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Kyritz Diese traumhafte Eichenallee bei Kyritz wurde jetzt aus ihrem Dornröschenschlaf geholt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kyritz Diese traumhafte Eichenallee bei Kyritz wurde jetzt aus ihrem Dornröschenschlaf geholt
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13:00 15.05.2019
Der alte Weg namens Landwehr, der südöstlich von Rüdow zur L 14 und von dort aus weiter zum Untersee führt, ist jetzt wiederhergestellt. Quelle: Matthias Anke
Rüdow

Das Kyritzer Umland ist jetzt wieder um eine landschaftliche Attraktion reicher. Es handelt sich um einen in den vergangenen Tagen rekonstruierten Weg entlang der Eichenallee, die südöstlich von Rüdow zur Landesstraße 14 führt und von dort aus weiter in Richtung Untersee.

Während das gut ein Kilometer lange Teilstück zur Seeseite hin über die Jahre hinweg von Wanderern, Joggern und Radfahrern regelmäßig genutzt wurde und damit intakt blieb, verwilderte der längere, etwa eineinhalb Kilometer lange Weg zum Dorf hin zusehends.

Nur ältere Rüdower kannten den Weg noch im nutzbaren Zustand

„Ein paar Jahre nicht gepflegt, schon holte sich die Natur alles zurück. Aber jetzt ist die gesamte Strecke wieder passierbar“, sagt der Rüdower Sven Schläfke mit Blick auf den kürzlich mittels schwerer Technik geschobenen Abschnitt.

„Es müsste jetzt nur noch ein paar Mal kräftig regnen“, sagt der 43-Jährige: „Und dann muss der Weg natürlich auch genutzt werden. Schon sieht er wieder so aus wie ganz früher. Viele der älteren Rüdower kennen ihn wohl noch.“

Gut Rüdow und Stadtbauhof rückten mit ihrer Technik an

Schläfke, der selbst gern joggen geht, hatte die Initiative ergriffen und sei dann bei den Landwirten vom angrenzenden Gut Rüdow auf offene Ohren gestoßen und ebenso bei der Stadt Kyritz. Diese ist für die Fläche zuständig.

„Das ist nun quasi ein Gemeinschaftswerk geworden“, sagt der Kyritzer Bauhofchef Manfred Nitsche. Warum nur der Abschnitt des Weges zum See hin bis zuletzt nicht verwilderte, also passierbar blieb, kann Nitsche erklären: „Dieser Teil wird schon immer über die Stadt bewirtschaftet.“

Nahe Rüdow endet die Allee. Der Weg führt dort teils an Ackerflächen vorbei. Quelle: Matthias Anke

Schilder könnten auch auf historischen Hintergrund hinweisen

Demnächst könnte nun noch eine Beschilderung zeigen, wohin der Weg zu beiden Richtungen führt – und vielleicht könnte sogar auch eine Tafel erklären, was es damit auf sich hat. Diesen Vorschlag jedenfalls hätte der Kyritzer ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger André Reichel.

Denn im Volksmund überliefert ist der Weg als die Landwehr. Und deren Geschichte reicht weit zurück bis ins Mittelalter, wie Reichel berichtet. Aus fachlicher Sicht hätte er sich daher zwar „einen schonenderen Eingriff“ gewünscht. Vorteilhaft jedoch sei nun, dass dieser Weg wieder neu erlebbar, erfahrbar ist.

Einst mit dichtem Buschwerk bewachsene Wall- und Grabenanlage

Und zu erfahren gibt es rund um die Landwehr laut Reichel eine ganze Menge: Entstanden sie als eine Wall- und Grabenanlage im Mittelalter aus vielerlei Gründen. Etwa konnte die Stadt schon weit außerhalb ihrer Mauern und damit frühzeitig gegen Raubritter beispielsweise verteidigt werden.

Aber auch dem Viehdiebstahl war ein Riegel vorgeschoben. Ursprünglich gab es auf dem Wall schließlich eigens dafür angelegtes, undurchdringbares Dornenbuschwerk.

Der alte Weg namens Landwehr, der südöstlich von Rüdow zur L 14 und weiter führt, ist jetzt wiederhergestellt. Quelle: Matthias Anke

„Die Eichen wachsen dort erst, seitdem sie der Kyritzer Verschönerungsverein irgendwann im 19. Jahrhundert mal pflanzte“, so der Bodendenkmalpfleger: „Ohne diese Bäume wäre die Landwehr garantiert schon längst verschwunden.“ Grundsätzlich gebe es Landmarken solcher Art daher heute nur noch sehr wenige.

Von Matthias Anke

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