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Kyritz Diese Wanderung setzte ein wichtiges Zeichen für den Artenschutz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Diese Wanderung setzte ein wichtiges Zeichen für den Artenschutz
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14:17 13.05.2019
Bei der Themenwanderung zur Holzhausener Kiesgrube anlässlich des Tags der Artenvielfalt. Quelle: Julia Redepenning
Holzhausen

Es war eine friedliche Wanderung, zu der am Sonntag nach Holzhausen eingeladen wurde. Doch ihr Hintergrund ist viel verstrickter und auch ernster Die Kiesgrube im Kyritzer Ortsteil ist noch immer ein umstrittenes Thema, denn hier soll eine Deponie entstehen, und das wollen Anwohner und auch viele Unterstützer weiterhin verhindern.

Anlässlich des am 22. Mai bevorstehenden „Tag der Artenvielfalt“ wurde diesmal informiert und darauf hingewiesen, welche Tiere und Pflanzen sich an diesem Ort in den letzten Jahren angesiedelt haben und welche daher geschützt werden müssen.

Anlässlich des bevorstehenden „Tag der Artenvielfalt“ wanderten rund 70 Menschen aus Protest zur Holzhausener Kiesgrube – ein Biotop, das einer geplanten Deponie zum Ofer fallen könnte.

Friedliche Wanderung mit Einschränkungen

„Wir haben unsere Wanderung heute angepasst“, erklärte die Zernitz-Lohmer Bürgermeisterin Sigrid Schumacher (Bündnis 90/Die Grünen). Der jetzige Eigentümer der Holzhausener Kiesgrube habe vorab den Teilnehmern den Zutritt verboten – was an dem Tag auch eingehalten wurde.

„Wir gehen entlang der Grenze und sehen uns die Landschaft an“, sagte sie vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung. Mehr als 70 Demonstranten waren gekommen und gingen bei herrlichem Sonnenschein „spazieren für die gute Sache“.

Viele Unterstützer waren gekommen

Zu den Gästen zählten auch Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke (parteilos), Holzhausens Ortsvorsteher Andreas Lange (Wählergruppe Kyritz-Land) und der Fachgutachter und Ornithologe Jürgen Kaatz.

„Ich freue mich, das wir uns heute hier treffen“, sagte Andreas Lange bei seiner Ansprache. Wie auch Sigrid Schumacher war er begeistert, wie viele Menschen sich an diesem Sonntag in Holzhausen-Förstersruh, gelegen in Richtung Vollmersdorf, eingefunden hatten.

Der Tag stand ganz unter dem Motto „Biotop statt Deponie“.

Vom Aussterben bedrohte Tierarten in der Grube zu Hause

„Seit über 45 Jahren kenne ich diese Grube“, berichtete Jürgen Kaatz. Er erzählte allen Teilnehmern, wie sich das Gebiet in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

Im Auftrag der Stadt Kyritz hatte er ein Gutachten erstellt und aufgelistet, welche Tier- und Pflanzenarten sich derzeit in diesem Areal befinden. Zum Teil, erklärte er, sind es Arten, die sogar vom Aussterben bedroht sind.

Feldlerchen und Steinschmätzer

„Es lohnt sich dafür zu kämpfen“, so der Fachgutachter und Ornithologe. Auch während der Wanderung wies Kaatz darauf hin. „Hören Sie diesen Vogel? Das ist eine Feldlerche“ und kurz darauf war ein Vogel zu sehen. Es war eine Wanderung der anderen Art, mit Erklärungen vom Fachmann und einem doch so ernstem Hintergrund.

Bei der Themenwanderung zur Holzhausener Kiesgrube anlässlich des Tags der Artenvielfalt. Quelle: Julia Redepenning

Nach eine Stunde war der Marsch beendet, aber die Veranstaltung noch lange nicht. „Wir möchten allen zeigen, welche Tiere hier in dieser Grube leben“, erklärte Sigrid Schumacher.

Bei Kaffee und Keksen wurden Bilder verschiedener Tiere gezeigt. „Hier sehen Sie einen Steinschmätzer, eine vom Aussterben bedrohte Vogelart“, erklärte Kaatz allen Teilnehmern. Und es waren viele Beispiele, die an diesem Tag vorgestellt wurden. „Dieses Gebiet muss geschützt werden und dafür werden wir auch weiterhin kämpfen“, so Andreas Lange.

Zunehmender Verkehr durch Kiesabbau wird erwartet

„Es geht hier um eure Orte und daher unterstütze ich das Vorhaben auch“, stärkte Bürgermeisterin Nora Görke den Organisatoren und Bewohnern den Rücken. Denn nicht nur, dass bedrohte Tier- und Pflanzenarten einer geplanten Deponie oder den geplanten Kiesabbau zum Opfer fallen könnten, bereitet vielen Bauchscherzen: „Wenn der Kies abgebaut wird, wird auch der Verkehr deutlich zunehmen“, erklärte Ortsvorsteher Lange.

Werktags, also von Montag bis Samstag, werden demnach die großen Lkw durch Holzhausen fahren. „Das ist ein starker Einschnitt für die Bevölkerung“, so Andreas Lange. Was nach dem Abbau passiert, das wisse derzeit niemand. „Kämpfen wir nicht, dann haben wir schon verloren“, sagte Lange. Er werde sich auch in Zukunft für das Biotop einsetzen.

Von Julia Redepenning

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