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Kyritz Wenderückblicke mit dem RBB-Fernsehen in Bork
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Wenderückblicke mit dem RBB-Fernsehen in Bork
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00:27 27.06.2019
RBB-Moderator Attila Weidemann im Gespräch mit Manfred Teske über dessen Sicht auf die Wendezeit. Quelle: André Reichel
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Bork

Beinahe 30 Jahre sind vergangen, als mit Großkundgebungen in Leipzig, Berlin und anderen ostdeutschen Städten und schließlich dem Mauerfall die politische Wende und somit das baldige Ende der DDR eingeläutet wurde.

Der RBB-Moderator Attila Weidemann war aus genau diesem Grund eine Woche lang mit seinem Kamerateam und dem von Reinhard Rogge gesteuerten blauen RBB-Robur von der Oder bis zur Elbe quer durch ganz Brandenburg unterwegs und machte sich auf Spurensuche. Von den Menschen vor Ort ließ sich der Moderator von den Menschen ihre ganz persönlichen Wendegeschichten erzählen.

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Freudiger Empfang durch die Dorfbewohner

Am Donnerstag machte das RBB-Filmteam in Bork Station. Dort wurden sie von etlichen Dorfbewohnern und Leuten aus umliegenden Orten freudig in Empfang genommen. Attila Weidemann verriet, dass er nicht ganz zufällig nach Bork gekommen war. „Ich habe das schöne Dorf noch von einer Tour de Prignitz-Etappe vor einigen Jahren in bester Erinnerung“, sagte Weidemann.

RBB-Moderator Attila Weidemann kam mit einem Filmteam und dem blauen Robur nach Bork und befragte dort die Bewohner nach ihrer Wendegeschichte. Quelle: André Reichel

Als erstes sprach der Fernsehmoderator mit Manfred Teske. Der 80-jährige Wusterhausener hatte seine alte Kampfgruppenuniform an und seine DDR-Fahne dabei. Teske versicherte, die DDR nicht verklären oder beschönigen zu wollen und berichtete dann, wie er vor gut 50 Jahren zur Kampfgruppe der Arbeiterklasse kam und was es überhaupt mit dieser Organisation auf sich hatte.

Kurz gesagt, war die Kampfgruppe eine paramilitärische Organisation von Beschäftigten in Betrieben der einstigen Deutschen Demokratischen Republik und bestand von 1954 bis Dezember 1989. Zum Wendegeschehen erklärte Teske: „Unser Beitrag war es damals, beim Mauerfall die Uniform nicht anzuziehen und die Wende friedlich geschehen zu lassen.“

1989 auch schon Polizist und beim Mauerfall in Berlin dabei

Auch mit dem Polizisten Axel Redepennig, der mit dem Streifenwagen vor Ort war, sprach der Moderator. Vom Polizeibeamten erfuhr er, dass er am Tag des Mauerfalls, damals 22-jährig, als Bereitschaftspolizist am Brandenburger Tor stand. „Wir sollten die Menschen eigentlich abdrängen, doch letztlich ließen wir sie durch und waren an dem Abend sogar selbst kurz im Westteil von Berlin“, sagte Axel Redepennig.

RBB-Moderator Attila Weidemann kam mit einem Filmteam und dem blauen Robur nach Bork und befragte dort die Bewohner nach ihrer Wendegeschichte, hier Polizist Axel Redepenning. Quelle: André Reichel

Auch mit dem Borker Ortsvorsteher Mathias Strauß sprach Weidemann über seine persönlichen Erinnerungen an die Wendezeit. Strauß war damals Schüler und erlebte die rasanten Umbrüche, die von einem Tag zum anderen, auch das Schulleben ergriff.

RBB-Moderator Attila Weidemann kam mit einem Filmteam und dem blauen Robur nach Bork und befragte dort die Bewohner nach ihrer Wendegeschichte. Quelle: André Reichel

Zu Wort kam auch Bernhard Bosecker, der seit über 30 Jahren auch in Bork lebt und als Potsdamer Turmbläser bekannt geworden ist. „Von einem Tag auf den anderen war die Sicherheit als Künstler vorbei und ich musste mich selbst um meine Auftritte kümmern,“ so Bosecker. Auch andere Borker stellten sich bereitwillig vor die Kamera und erzählten von ihren Erlebnissen.

Dorfrunden mit dem blauen Robur

Letztlich durften alle noch ein paar Dorfrunden mit dem blauen Robur mitfahren, bevor sich das RBB-Team wieder auf den Weg zurück nach Potsdam machte. Zu sehen sind die Filmaufnahmen aus Bork am Donnerstag, dem 27. Juni, im RBB ab 19.30 Uhr in der Sendung Brandenburg Aktuell.

Von André Reichel