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Kyritz Die Ruderer schwinden immer weiter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Die Ruderer schwinden immer weiter
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00:22 28.01.2019
Elektronik-Chef Stefan Kieper (2.v.r) und die Unterstützer: Nora Görke, Christopher Arndt (r.) und Dirk Blume (2.v.l.) von der Sparkasse, sowie Thomas Krieglstein. Quelle: Sandra Bels
Kyritz

Die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke kennt das Ruderzentrum von der SG Elektronik noch aus Kindertagen. „Wie es sich seitdem verändert hat, ist toll“, sagte sie bei ihrem jüngsten Besuch dort. Die Vereinsmitglieder haben das Haus Stück für Stück verändert und umgestaltet. Ein Vereinsraum mit Kamin wurde gebaut, die Küche saniert, der Kraftraum erweitert.

Neue Sauna selbst gebaut

Neueste Errungenschaft ist eine Sauna. Ihre Vorgängerin war alt und marode. Sie wurde in Eigenleistung abgebaut und wieder neu aufgebaut. Dazu kam der Bau eines neuen Sanitärraumes mit Duschen, Waschbecken und einer Schwalldusche für das Saunaerlebnis.

1000 Euro bekam der Verein dafür aus dem Programm „Aufgemöbelt“, dass der Kreissportbund (KSB) in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin initiiert. Drei Vereine aus dem Landkreis OPR bekommen dabei pro Jahr eine Finanzspritze. Die Sparkasse gibt das Geld. Eine Jury entscheidet, welches Projekt bedacht wird. Die Sportvereine müssen sich bewerben. Finanziert werden Projekte die nachhaltig sind und den Nachwuchs fördern.

Geben und Nehmen

Der Geschäftsführer des Kreissportbundes, Thomas Krieglstein, sagt, dass die Jury das Geld gern dem Verein zugesprochen hat. Er lobte auch das Geben und Nehmen zwischen den Sportlern und dem Sportbund. So ist Vereinsmitglied und Orthopäde Ralf Schaeffer Referent beim KSB und bietet regelmäßig kreisweit Vorträge an.

Weitere 3900 Euro bekam die SG Elektronik von der Stadt Kyritz über die Vereinsförderung und per Beschluss der Stadtverordneten. Nora Görke lobt die gute Zusammenarbeit mit dem Verein, die sich über die Jahre entwickelt hat.“ Der Verein wirkt in die Öffentlichkeit, unter anderem mit dem Tag des Sports in Kyritz, das muss unterstützt werden“, so die Bürgermeistern.

Senioren waren maßgeblich beteiligt

Vereinschef Stefan Kieper sagt, dass das Sauna-Projekt dank des großen Engagements der älteren Vereinsmitglieder verwirklicht werden konnte. „Unsere Senioren haben maßgeblichen Anteil am Neubau“, so Kieper. Lediglich ein Fliesenleger wurde angeheuert. Es gab ein Organisationsteam, dass die Arbeiten koordiniert hat. Sie dauerten etwa vier Monate.

Ursprünglich geplant war laut Kieper eine Investitionssumme von 5000 Euro. „15 000 Euro sind es geworden“, so der Vereinschef. Nicht vorhersehbare Arbeiten an Wasser- und Abwasserleitungen waren unter anderem Schuld an der Erhöhung. Das fehlende Geld kam mit Hilfe von Sponsoren und aus der Vereinskasse zusammen. Außerdem beteiligten sich die Mitglieder der Sektion Sauna des Vereins mit einem Eigenanteil und es gab Spenden von zwei Bauunternehmen, die aber namentlich nicht genannt werden wollen, so Kieper. „Es hat funktioniert“, fügt er an.

Verein will sich neu aufstellen

Kieper sagt, dass die Überlegungen im Verein derzeit dahin gehen, sich neu aufzustellen und das Haus umzunutzen. Die Fassade muss saniert werden, das Dach ebenso. „Wir müssen in den nächsten zwei Jahren investieren“, so der Vereinschef. Die Mitglieder haben sich deshalb bei einem ersten Workshop die Frage gestellt, wo sie 2025 stehen wollen und Ideen entwickelt.

Dazu gehören laut Kieper die Suche nach einem Planer und Gespräche mit der Stadt. „Wir sind der zweitgrößte Verein der Stadt und haben in sechs Jahren gut 58 000 Euro investiert“, sagt Kieper. Die Mitgliederzahl ist in den vergangenen Jahren von 72 auf 175 gewachsen.

Ruderzentrum verliert an Bedeutung

Aber das Ruderzentrum – als solches ist das Vereinsgelände in Kyritz immer noch in aller Munde – hat schon seit längerer Zeit seine Bedeutung verloren. Die Ruderer sind immer weniger geworden. heute gibt es nur noch eine ganz kleine Gruppe, die regelmäßig auf den See hinaus fährt. Die Boote stauben ein, werden nicht mehr genutzt. Der Vereinsvorstand plant deshalb, sich von weiteren Booten zu trennen und in die anderen Sektionen zu investieren.

Bei der SG Elektronik Kyritz stauben die Ruderboote ein. Quelle: Sandra Bels

So ist in der Vergangenheit auch die Sektion Kraftsport von zehn auf 40 Mitglieder gewachsen. „Allerdings sind darunter nur wenige Frauen“, bedauert Kieper. Seiner Meinung nach liegt das auch daran, dass der Kraftsportraum wenig attraktiv und eigentlich auch viel zu klein ist. Eine Idee für die Zukunft geht dahin, diesen Bereich auszubauen, hell und freundlich und somit attraktiver zu gestalten.

Sportbund will unterstützen

Krieglstein bat dem Verein Unterstützung bei der Akquise von Fördermitteln an. Er sagte, dass die Stadt bei der Beantragung der Gelder helfen könnte. „Die Verein sind mit dem Papierkram oftmals überfordert und brauchen einen Partner dafür“, so der Geschäftsführer. 2021 beginne zudem eine neue Förderperiode. Krieglstein sicherte den Kyritzer Sportlern zu, dass sie dann ganz oben auf der Prioritätenliste des Kreissportbundes stehen.

Von Sandra Bels

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