ist gemeinnützig und darf keinen Gewinn erwirtschaften. Die Tarife für das Entleihen dienen deshalb nur zur Abdeckung der wirklichen Kosten. Preise sollen sowohl pro Stunde, als auch pro Kilometer berechnet werden. Ein Fahrkilometer kostet vermutlich 10 Cent. Der Stundenpreis steht noch nicht fest.

Von Wolfgang Hörmann

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